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Julian Opie lockt ins Duisburger Lehmbruck Museum

in der Ausstellung „Sculpture 21st: Julian Opie“

Auf hohem rechteckigem Betonsockel vor dem Museumseingang laufen „Amelia, Jeremy, Theresa, Sam“. Ihre Namen bilden zugleich den Titel der Plastik von Julian Opie. Doch sie laufen nicht real, sondern in Form flimmernder LED-Dioden. Irgendwie fühlen sich Passanten sofort animiert, in gemächlichem, nicht hektischem Tempo mit den Figuren zu schlendern – und zwar direkt ins Lehmbruck Museum. Dort bestreitet der Brite die neue Ausstellung im Rahmen der Reihe „Sculpture 21st“, mit der das Duisburger Museum wichtige Positionen zeitgenössischer moderner Skulptur vorstellt.

Neben der LED-Installation auf dem Vorplatz wartet die ähnlich einem Flughafenterminal großzügige rundum verglaste Eingangshalle mit einer Gruppe von überlebensgroßen Metallstatuen auf. Schon von außen stechen die piktogrammartigen und farblich gefassten Figuren ins Auge und scheinen wie auf einem hohen Sockel präsentiert. Julian Opie hat für diese konzentrierte Präsentation eine Auswahl an sieben Plastiken getroffen, von denen zwei erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Beruhend auf genauen Beobachtungen, inspiriert vom Spiel mit Holzfiguren seiner Tochter und fasziniert von kleinen markanten Merkmalen der betrachteten Personen, versucht Opie Individuelles zu erfassen und es doch abstrahiert auf den Punkt zu bringen. Nichts lenkt das Auge mehr von anderen Dingen ab. Farbfreudig und mit befreiendem Witz filtert er mittels einer von der Farbgebung unterstützten Linienführung Wesensmerkmale anonymer Personen heraus. Blitzschnell lassen sich die an einfache klare Formen von Cartoonfiguren oder Ampelmännchen erinnernden Gestalten erfassen. Mit kleinen Eigenheiten verleiht Julian Opie ihnen persönliche Züge. Zumeist verarbeitet er namentlich nicht bekannte Menschen, ausnahmsweise nennt er sie bei der Außeninstallation.

Genau genommen handelt es sich bei seinen Kreationen um virtuelle Hyperrealitäten. Die schönen fließenden Bewegungen und das endlose Laufen offenbaren eine potentielle Grenzenlosigkeit. In der Offenheit und Dynamik seiner Duisburger Präsentation erzeugt Opie eine Verbindung zum vorübergehenden Publikum und bezieht das unmittelbare Umfeld der Stadt- und Parklandschaft gezielt mit ein. Der 1958 in London geborene und dort lebende Opie begann nach dem Abschluss an der Goldsmith School of Art zu Beginn der 1980er Jahre seine künstlerische Laufbahn und erwarb sich durch die Teilnahme an der Documenta 8 internationale Reputation.

Die Ausstellung „Sculpture 21st: Julian Opie“ läuft bis zum 15. September. Das Lehmbruck Museum hat täglich außer montags von 12 bis 17 Uhr, am Wochenende ab 11 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum
Friedrich-Wilhelm-Straße 40
D-47051 Duisburg

Telefon: +49 (0)203 – 283 26 30
Telefax: +49 (0)203 – 283 38 92

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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