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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Vor allem die österreichische Malerei des 19. Jahrhunderts steht in der kommenden Auktion beim Kinsky im Mittelpunkt

Märchen mit Waldfee



Friedrich von Amerling, Regine in griechischem Kostüm, 1842

Friedrich von Amerling, Regine in griechischem Kostüm, 1842

Wieder einmal sind die Neueren Meister der stärkste Bereich beim Auktionshaus Kinsky in Wien. Einige der Malergrößen des 19. Jahrhunderts haben sich für die kommende Versteigerungsrunde eingestellt. Nach Anzahl der Losen und auch wertmäßig rangiert die jüngere vor der älteren Künstlerriege. Mit dabei ist der wohl bedeutendste Meister der österreichischen Porträtmalerei um die Mitte des 19. Jahrhunderts: Friedrich von Amerling. Nach ausgedehnten Reisen durch Europa, Kleinasien und Nordafrika war der Maler 1840 in Rom gelandet und hielt sich dort zwei Jahre lang auf. In der Ewigen Stadt entdeckte Amerling eine junge schöne Italienerin, die ihm mehrmals als Modell diente und im Werkverzeichnis als „Regine“ geführt wird. 1842 kleidete er sie in ein orientalisches-griechisches Kostüm, um ihr als „Morgenländerin“ in Seiden- und Brokatstoffen auf kostbaren Teppichen einen Hauch von nachdenklicher Exotik zu verleihen. Dass dies dem heimischen Publikum gefiel, macht niemand geringeres als der württembergische König Wilhelm II. deutlich, der das Genreportrait erwarb und es in seine berühmte Gemäldekollektion von Schloss Rosenstein bei Stuttgart integrierte, wo es bis 1922 hing. Schon im Mai 2014 war die bezaubernde „Regine in griechischem Kostüm“ beim Kinsky zugegen und erzielte 130.000 Euro. Jetzt geht sie erneut für 100.000 bis 150.000 Euro ins Rennen.


Dass es bei Friedrich von Amerling aber durchaus eine preisliche Fallhöhe gibt, zeigen zwei weitere Gemälde: Eine nicht ganz so ansprechende, aber immer noch hübsche „Junge Italienerin mit Perlenkette“ im verlorenen Profil soll 13.000 bis 20.000 Euro erwirtschaften, das Bildnis einer konkreten Person, eines gewissen Ferdinand Kaullas von 1847, sogar nur 3.000 bis 4.500 Euro. Bei der biedermeierlichen Portraitkunst treten zudem noch Moritz Michael Daffinger mit seiner Miniatur der Gräfin Kaunitz samt Schillerlocken (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR) und Johann Baptist Reiter an, der um 1869/70 eine junge, eben erwachte Dame mit Blumengruß zum Sinnbild des Morgens verwandelt hat. Die aktuelle Schätzung von 10.000 bis 15.000 Euro orientiert am drei Jahre alten Zuschlagspreis von 15.000 Euro im Linzer Dorotheum.

Das Biedermeier stellt insgesamt eine strake Fraktion in der Versteigerung am 9. April. Für die klare, fein ausgeführte Landschaftskunst stehen etwa Markus Pernharts „Maria Rain mit Blick auf die Koschuta in Kärnten“ (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR), Raimund Mössmers Sicht auf Bad Ischl und den Dachstein mit einigen Landleuten im Vordergrund (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR), Wilhelm Steinfelds Motiv aus dem Salzkammergut mit kleinem Wasserfall und Bachlauf (Taxe 2.500 bis 4.000 EUR) oder Josef Willroiders fast ein wenig naive Burgruine Landskron am Ossiachersee von 1856 (Taxe 6.000 bis 12.000 EUR). Friedrich Gauermann zoomte näher heran und hielt 1847 eine Hirtin und einen Hirten samt Kühen und Schafen bei der Mittagsruhe unter einem Baum fest (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR). Dass der Tiermaler Gauermann auch aufgewühlte Szenen umzusetzen wusste, bezeugt eine Holztafel von 1849, auf der zwei Füchse eben schnatternden Wildenten hinterherjagen (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR).

