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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Messe-Nachbericht

Reduktion als Konzept: Die 53. Ausgabe der Art Cologne kam in diesem Jahr komprimierter daher und beschränkte sich auf nur noch zwei Ausstellungshallen. Die Kölner Messe punktete zwar bei den Besuchern, dennoch fehlt es der Art Cologne vergleichsweise an Internationalität

Kunstwerke als Trophäen



Fußboden von Christoph Ruckhäberle bei der Galerie Kleindienst aus Leipzig

Fußboden von Christoph Ruckhäberle bei der Galerie Kleindienst aus Leipzig

Weniger soll mehr sein. Ob die neue Strategie des Direktors der Art Cologne, Daniel Hug, die älteste Kunstmesse der Welt zu verschlanken und die reduzierte Zahl der Aussteller auf zwei statt bisher drei Hallen zu verteilen, aufging, können vielleicht die Besucherzahlen zeigen. 57.000 Besucher kamen in diesem Jahr auf die am 14. April beendete 53. Ausgabe der Art Cologne. Das ist immerhin ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Viele Händler und Fachbesucher lobten die neue Übersichtlichkeit. Andere sehnten sich jedoch nach dem überbordenden Angebot der Vorjahre zurück. Unter den teilnehmenden Galerien – 176 Aussteller aus 24 Ländern waren in diesem Jahr an den Rhein gereist – fehlte zum Beispiel mit der Galerie Konrad Fischer aus Düsseldorf einer der wichtigsten Platzhirsche aus dem Rheinland.


Die renommierteste deutsche Messe für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts punktete zudem nicht gerade mit Internationalität. Zwar hält die New Yorker Blue Chip-Galerie David Zwirner der Art Cologne seit vielen Jahren die Treue. Ansonsten überwogen im Teilnehmerfeld bis auf wenige Ausnahmen die Galerien aus dem deutschsprachigen Raum. Auch die angereisten Sammler, Kuratoren, Museumsleute, Journalisten und Kunstinteressierte kamen in erster Linie aus Deutschland mit Schwerpunkt auf Nordrhein-Westfalen. Nur vereinzelt waren Besucher aus den benachbarten Ländern Belgien und Niederlande zu sehen.

„Eine gute Messe muss sein wie ein englischer Club“, behauptet Daniel Hug. Gleichzeitig betont er die tiefe Verankerung der Art Cologne in der kunstsinnigen Stadt Köln: „Die Art Cologne liegt sehr nah an den Herzen der Kölner“, so Hug. „Das liegt aber auch an den Künstlern, wie wir sie kennen. Sie agieren einerseits global, pflegen aber auch den persönlichen Austausch.“ Der kontaktfreudige Kölner trägt das Herz auf der Zunge, sei es am Brauhaustisch im ungezwungenen Gespräch zwischen Sammlern, Künstlern und Kritikern oder beim Galerienrundgang am Samstagvormittag, wenn während des Bilderkaufs noch Zeit bleibt, Auswärtige mit Restauranttipps zu versorgen.

Und die Kunst? Eine Entdeckung auf der Art Cologne in der Sektion New Positions war der 1987 in Berlin geborene Fotograf Paul Hutchinson am Stand von Sabine Knust und Matthias Kunz aus München. Auf Hutchinsons zu Gruppen arrangierten Architekturaufnahmen, Stillleben und Alltagsfotografien lassen sich formale, farbliche und inhaltliche Querverbindungen herstellen. Die Fotografien wurden in verschiedenen Größen angeboten und können als Einzelbilder oder als Installation erworben werden. Die Gesamtinstallation kostet 32.000 Euro, die Einzelbilder je nach Größe 11.000 Euro (groß, Auflage 1 + 1 AP), 2.000 Euro (mittel, Auflage 5) und 1.100 Euro (klein, Auflage 8). Am Stand gegenüber machte die Eleni Koroneou Gallery aus Athen auf ein Gemälde und zwei Papierarbeiten der belgischen Newcomerin Nel Aerts aufmerksam. Die in Antwerpen lebende Flämin hat während einer Residency im Vincent van Gogh Huis im niederländischen Zundert überzeugende Selbstporträts mit vielen kunsthistorischen Referenzen angefertigt. Buntstiftzeichnungen mit dem Titel „The Other Self“ waren bereits für 1.500 Euro zu haben, ein mittelformatiges Gemälde auf Holz verlangte 4.200 Euro.

