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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Eine kleine feine Auswahl an Kunst des 19. Jahrhunderts offeriert Ketterer in München. Den Schwerpunkt bilden die bayerischen Klassiker, daneben gibt es auch Namen der internationalen Kunstszene

Genussmenschen und Naturliebhaber



Franz von Stuck, Faun und Bacchusknabe, 1905

Franz von Stuck, Faun und Bacchusknabe, 1905

Gierig reißt der kleine Bacchus seinen Mund weit auf und die Hände nach oben. In seiner gestisch ausdrucksstarken Erwartungshaltung freut sich das Kind auf den süßen Traubensaft, den ihm ein Faun aus den frischen Früchten mit seinen kräftigen Händen presst. Der strahlend blaue Abendhimmel mit Andeutungen einer Landschaft lässt die beiden Figuren, die Franz von Stuck 1905 gekonnt in ein achteckiges Format komponierte, noch stärker in den Vordergrund treten. Das Gemälde macht neben der Faszination des Künstlers für die Sagenwelt der klassischen Antike nicht nur sein Denken über das Gesamtkunstwerk deutlich, das der goldene Rahmen mit antikisierenden Rändern impliziert, sondern ebenso den Stolz auf sein Schaffen. Franz von Stuck setzte etwa seinen 1906 erhaltenen adligen Namenszusatz nachträglich in die Signatur ein. Für das im Œuvre des Malers seltenere Motiv „Faun und Bacchusknabe“ erhoffen sich die Experten Ketterers nun 100.000 bis 150.000 Euro. Damit ist es das Hauptlos der Kunst des 19. Jahrhunderts, die der Versteigerer in München offeriert und die mehrheitlich mit ruhigen, oft naturbezogenen Motiven des täglichen Lebens bestückt ist.


Die Münchner Schule

Heinrich Bürkels „Ankunft auf der Alm“ von 1835 lässt sich mit genau jenen Charakteristika beschreiben. In der biedermeierlich geprägten Idylle vor der zerklüfteten blauen Berglandschaft steht eine einsame Hütte mit grasenden Lastentieren sowie rastenden Arbeitern, von denen einer seinen ankommenden Kollegen mit erhobenem Arm grüßt (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Eindrucksvoll ist die detailreiche Natur mit einigen Burgbauten bei Carl Spitzwegs „Nixenfang“ der Zeit um 1860. Durch seine bunte Kleidung sticht der Angler hoch oben hervor, während die Nixen im Halbschatten der Schlucht stärker verborgen sind. Das nach über 100 Jahren wiederentdeckte Gemälde soll 40.000 bis 60.000 Euro erwirtschaften. Mit noch weniger Personal kommt seine „Talschlucht mit Sennerin“ um 1875 aus (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Als älteren gesetzten Herren nahm Franz von Lenbach 1894 zum wiederholten Mal „Otto Fürst von Bismarck“ in den Blick. Nach rechts schaut dieser mit fast gebrochenem Augenlicht aus dem Bildraum (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Seine studienhafte frontale Zeichnung des Politikers aus demselben Jahr ist für 3.000 bis 4.000 Euro zu haben.

Glamouröser ist da Albert von Kellers Hochformat einer Dame „Im Ballsaal“ wohl um 1895. Über ihre Schulter dreht sie ihren Kopf zum Beobachter und betont mit ihrer Hand ihr aufwändig buntes und elegant geschnittenes Kleid. Hinter ihr hat Keller mit flottem Pinsel eine tanzende Menge angelegt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Bei Rudolf Riemerschmids „Badender Frau“ um 1906 fällt eben das weiße Gewand, wodurch sie sich auf einer kleinen Insel im stillen See als im Wasser spiegelnder Rückenakt darbietet. Feine Konturen, die um die detailreichen Bildelemente gelegt sind, zeichnen Riemerschmids individuelle Hand aus (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Zwischen bedeutungsschwangerem Symbolismus und dekorativem Jugendstil stehen zudem Ludwig von Zumbuschs dräuendes „Einsames Land“ von 1896 mit antikisch in Rot gekleideter Frau und Sascha Schneiders Jünglingsbüste mit ägyptischer Kopfbedeckung. Die Bronzeskulptur von etwa 1911 ist in nur drei Exemplaren bekannt und wird erstmals auf dem Auktionsmarkt angeboten (Taxe je 4.000 bis 6.000 EUR).

