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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Nicht nur Impressionisten und Moderne bei Sotheby’s in New York

Für pompsüchtige Sammler



William Adolphe Bouguereau, La Jeunesse de Bacchus, 1881/83

William Adolphe Bouguereau, La Jeunesse de Bacchus, 1881/83

Eigentlich hat er in der Auktion „Impressionist and Modern Art“ nichts zu suchen. Dennoch hat Sotheby’s den monumentalen Schinken „La Jeunesse de Bacchus“ von William Adolphe Bouguereau, der für gewöhnlich die „19th Century European Art“ bestückt, in seine New Yorker Prestigeversteigerung integriert. Das liegt vor allem an der Bedeutung und an Preisvorstellung des Gemäldes. Denn mit der ausgelassenen bacchantischen Schar nackt tanzender und musizierender Männer und Frauen auf einer Waldlichtung hat der französische Akademiemaler eines seiner Hauptwerke geschaffen, das mit über sechs Metern in der Breite auch eher museale Ansprüche einfordert. Nach über zweijähriger Arbeit präsentierte Bouguereau das größte Gemälde in seinem Œuvre erstmals 1884 im Pariser Salon. Im Folgejahre reiste es für Ausstellungen nach London und Antwerpen und war seit der „Exposition Universelle“ 1889 nur noch einmal für eine Bouguereau-Retrospektive Mitte der 1980er Jahre in Paris und Amerika öffentlich zu sehen. Nun trennen sich die Nachkommen des Salonmalers von dem in beeindruckender Kunstfertigkeit, aber auch mit übertriebenem Bombast und schwüler Erotik gemalten Werk und wollen dafür 25 bis 35 Millionen Dollar sehen. Der Auktionsrekord für Bouguereau ist damit impliziert.


Der französische Hauptvertreter der Salonmalerei steht preislich aber nicht an der Spitze der Auktion vom 14. Mai. Dieser Platz gebührt einem Klassiker des Impressionismus: Claude Monet. An seinen Heuhaufen in warmem Abendlicht von 1890 machen sich die ganze Spannbreite und der Kontrast damaliger Kunstkonzepte in der französischen Hauptstadt deutlich. Offiziell von Staatsseite wurde nur die akademische Historienmalerei à la Bouguereau gefördert, die von vielen Zeitgenossen im Vergleich mit dem gerade aufkommenden Impressionismus aber schon damals als rückwärtsgewandt und seelenlos empfunden wurde. Mit seiner Serie der 25 „Meules“, die Monet 1890 und 1891 zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten in wechselnden Lichtstimmungen auf die Leinwand bannte, gehörte er zur Speerspitze der künstlerischen Entwicklung. Das soll nun mit über 55 Millionen Dollar honoriert werden, was sich angesichts der 72,5 Millionen Dollar, die Christie’s im November 2016 für ein weiteres Bild dieser Serie erzielte, nicht allzu hoch ausnimmt. Eine Preisgarantie für den Einlieferer und ein unwiderrufliches Gebot gibt es schon. Wem das zu teuer ist, kann bei Monet immer noch zu einer frühlinghaften „Prairie. Ciel nuageux“ von 1890 für 6 bis 8 Millionen Dollar, einer blühenden Sommerwiese in flirrendem Licht von 1885 für 4 bis 6 Millionen Dollar oder zu dem bewegten Wellenspiel der Küstenszene „La Jetée de Fécamp par gros temps“ von 1881 für 1,2 bis 1,8 Millionen Dollar greifen.

Eine schöne Auswahl an impressionistischer Kunst und nachfolgender Strömungen konnte Sotheby’s für seine Abendveranstaltung zusammenstellen. Mit dabei sind etwa noch Camille Pissarros sonnenbeschienener „Grand Noyer au Printemps“ aus Éragny von 1894, Pierre-Auguste Renoirs ansprechende „Nature morte au melon, amandes et figues“ von 1882 (Taxe je 2 bis 3 Millionen USD), Edouard Manets studienhafte „Femme à l’ombrelle“ von 1872 (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen USD) oder Gustave Caillebottes steiler Blick aus dem sechsten Stockwerk in die nicht allzu belebte „Rue Halévy“ in Paris (Taxe 6 bis 8 Millionen USD). Zu dieser Bewertung tritt auch Paul Gauguins heitere Südseestimmung „Chemin sous les palmiers“ von 1887 an, während seine zwei Jahre jüngere, nackte, eher statuarische „Femme caraïbe“ vor überdimensionierten, goldgelben und stilisierten Sonnenblumen nur 4 bis 6 Millionen Dollar fordert. Mit 3 bis 5 Millionen Dollar schickt Edgar Degas sein Pastell zweier Balletttänzerinnen im trauten Zwiegespräch um 1891 ins Rennen. Auch für Vincent van Goghs Tusche- und Kreidezeichnung einer stilisiert wogenden abendlichen Landschaft mit zwei Landleuten muss man mit diesem Betrag rechnen.

