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Jac Leirner in Köln

Jac Leirner, Museum Bags, 1985-2006

Die brasilianische Künstlerin Jac Leirner hat gestern in Köln den Wolfgang-Hahn-Preis erhalten. Aus diesem Anlass fand zugleich die Eröffnung einer monografischen Ausstellung ihres Werkes im Museum Ludwig statt. Im Mittelpunkt der Schau steht die seit 1985 bis zur jüngsten Gegenwart weiterentwickelte Arbeit „Museum Bags“, die jetzt eigens für das Museum angekauft wurde und zukünftig in der ständigen Sammlung gezeigt werden soll. Die Arbeit besteht aus einfachen Plastiktüten, die die Künstlerin in verschiedenen Museumsshops erworben hat. Normalerweise vom Besucher benutzt, um Bücher oder Souvenirs vom öffentlichen Museum in den Privatraum zu befördern, werden sie hier zu einer großflächigen Collage. Darum herum gruppieren sich weitere Werke aus allen Schaffensphasen der Künstlerin, die an der Schnittstelle von Minimalismus und Konzeptkunst arbeitet und auch Institutionskritik nicht scheut.

Leirner wurde 1961 in São Paulo geboren, wo sie 1979 bis 1984 an der Fundação Armando Alvares Penteado studierte und heute noch lebt. Bereits in den frühen 1990er Jahren wurde sie einem internationalen Publikum bekannt, vor allem durch gleich drei institutionelle Einzelausstellungen 1991: im Institute of Contemporary Art in Boston, im Museum of Modern Art zu Oxford und im Walker Art Center in Minneapolis. Ein Jahr später war sie Teilnehmerin der neunten Kasseler Documenta. Bis in jüngste Zeit setzte sich ihre internationale Präsenz mit Retrospektiven und Ausstellungsbeteiligungen in São Paulo, Mexico City, Shanghai oder Dublin fort. Charakteristisch für ihre Arbeiten ist die Verwendung gefundener und gesammelter Materialien, die teilweise noch aus der Anfangszeit ihrer professionellen Tätigkeit etwa Mitte der 1980er Jahre stammen.

Jac Leirner ist die erste südamerikanische Künstlerin, die mit dem Wolfgang-Hahn-Preis geehrt wurde. Mit der Eröffnung ihrer Ausstellung fand die Präsentation einer Publikation zum 25jährigen Jubiläum der Auszeichnung statt. Der Preis wird seit 1994 jährlich von der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig verliehen und erinnert an den 1987 verstorbenen Chefrestaurator des Museums, der als Kunstsammler auch über seinen beruflichen Wirkungsbereich hinaus in der Kölner Kunstszene eine wichtige Rolle spielte. Mit der Auszeichnung verbinden sich der Ankauf eines Werks für die Sammlung des Hauses, eine Ausstellung und eine Publikation. Bisherige Preisträger waren unter anderem James Lee Byars, Cindy Sherman, Lawrence Weiner, Raymond Pettibon, Richard Artschwager, Kerry James Marshall und zuletzt im Jahr 2018 Haegue Yang.

Die Ausstellung „Jac Leirner. Wolfgang-Hahn-Preis 2019“ läuft bis zum 21. Juli. Das Museum Ludwig Köln hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, an jedem ersten Donnerstag im Monat bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 11 Euro, ermäßigt 7,50 Euro. Der Katalog kostet im Buchhandel 29,80 Euro, im Museum 25 Euro.

Museum Ludwig
Heinrich Böll Platz
D-50667 Köln

Telefon: +49 (0)221 – 221 26 165
Telefax: +49 (0)221 – 221 24 114

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


10.04.2019, Jac Leirner. Wolfgang-Hahn-Preis 2019

Bei:


Museum Ludwig Köln

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Jac Leirner, Museum Bags, 1985-2006
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in der Ausstellung „Jac Leirner. Wolfgang-Hahn-Preis 2019“
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Jac Leirner, Fase Azul, 1991
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Jac Leirner hat den Wolfgang-Hahn-Preis 2019 erhalten
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Künstler:

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