Mit Otto Pippel offeriert Ketterer einen spätimpressionistisch geprägten Münchner, der gerne die Atmosphäre des Stadtlebens einfing. Je 12.000 bis 15.000 Euro wünschen sich die Einlieferer für den schattigen „Wirtsgarten am Starnberger See“ um 1920 und den hell beleuchteten „Münchner Wirtsgarten“ um 1930, für die abgeschiedene „Lesestunde“ eines jungen Mädchens im weißem Kleid 4.000 bis 6.000 Euro. Ebenfalls in München war der viel reisende Alexander Koester beheimatet, der immerhin zehn Gemälde in die Auktion entsendet, darunter für 400 Euro das in Grisaille gemalte Mädchen am Marterl aus den 1890er Jahren oder ein impressionistisch Segelboot in Holland von 1902 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Auch der Enten-Koester ist mit von der Partie: Mit grobem Strich setzte er um 1909/13 eine gekonnte Nahsicht einer Entengruppe bei der Insel Reichenau mit charakteristischen Lichtreflexen auf dem Gefieder in Szene (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Positionen aus dem kalten Norden

Unter dicken Wolken ist Edward Theodore Comptons „Lyskamm“ der Monte Rosa-Gruppe in den Walliser Alpen verhangen. Die Bergsteigerleidenschaft des gebürtigen Engländers schlug sich 1902 in seiner exakten Darstellung des Bergmassivs mit den eis- und schneebedeckten Spitzen nieder (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Genauso kalt ist es bei Peder Mork Mønsteds „Wintersonne in Engadin“ des Jahres 1914. Das großformatige Gemälde des Dänen mit einem Bach, der sich durch die schneebedeckte Landschaft mit nur einigen kahlen Bäumen in die Tiefe zieht, überzeugt mit seiner beinahe fotorealistischen Malweise (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Ruhig liegen die Schiffe beim Niederländer Johan Barthold Jongkind in der Schelde-Mündung vor Antwerpen. Auf „L’Escaut près d’Anvers“ aus dem Jahr 1869 sind einige Arbeiter sowie die verschwommene Stadtsilhouette in kühleren Tönen schemenhaft zu erkennen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Dem in der Geschichte der Kunst beliebtem Motiv der Badenden widmete sich auch der Norweger Edvard Munch. Auf einer Kaltnadelradierung von 1895 arbeitete er konturenhaft zwei Damen am Ufer sowie eine schwimmende aus der flächigen Umgebung expressiv heraus. „Badende Kvinner“ sollen 15.000 bis 20.000 Euro einspielen.

Wärmer ist dann Friedrich Kallmorgens „Sommergarten mit Blick über Grötzingen“. Im Vordergrund des ländlichen Dorfidylls hat der gebürtige Hamburger um 1895 groß ein bunt blühendes Blumenbeet aus seinem Garten komponiert, hinter dem eine Kletterrose an einem Baum entlang schlängelt (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Eine ungestörte Arbeitsatmosphäre hatte um 1920 der Amerikaner Edward Cucuel. In dieser Zeit verewigte er „Die Villa des Künstlers am Starnberger See“, die von Blumen umrankt wird und links im Bild mit einladender Veranda im hellen Sommerlicht steht (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Józef Brandt war ein Münchner Maler polnischen Ursprungs, der sich auf Historienszenen spezialisierte. Häufig tauchen bei ihm die Kosakenfeldzüge in der Steppe auf, wie auch bei seinem „Standartenreiter auf dem Schlachtfeld“ um 1888/89. Im Zentrum reitet der rot gekleidete Kämpfer auf einem Schimmel mit der gelborangen Fahne in der Hand, während hinter ihm eine Heerschar klein ausgeführter Krieger dahinprescht (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Ruhige Bilderwelten

