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Claude Lalanne gestorben

Claude Lalanne in ihren Schöpfungen

Claude Lalanne ist tot. Die französische Designerin und Bildhauerin starb gestern in Fontainebleau nahe Paris. Sie wurde 93 Jahre alt. Das teilte ihre Londoner Galerievertretung Ben Brown Fine Arts heute mit. Die 1925 in der französischen Hauptstadt geborene Künstlerin war vor allem für ihre verspielten und der Natur entnommenen Metallskulpturen berühmt. Gemeinsam mit ihrem Mann François-Xavier Lalanne gelang es ihr, Design mit Kunst zu vereinen, wie etwa in den berühmten Schaf-Hockern von 1974.

Claude Lalanne studierte Architektur an der École des Beaux-Arts und der École des Arts Décoratifs in Paris. In den 1960er Jahren lebten sie mit ihrem Mann im Stadtviertel Montparnasse, wo sie die Nachbarn von Constantin Brancusi waren. Dieser machte sie mit Kollegen wie René Magritte, Max Ernst oder Marcel Duchamp bekannt. Das Paar kombinierte moderne Methoden mit tradiertem Handwerk, mied die Abstraktion und den Funktionalismus, freute sich über humorvolle Schöpfungen und wurde als Duo „Les Lalanne“ bekannt. Claude favorisierte Werke mit zarten Flora- und Fauna-Elementen, die sie in Bezug zur Klassischen Antike, dem Barock und dem Surrealismus setzte. So amüsiert etwa ihre 2017 entstandene Bronzeskulptur „Choupatte“, zu Deutsch etwa „Kohlklaue“, mit der Kombination eines Kohlkopfes, den zwei Hühnerbeine tragen. Ihr „Crococurule“ von 1992/2009 zieht den Hut vor einem kurulischen Stuhl aus Bronze, den eine Krokodilhaut schmückt. Die begeisterte Gärtnerin schuf eine Welt der Fantasie und erklärte: „Ich träume, wenn ich wach bin. Es bleibt nichts übrig, wenn die Nacht vorbei ist.“

Claude Lalannes Fähigkeit, die Welt der Natur in ihren Entwürfen einzufangen, fand viele Bewunderer, darunter Tom Ford und Marc Jacobs. Sie fertigte mehrere Auftragsarbeiten für Yves Saint Laurent und Salvador Dalí an. Ihre Kunstwerke stehen in internationalen Museen, etwa im National Design Museum in New York, dem Musée Nationale d’Art Moderne oder dem Centre Georges Pompidou in Paris. Seit dem Tod ihres Mannes 2008 arbeitete die Künstlerin bis zuletzt mit Hilfe ihrer Tochter und Enkelin.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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