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Architekt I. M. Pei ist tot

Ieoh Ming Pei gestorben

Ieoh Ming Pei ist gestern im Alter von 102 Jahren in seinem Haus in Manhattan verstorben. Er gilt als einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Sein bekanntestes Werk ist die gläserne Pyramide des Louvre in Paris. Der Architekturkritiker Nikolaus Bernau beschreibt es für seine Entstehungszeit in den 1980er Jahren als „völlig revolutionär“. Auch wenn damals viele kritische Stimmen laut wurden, ist es heute ein Sinnbild der modernen und zukunftsorientierten Metropole. Pei gelang damit die vollkommene Verbindung von Formen der klassischen Nachkriegsmoderne mit einem historischen Baukomplex. Die Entwürfe von Ieoh Ming Pei zeichnen sich stets durch einen klaren und kontrollierten Aufbau aus; meist orientieren sie sich an geometrischen Grundformen. Glas, Stahl und Beton waren stets die bevorzugten Materialien des amerikanisch-chinesischen Architekten.

Sein klarer Stil erwies sich als äußerst gefragt; sowohl Städteplaner, als auch Museen und Manager großer Firmen nahmen ihn unter Vertrag. Zu seinen Hauptwerken zählt ein auf einer dreieckigen Grundform basierender Wolkenkratzer der Bank of China in Hongkong, der bei seiner Entstehung 1989 mit einer Höhe von 315 Metern das höchste Gebäude außerhalb der USA war. Dazu treten das East Building der National Gallery in Washington, die Rock and Roll Hall of Fame in Cleveland, das Museum für Islamische Kunst in Doha, das Fragrant Hill Hotel in Peking oder die Dallas City Hall. In Berlin entwarf Ieoh Ming Pei 1997 in direktem Auftrag von Altbundekanzler Helmut Kohl einen Anbau für das Deutsche Historische Museum. 2003 wurde der Annex mit einem spiralförmigen Treppenhaus aus Stahl und Glas eröffnet.

Pei wurde 1917 als Sohn wohlhabender Eltern in Guangzhou geboren. Sein Studium absolvierte er zunächst in Boston am Massachusetts Institute of Technology und später in Harvard. Le Corbusier wurde in dieser Zeit zu seinem erklärten Vorbild, ebenso Walter Gropius und Marcel Breuer, die ihn in Harvard unterrichteten. Gropius vermittelte ihm dort Ende 1948 eine Dozentenstelle. Doch schon kurze Zeit später stellte der New Yorker Immobilienunternehmer William Zeckendorf den noch unbekannten Pei als Direktor der Entwurfsabteilung seiner Firma Webb & Knapp ein. In den 1960er Jahren machte Pei sich schließlich selbständig. Internationale Bekanntheit erlangte er mit dem 1964 erhaltenen Auftrag für den Bau der John F. Kennedy-Präsidentenbibliothek neben der Harvard-Universität. Über den Kontakt mit Kennedys Witwe kam Pei zu seinen späteren Auftraggebern. Der wegen seiner häufigen Verwendung von Glaselementen als „Meister des Lichts“ gefeierte Ieoh Ming Pei erhielt zahlreiche Preise, darunter den Pritzker-Architekturpreis, den japanischen Praemium Imperiale und die amerikanische Presidential Medal of Freedom; außerdem war er Mitglied in mehreren künstlerischen Akademien und Gesellschaften und Träger zahlreicher Ehrendoktorate an verschiedenen internationalen Universitäten.

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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