In die steilen Klippen der italienischen Amalfitana fügen sich die Gebäude in Carl Morgensterns „Blick auf das Kapuzinerkloster bei Amalfi“ von 1840 passgenau ein. Zwei Mönche, von denen einer auf die beeindruckende Natur deutet und diese damit noch betont, stehen an einer Mauer und betrachten das Licht der goldenen Sonne über dem Meer (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Eine Dame nimmt 1871 bei Gotthardt Kuehl ein Gemälde „Beim Antiquar“ unter die Lupe. Sie und der Mann neben ihr auf dem Stuhl, der eben in einem Folianten schmökert, lauschen dem älteren Händler, der emotional seine Ware anpreist (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Obwohl sie einer anstrengenden Arbeit nachgehen, erscheint die Atmosphäre um die Beerenpflückerinnen in Hans Thomas Gemälde als ruhige Waldkulisse. In den Lichtreflexen auf Bäumen, Boden und Blättern der „Schwarzwaldtannen“ von 1884 sind seine malerischen Qualitäten zu erkennen, wofür heute 18.000 bis 24.000 Euro gefordert sind. Symbolistischer hat Thoma 1886 sein Werk „Amor erspäht die Liebenden“ in einer fast renaissancehaften Weltlandschaft angepackt (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR). Mit flotterem Pinselstrich führte Karl Hagemeister 1893 die „Kemnitzer Heide“ mit dynamisch im Wind gebogenen Gräsern am Ufer eines Sees aus (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Am 24. Mai versteigert Ketterer in München ab 16 Uhr die Kunst des 19. Jahrhunderts. Die Vorbesichtigung ist bis zum 23. Mai von 10 bis 18 Uhr möglich. Die Lose sind zudem online unter www.kettererkunst.de abrufbar.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



20.05.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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24.05.2019, Kunst des 19. Jahrhunderts

Bei:


Ketterer

Bericht:


Klassische Schönheit in zeitgemäßer Form

Kunstwerk:

Franz von Stuck, Faun und Bacchusknabe, 1905
Franz von Stuck, Faun und Bacchusknabe, 1905

Kunstwerk:

Hans Thoma, Amor erspäht die Liebenden, 1886
Hans Thoma, Amor erspäht die Liebenden, 1886

Kunstwerk:

Ludwig von Zumbusch, Einsames Land, 1896
Ludwig von Zumbusch, Einsames Land, 1896

Kunstwerk:

Sascha Schneider, Jünglingsbüste mit ägyptischer Kopfbedeckung, um
 1911
Sascha Schneider, Jünglingsbüste mit ägyptischer Kopfbedeckung, um 1911

Kunstwerk:

Karl Hagemeister, Kemnitzer Heide, 1893
Karl Hagemeister, Kemnitzer Heide, 1893

Kunstwerk:

Edward Theodore Compton, Lyskamm (Monte-Rosa), 1902
Edward Theodore Compton, Lyskamm (Monte-Rosa), 1902







Heinrich Bürkel, Ankunft auf der Alm, 1835

Heinrich Bürkel, Ankunft auf der Alm, 1835

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Losnummer: 8

Ludwig von Zumbusch, Einsames Land, 1896

Ludwig von Zumbusch, Einsames Land, 1896

Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 3.800,- EURO

Losnummer: 57

Alexander Koester, Enten bei der Reichenau, um 1909/13

Alexander Koester, Enten bei der Reichenau, um 1909/13

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

Losnummer: 69

Edward Theodore Compton, Lyskamm (Monte-Rosa), 1902

Edward Theodore Compton, Lyskamm (Monte-Rosa), 1902

Taxe: 18.000 - 24.000 EURO

Zuschlag: 55.000,- EURO

Losnummer: 64

Rudolf Riemerschmid, Badende Frau, um 1906

Rudolf Riemerschmid, Badende Frau, um 1906

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 54

Friedrich Kallmorgen, Sommergarten mit Blick über Grötzingen, um 1895

Friedrich Kallmorgen, Sommergarten mit Blick über Grötzingen, um 1895

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 21.000,- EURO

Losnummer: 40

Peder Mork Mønsted, Wintersonne im Engadin, 1914

Peder Mork Mønsted, Wintersonne im Engadin, 1914

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 74.000,- EURO

Losnummer: 79

Edvard Munch, Badende Kvinner (Badende Frauen), 1895

Edvard Munch, Badende Kvinner (Badende Frauen), 1895

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 51

Otto Pippel, Lesestunde, 1917

Otto Pippel, Lesestunde, 1917

Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 17.000,- EURO

Losnummer: 83

Otto Pippel, Wirtsgarten am Starnberger See, wohl um 1920

Otto Pippel, Wirtsgarten am Starnberger See, wohl um 1920

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 85

Karl Hagemeister, Kemnitzer Heide, 1893

Karl Hagemeister, Kemnitzer Heide, 1893

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 37.000,- EURO

Losnummer: 60

Józef Brandt, Standartenreiter auf dem Schlachtfeld, um 1888/89

Józef Brandt, Standartenreiter auf dem Schlachtfeld, um 1888/89

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 70.000,- EURO

Losnummer: 41




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