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Drei Künstler erhalten Ars Viva-Preis

Karimah Ashadu erhält den Ars Viva-Preis 2020

Karimah Ashadu, Thibaut Henz und Cemile Sahin erhalten den Ars Viva-Preis 2020 des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. Neben einer Ausstellung in der Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst sowie dem Kunstverein in Hamburg dürfen sich die drei über einen Katalog, ein Preisgeld von je 5.000 Euro und eine Künstlerresidenz auf Fogo Island in Kanada freuen. Das Trio konnte sich gegen 46 weitere Bewerber unter 35 Jahren durchsetzen.

Karimah Ashadu, 1985 in London geboren, die Bildende Kunst, Kunstgeschichte und Architektur an der Reading School of Arts in Berkshire, danach Spatial Design am Chelsea College of Art und Design in London studierte und von 2014 bis 2016 Fellow bei De Ateliers in Amsterdam war, setzt sich mit Lohnarbeit auseinander. In ihren Filmen werden die Protagonisten meist im sozio-ökonomischen Kontext Nigerias präsentiert, etwa in einer Holzwerkstatt in der Lagune von Lagos, Bauern bei der Gewinnung von Palmöl oder Boxer in Slums. Meist behandelt sie männlich geprägte Strukturen, die sich unabhängig und parallel zu den politischen Verhältnissen in dem afrikanischen Land entwickelt haben. Ashadu mischt in ihren Filmen „dokumentarische mit fiktiven Elementen und setzt auf den Einsatz ungewöhnlicher technischer Mittel, mit denen sie die Wahrnehmung des Betrachters herausfordert“, so die Jury. Die Künstlerin wurde mehrfach ausgezeichnet, etwa auf dem Ann Arbor Film Festival und ist bis 2020 Edith-Breckwoldt-Stipendiatin im Künstlerhaus Frise in Hamburg.

Der aus Liège stammende Thibaut Henz, Jahrgang 1988, nutzt das eigene Umfeld für seine oftmals mit besonderem Blickwinkel und Details geschossenen Fotos. Der Absolvent der Weimarer Bauhaus-Universität in den Fächern Visuelle Kommunikation und Architektur stellt Personen- und Momentaufnahmen in starken Farbkontrasten und unterschiedlichen Bildformaten zu Serien zusammen. Die Jury erklärt: „Dadurch entstehen ungewöhnliche Bildkombinationen. In Ausstellungen gruppiert er seine Serien oftmals als Displays, die sich in der Fläche und oft auch über Raumecken erstrecken. Seine Bildkompositionen spielen mit neuen Ästhetiken und Sehgewohnheiten im digitalen Zeitalter.“ Bisher waren seine Fotos etwa in der Kunsthalle Wien, in der Kulturfabrik Apolda und dem Kunsthaus Erfurt zu sehen.

Für Cemile Sahin, 1990 in Wiesbaden geboren, ist die Verknüpfung von Wort und Bild essentiell. Sie greift auf Geschichten und Bilder zurück, die sie in Film und Text neu inszeniert. „Dadurch hinterfragt sie die Funktionalisierung von Medien und die Bedeutung verschiedener Perspektiven für die Geschichtsschreibung“, begründet die Jury. Ihre Analyse von Sprache, erklärt Sahin, sei immer grundiert von ihrer eigenen kurdischen Herkunft und vom Verlust der Sprache. Ferner nutzt sie das Medium der Collage und agiert als Autorin mit Texten, die bei Zeit Online, im Wetter Magazin und im Korbinian Verlag veröffentlicht wurden. Sahin studierte Bildende Kunst am Central Saint Martins College of Art and Design in London und ist Meisterschülerin an der Universität der Künste in Berlin. Im Oktober erscheint ihr Debütoman.

Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft vergibt den Ars Viva-Preis seit 1953 jährlich an junge, in Deutschland lebende Künstler, deren Arbeiten sich durch richtungsweisendes Potenzial und hohe künstlerische Qualität auszeichnen. Die Auszeichnung ist mit der Herausgabe eines zweisprachigen Katalogs und einer Künstleredition verbunden. Zu den bisherigen Gewinnern zählen etwa Georg Baselitz, Jeanne Faust, Omer Fast und Marina Abramovic. Die erste Station der aktuellen Preisträgerausstellung wird am 12. Oktober in der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig eröffnet. Die zweite Etappe bildet der Hamburger Kunstverein.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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