Für den Pointillismus steht Paul Signacs Blick über das Meer auf „Antibes. Soir“ in abendlichem Blau-Violett von 1903 (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Für die Hälfte ist Henri de Toulouse-Lautrecs „Femme de maison“ im Profil und mit etwas strengem und mürrischem Gesichtsausdruck zu haben. Den Frauen huldigen auch einige Künstler der Moderne, unter anderem Pierre Bonnard mit seinem hellen Hochformat „Femme à sa toilette (Le peignoir)“ um 1923 (Taxe 4 bis 6 Millionen USD), Chaïm Soutine mit einer etwa gleichaltrigen, freundlich aus den verschobenen Gesicht lächelnden „Femme en rouge“ (Taxe 6 bis 8 Millionen USD) und Max Beckmann mit einem kompakten „Liegenden Akt in starker Verkürzung“ von 1948 (Taxe 3 bis 5 Millionen USD). Dem Alter hat sich Edouard Vuillard um 1920/21 in der liebevollen Schilderung seiner Mutter „Madame Vuillard cousant à la Closerie des Genêts“ gewidmet (Taxe 700.000 bis 1.200.000 USD).

Mit Pablo Picasso geht es noch einmal in den zweistelligen Millionen-Bereich: Seine doppelgesichtige „Femme au chien“, ein drolliges Portrait seiner zweiten Ehefrau Jacqueline Roque mit Hund Kaboul von 1962, will 25 bis 30 Millionen Dollar sehen, sein „Mousquetaire à la pipe“ von 1968 aus der späten Schnellmalereiphase 20 bis 30 Millionen Dollar. Die anderen sechs Gemälde der Picasso-Suite liegen deutlich darunter. Fernand Léger kommt mit seinem späten Gruppenbild „Le Campeur“ einer Familie mit im Wasser spielenden Kindern von 1954 zum Zug (Taxe 6 bis 8 Millionen USD), Balthus mit seiner erotisch aufgeladenen Studie zwei Mädchen zu dem Gemälde „Le Salon“ von 1941 (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Ein seltener Gast auf den Abendauktionen ist Georges Rouault, der schon 1905 seine „Deux prostituées“ in drastisch sozialkritischer Art aquarellierte, als befände man sich im Verismus der 1920er Jahre (Taxe 200.000 bis 300.000 USD).

Neuerdings gliedert Sotheby’s südamerikanische Kunst in die „Impressionist and Modern Art“ ein. Dazu gehören diesmal die im violetten Farbmeer schwebenden Wassermelonenstücke Rufino Tamayos von 1980 unter dem Titel „Sandías“ (Taxe 4 bis 6 Millionen USD) und Joaquín Torres Garcías flächige, von Linien bestimmte „Construcción en blanco“ von 1931 mit Fischen, Uhr, Blumentöpfen, Männer- und Frauentorso sowie vielen weiteren Motiv- und Ornamentanleihen (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen USD). Ähnlich ist Alberto Giacomettis Bronze „Le Couple (Homme et Femme)“ von 1926 aufgebaut (Taxe 900.000 bis 1.500.000 USD). Typischer für Giacometti ist die Büste seines Bruders „Diego“ in ihrem schlanken überlangen Habitus von 1958 (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen USD). Schöne Beispiele aus der Skulpturenabteilung sind noch Aristide Maillols 1938/40 entworfene, aber erst jüngst gegossene Allegorie „La Rivière“ in Gestalt einer verdrehten liegenden Frau (Taxe 2 bis 3 Millionen USD), Rembrandt Bugattis still stehender „Éléphant au repos“ um 1909/10 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD) und Joan Mirós lustige und bunte bemalte „Personnage“ von 1967 (Taxe 5 bis 7 Millionen USD).

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



09.05.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Kunstwerk:

William Adolphe Bouguereau, La Jeunesse de Bacchus, 1881/83
William Adolphe Bouguereau, La Jeunesse de Bacchus, 1881/83

Kunstwerk:

Balthus, Étude pour „Le Salon“, 1941
Balthus, Étude pour „Le Salon“, 1941







Pablo Picasso, Femme au chien, 1962

Pablo Picasso, Femme au chien, 1962

Taxe: 25.000.000 - 30.000.000 USD

Losnummer: 33

Claude Monet, Prairie. Ciel nuageux, 1890

Claude Monet, Prairie. Ciel nuageux, 1890

Taxe: 6.000.000 - 8.000.000 USD

Losnummer: 30

Claude Monet, Meules, 1890

Claude Monet, Meules, 1890

Taxe: 55.000.000,- USD

Zuschlag: 97.000.000,- USD

Losnummer: 8

Pierre Bonnard, Femme à sa toilette (Le peignoir), um 1923

Pierre Bonnard, Femme à sa toilette (Le peignoir), um 1923

Taxe: 4.000.000 - 6.000.000 USD

Losnummer: 16

Paul Gauguin, Chemin sous les palmiers, 1887

Paul Gauguin, Chemin sous les palmiers, 1887

Taxe: 6.000.000 - 8.000.000 USD

Losnummer: 18

Rufino Tamayo, Sandías, 1980

Rufino Tamayo, Sandías, 1980

Taxe: 4.000.000 - 6.000.000 USD

Losnummer: 45

Pablo Picasso, Mousquetaire à la pipe, 1968

Pablo Picasso, Mousquetaire à la pipe, 1968

Taxe: 20.000.000 - 30.000.000 USD

Losnummer: 40

Balthus, Étude pour „Le Salon“, 1941

Balthus, Étude pour „Le Salon“, 1941

Taxe: 2.500.000 - 3.500.000 USD

Losnummer: 20

Gustave Caillebotte, Rue Halévy. Vue du sixième étage, 1878

Gustave Caillebotte, Rue Halévy. Vue du sixième étage, 1878

Taxe: 6.000.000 - 8.000.000 USD

Losnummer: 17




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