Die Zilberman Gallery aus Berlin und Istanbul stellte das rund 18minütige Ein-Kanal-Video „Operation Sunken Sea“ der 1980 in Kairo geborenen Künstlerin Heba Y. Amin vor. Ihre ironische Vision von dem irrwitzigen Plan, das Mittelmeer trockenzulegen, um Europa und Afrika auf dem Landweg miteinander zu verbinden, sorgte bereits auf der 10. Berlin Biennale 2018 für große Aufmerksamkeit. Ebenfalls am Stand: Die magisch-narrative Installation „23.52“ des 1976 in Kolumbien geborenen Pedro Gómez-Egaña, der in Norwegen lebt. Auf einem kleinen Nachttisch sind geheimnisvolle Objekte arrangiert. Ein bedrohlich über der Szene hin- und herschwingendes Pendel hat in die Objekte bereits eine Schneise geschlagen. Auf dem Wecker ist die Zeit kurz vor Mitternacht stehengeblieben. Pedro Gómez-Egaña hat bereits an vielen internationalen Biennalen teilgenommen, unter anderem an der Istanbul Biennale 2017.

Der 1940 in Hannover geborene Konzeptkünstler Timm Ulrichs erfährt in den letzten Jahren wieder großes Interesse. Die Galerie Wentrup aus Berlin präsentierte auf der Art Cologne Ulrichs Arbeit „Wachsender Stein“ aus den Jahren 2008/12. Auf einer Linie liegen sechs Exemplare eines Quarzsteins, die in ihrer Form identisch sind, jedoch in der Größe variieren. Sie sind in gleichem Abstand der Größe nach angeordnet, so dass der Eindruck entsteht, der Stein „wachse“. Ein weiterer Clou ist das Material. Alle Steine bestehen aus Bronze bis auf einen. Der Betrachter ist also aufgefordert zu entschlüsseln, bei welchem Exemplar es sich um den Originalstein handelt.

Eine besonders schöne Zusammenstellung von Vintage-Porträtfotografien zeigte die Kölner Galerie Julian Sander. Julian Sander ist der Urenkel des großen Porträtfotografen August Sander (1876-1964). Er beschäftigt sich genau wie sein Vater und Großvater mit dem fotografischen Vermächtnis August Sanders, der wie kaum ein anderer zu Beginn des 20. Jahrhunderts systematisch Bildnisse von Menschen aus allen Gesellschaftsschichten anfertigte. Seine betont sachlich gehaltenen Schwarz-Weiß-Aufnahmen von einem „Berufstätigen bürgerlichen Paar“, einem „Kunstgelehrten“, einem „Chauffeur“, vielen Künstlern und Schauspielern oder auch einem ausgelassenen „Lumpenball“ entstanden überwiegend Mitte der 1920er Jahre. Vielen jüngeren und zeitgenössischen Fotografen dient August Sander als Vorbild. Parallel zur Art Cologne hat Julian Sander in seinen Galerieräumen großformatige Schwarz-Weiß-Porträts von Politikern, Philosophen und Journalisten des Kölner Fotografen Oliver Abraham versammelt.

Eine Premiere feierte während der Art Cologne die eintägige Konferenz „Unlock“ zum Thema Kunst und Markt, organisiert vom Zeit Magazin und dem Kunstmagazin Weltkunst mit hochkarätigen Teilnehmern von der polnischen Sammlerin Grazyna Kulczyk bis zum Schweizer Über-Kurator Hans-Ulrich Obrist. Der Berliner Galerist Johann König plauderte aus dem Nähkästchen und erklärte seine Funktion als Galerist: „Ich sehe meine Aufgabe darin, an den Stellen anzusetzen, wo das Werk noch nicht die Anerkennung erfährt, die es verdient.“ Und der den Kunstmarkt kritisch hinterfragende Performance-Künstler Tino Sehgal kam zu der Feststellung: „Kunstwerke sind komplexe Gegenstände, aber keine Statussymbole, dann würde ich eher sagen: Trophäen.“

Kontakt:

KölnMesse GmbH

Messeplatz 1

DE-50679 Köln

Telefax:+49 (0221) 821 2574

Telefon:+49 (0221) 8210

E-Mail: info@koelnmesse.de



24.04.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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auf der Vernissage der Art Cologne 2019
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Konferenz „Unlock“: Mathias Ehlert (links) im Gespräch
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Arbeiten von Laura Schawelka bei der Galerie Filiale aus Frankfurt am Main

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Am Stand der Galerie Julian Sander aus Köln

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auf der Vernissage der Art Cologne 2019

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Isa Genzken, Untitled, 2018

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