Venedig war und ist beliebt

Wieder friedlich geht es bei Ferdinand Georg Waldmüller zu, der 1827 einen Veteranen aus den Napoleonischen Kriegen mit seinen drei Enkelkindern bei einem Ausflug wohl in die Weinberge südlich von Wien schilderte (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Ganz ohne erzählerisches Personal kommt sein Landweg mit Bauerngehöft aus, den er um 1850 wohl in der Hinterbrühl südwestlich von Wien mit großer Wirklichkeitstreue erfasste (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR). Rudolf von Alt war ein viel beschäftigter Vedutenmaler und Aquarellist, der gerne in den Süden reiste. 1867 sah er etwa die Fassade der Kirche Santa Maria della Catena in Palermo (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR) und auch die Vorhalle von San Marco in Venedig reicherte er 1896 mit Staffagefiguren an (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR). Für die Andenkenkäufer warf Antonietta Brandeis ihren Blick über die Piazzetta San Marco vorbei am Dogenpalast auf die Klosterinsel San Giorgio Maggiore (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR), Karl Kaufmann schuf 1891 ein abendliches venezianisches Pasticcio mit großem Segelboot im Vordergrund (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR), und Carl Schuch nahm den Betrachter um 1881 in sein dunkles, von Brauntönen bestimmtes Atelier in Venedig mit (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR).

Die Sachwalter des sogenannten Stimmungsimpressionismus reden in der Auktion ein bedeutendes Wort mit. Noch recht realistisch ist Tina Blaus „Blick auf Taufers in Südtirol“ von 1900 ausgearbeitet (Taxe 28.000 bis 50.000 EUR). Ihre Kollegin Marie Egner wählte für ihren „Bauernhof im Gasteinertal“ schon einen deutlich kleineren Ausschnitt (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR) und ließ um 1879 nur noch gelbe „Teerosen und Veilchen“ in einem Korb nebst Wasserglas sprechen (Taxe 50.000 bis 75.000 EUR). Ihre Szenerie einiger Säulenreste in südlicher Palmenvegetation auf Korfu um 1891 verlangt dann 18.000 bis 25.000 Euro. Zudem ist Egner mit einer größeren Anzahl von Bleistiftskizzen und Aquarellen vertreten, die einen Einblick in ihre Bildfindung geben (Taxen zwischen 1.000 und 3.000 EUR). Mit Olga Wisinger-Florian ist das weibliche Dreigestirn dieser Richtung dann vollkommen, die sich mit ihrer sommerlichen „Kukuruzernte“ (Taxe 18.000 bis 30.000 EUR) oder ihrer um 1896 etwa zeitgleich entstandenen „Dämmerung“ mit einem Marterl im Kornfeld am ehesten der Unschärfe einer Impression nähert (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

In diese Preiskategorie reihen sich zudem Emil Jakob Schindlers fast noch studienhafte Schafherde im Wald (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR), Eduard Zetsches sommerliches Motiv aus einer kleinen Stadt mit Mauerbefestigung um 1883 (Taxe 7.000 bis 14.000 EUR) oder Theodor von Hörmanns sonniges Panorama des Hohen Göll bei Berchtesgaden um 1879 ein (Taxe 8.000 bis 16.000 EUR). Robert Russ entführt den Betrachter dann wieder in südlichere Gefilde und zeigt ihm in seinen typischen Farbtupfern einen Brunnen bei Voscol am Gardasee mit einigen Frauen beim Wasserholen von etwa 1910 (Taxe 18.000 bis 36.000 EUR) oder die nahebei gelegene „Straße bei Roverto“ um 1912 in ebenfalls heller Palette (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Die Form am weitesten aufgelöst hat August Xaver Karl Ritter von Pettenkofen bei seinem „Markt im Szolnok“ und somit die staubige Hitze in der ungarischen Tiefebene eingefangen (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR). Schon weit in Richtung Moderne weist Karl Mediz’ „Waldfee“ von 1894. In einer altmeisterlichen, nahezu perfekten Malweise hat der Österreicher sein Modell in einem blauen, reich bestickten Gewand zwischen märchenhaft unwirklichen Baumstämmen platziert und changiert gekonnt zwischen Symbolismus und Naturalismus. Dafür sind dann hohe 180.000 bis 280.000 Euro anvisiert.

