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Balkrishna Doshi im Vitra Design Museum

Balkrishna Doshi, Architekturbüro Sangath, Ahmedabad 1980

Im vergangenen Jahr wurde der indische Architekt und Stadtplaner Balkrishna Doshi als Erster seines Landes mit dem renommierten Pritzker-Preis geehrt. Nun widmet das Vitra Design Museum in Weil am Rhein dem 1927 geborenen Meister die erste umfassende Retrospektive außerhalb des asiatischen Kontinents. Anhand von Originalzeichnungen, Modellen, Fotografien, Filmen und mehreren begehbaren Rauminstallationen werden Doshis Hauptwerke zwischen 1958 und 2014 vorgestellt. In diesen fast sechzig Jahren zeichnete er für mehr als hundert Projekte fast ausschließlich in seinem Heimatland verantwortlich. Studiert hatte er ab 1947 an der Sir J. J. School of Architecture in Bombay. Zwischen 1951 und 1954 hielt er sich in Europa auf und arbeitete unter anderem im Büro von Le Corbusier. 1954 nach Indien zurückgekehrt, wirkte er bei Planung und Ausführung der Bauten in der neu gegründeten Stadt Chandigarh mit. Er ließ sich in Ahmedabad nieder und gründete 1956 sein eigenes Architekturbüro. Es entstanden erste eigenständige Werke wie 1957/60 eine Textilarbeitersiedlung in Ahmedabad oder 1963 das Indian Institute of Management in Bangalore.

Seit 1962 wirkte Balkrishna Doshi mit Louis Kahn an Hochschulbauten in Ahmedabad zusammen und zeichnete unter anderem für das Institute of Indology verantwortlich. Internationale Bekanntheit erlangte er vor allem seit den 1980er Jahren mit einer Reihe großangelegter Stadtplanungen, insbesondere 1984/86 für Vidhyadhar Nagar, einen Vorort von Jaipur. In zunehmender Loslösung von Le Corbusier bezog Doshi in immer größerem Maße regionale Eigenarten und historische Bezüge der indischen Baukultur in seine Planungen ein. So erinnern seine Schöpfungen gelegentlich an Tempelanlagen oder greifen Straßen- und Hausstrukturen altindischer Stadtanlagen auf. Die Integration der Natur in seine Bauten und damit gewissermaßen eine Ökologisierung der Architektur waren ihm ebenfalls wichtig. Seine internationale Reputation, die er genießt, obwohl er im Ausland fast nichts gebaut hat, verdankt er aber auch der Tatsache, dass er mit seinen Projektideen bezahlbaren Wohnraum für viele Angehörige der weniger vermögenden Bevölkerungsschichten schuf und trotz der gewaltigen Dimensionen der auf das rasante Bevölkerungswachstum abgestimmten Projekte möglichst individuelle Bedürfnisse zu befriedigen vermochte.

Die diesem Anliegen entsprechend mit dem Untertitel „Architektur für den Menschen“ versehene Ausstellung über Balkrishna Doshi läuft bis zum 8. September. Das Vitra Design Museum hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 11 Euro, ermäßigt 9 Euro. Der Katalog kostet 59,90 Euro.

Vitra Design Museum
Charles-Eames-Straße 1
D-79576 Weil am Rhein

Telefon: +49 (0)7621 - 702 32 00
Telefax: +49 (0)7621 - 702 35 90


03.04.2019

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Balkrishna Doshi, Architekturbüro Sangath, Ahmedabad 1980
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