Ein Amor an der Schnittstelle

Von seinem Entstehungsjahr 1827 hätte Carl Josef Alois Agricolas „Amor mit Pfeil und Bogen“ noch zu den Neueren Meistern gehört. Doch vereint der kindliche Gott der Liebe mit seiner bubenhaften Keckheit und seinen blonden Locken, der in wuchernder Natur an einem Gewässer entlangläuft, rokokohafte Leichtigkeit, klassizistische Präzision der Zeichnung und die menschliche Nähe des Biedermeier und entspricht dem antiken Ideal eines schönen Jünglings (Taxe 50.000 bis 80.000 EUR). Noch ganz dem Rokoko zugehörig ist Johann Eleazar Zeissigs Leinwand „Die erste Musikstunde“, die ein Musiker an der Laute einem jungen Mädchen erteilt (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR). Die heitere Gelassenheit und beschauliche Zufriedenheit dieser Epoche strahlt auch Gabriel François Doyens junge Lesende mit ihrem Schoßhund aus (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR). Ein schon staatstragendes Portrait des späteren Kaisers Joseph II. schuf 1748 Johann Michael Militz und kleidete den Siebenjährigen dazu in eine Rüstung und Prunkgewänder (Taxe 8.000 bis 16.000 EUR).

Etwas naiv und konstruiert mutet Franz Michael Schmidts figurenreiche Marktszene vor einer Stadt an. Kein Wunder, dass er von seinem berühmteren Bruder Martin Johann Schmidt, dem sogenannten „Kremser Schmidt“, überflügelt wurde (Taxe 10.000 bis 18.000 EUR). Noch 1701 hat sich Joseph Orient am Ideal der über 100 Jahre älteren Weltlandschaft orientiert und sein Flusstal mit Burgen, Ortschaften und hohen Bergen im Hintergrund um eine Bauernkirmes bereichert (Taxe 7.000 bis 12.000 EUR). Für die Gattung Stillleben tritt der gebürtige Danziger Maler Philipp Sauerland an, der 1729 einen fachmännisch getroffenen Auerhahn und eine Auerhenne vor einen Felsblock setzte (Taxe 4.500 bis 8.000 EUR).

Im deutschen Kulturkreis bleibt es mit Wolfgang Heimbachs „Vergolderin“, die er geschickt von einer einzigen punktförmigen Lichtquelle beleuchten lässt und damit Hell-Dunkel-Effekte erzeugt (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR), und Georg Gärtner d.J. Der Maler aus der sogenannten „Dürer-Renaissance“ um 1600 ist mit seinem Christus als Schmerzensmann seinem großen Nürnberger Vorbild gefolgt (Taxe 8.000 bis 16.000 EUR). Noch etwas älter sind eine Anbetung der Hirten bei Tag in einem Stall aus der Werkstatt Lucas Cranachs d.J. um 1560/70 (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR) und die spätgotische Altartafel mit dem Martyrium der heiligen Apollonia aus dem Umkreis von Rueland Frueauf d.Ä. (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR).

Einige schöne Gemälde hält die flämische Kunst bereit. Auf kleinem Format hat Frans Boels in den 1590er Jahren eine Rast bei der Kornernte als Allegorie des Sommers ausgeführt und die weite Talsenke verblauend in die Tiefe geführt (Taxe 8.500 bis 13.000 EUR). Frans de Momper malte in den 1630er Jahren eine Winterlandschaft an einem Fluss und gruppierte seine Häuser und Personen um einen zentralen Baum im Vordergrund (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR). Etwa gleichalt sind die vier Putten mit Vögeln, Fischen, Blumen und einem Feuerkessel als Allegorie der Vier Elemente, für die sich der Landschafts- und Blumenmaler Jan Breughel d.J. und der Figurenmaler Hendrik van Balen d.Ä. zusammengetan haben. Sie ist günstig mit 15.000 bis 25.000 Euro angesetzt. Deutlich mehr Personal fährt Pieter Meulener in den 1640er Jahren auf, um seine Schlacht mit Reitern und Fußvolk an einer Furt am Waldesrand zu illustrieren (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 9. April um 15 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 19 Uhr, am Wochenende von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.imkinsky.com.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



08.04.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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