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Wohlstand als Obsession: Die Hamburger Deichtorhallen präsentieren in der Ausstellung „Generation Wealth“ Bilder und Filme der US-amerikanischen Dokumentarfotografin Lauren Greenfield. Die Schau gibt sich kritisch, hinterlässt aber dennoch einen schalen Nachgeschmack

Wenn ich einmal reich wär’...



Lauren Greenfield, Moscow Society. Ilona at home with her daughter, Michelle, 4, Moscow, 2012

Lauren Greenfield, Moscow Society. Ilona at home with her daughter, Michelle, 4, Moscow, 2012

Getunte Körper, Fertigbeton-Villen im Versailles-Stil, posierende Lolitas, schnelle Autos, protziger Schmuck und sündhaft teure Handtaschen: Auf den Fotografien und in den Filmen der Amerikanerin Lauren Greenfield, Jahrgang 1966, wird das Leben der Rich and Famous in seiner ganzen Dekadenz abgebildet. Das Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen zeigt jetzt in der Ausstellung „Generation Wealth“ 200 Werke der Fotografin, die überwiegend in den USA, Brasilien, Mexiko, Frankreich, China und Russland entstanden sind. Flankiert werden die Aufnahmen von umfangreichen Wandtexten mit Interviewäußerungen der Porträtierten.


Die Pressefotografin Greenfield erregte in den vergangenen 20 Jahren mit Bildstrecken in der New York Times sowie in Magazinen wie National Geographic, Time oder People große Aufmerksamkeit. Einem internationalen Publikum bekannt geworden ist sie auch mit ihrem abendfüllenden Dokumentarfilm „Generation Wealth“, in dem sie ausführliche Interviews mit reichen Celebrities führt. Der Film ist vor wenigen Wochen auch in den deutschen Kinos angelaufen.

„Früher galt es, mit den Nachbarn von nebenan mitzuhalten, heute heißt es: Keeping up with the Kardashians“, konstatiert Lauren Greenfield, die selbst aus einer eher linksalternativen Mittelklassefamilie in Los Angeles stammt. Auf deutsche Verhältnisse heruntergebrochen, vermag diese weit verbreitete Mentalität vielleicht den Erfolg einer Trash-TV-Serie wie „Die Geissens – Eine schrecklich glamouröse Familie“ erklären. Lauren Greenfield baute ihre Kontakte in die glamouröse Welt russischer Oligarchen, steinreicher Hollywood-Stars und fragwürdiger Finanzjongleure über die letzten Jahrzehnte kontinuierlich aus. Mit ihrer Kamera hielt sie offenbar bei jeder sich bietenden Gelegenheit einfach drauf: eher schnappschussartig als analytisch, eher plump-vertraulich als künstlerisch. Aus einem Konvolut von über 500.000 Fotografien wählte sie meist mittelformatige Aufnahmen für die Deichtorhallen aus. Einige wenige ihrer Fotografien wurden für die Ausstellung groß aufgezogen und als Tapete auf die Wände geklebt, quasi als Gliederung und Eyecatcher.

„Bei Generation Wealth geht es um alles, was uns wertvoll erscheint“, erläutert Lauren Greenfield, „Schönheit, Jugend, Sexualität und Branding.“ „Generation Wealth“ versteht sich als ein Gesamtprojekt: internationale Ausstellungstournee, teures Coffee Table Book und Film. Die Marketingmaschine läuft auf Hochtouren. Die Organisatoren der Ausstellung betonen zwar das „außergewöhnliche Vertrauensverhältnis, welches Greenfield zu den Personen aufbauen konnte“. Doch genau darin liegt auch die Krux dieser Bilder. Statt die oberflächlichen Inszenierungsstrategien ihrer Protagonisten wirklich zu entlarven, tappt Greenfield selbst in die Falle der Oberflächlichkeit. Als Fotografin, Filmemacherin und Interviewerin hält sie keine ausreichend professionelle Distanz. Einer ihrer dubiosen Vertrauenspersonen, dem in den USA bis heute mit Haftbefehl gesuchten deutschen Finanzspekulanten Florian Homm – er soll Anleger um 200 Millionen US-Dollar geprellt haben –, wurde auf der Pressekonferenz quasi der rote Teppich ausgerollt. Der angeblich geläuterte Finanzhai gibt sich jetzt als mildtätiger Christenmensch und Marienverehrer. Von Greenfield wurde er völlig naiv als Freund und Door-Opener präsentiert.

Im Vergleich zu wesentlich kritischer, unabhängiger und künstlerischer arbeitenden Fotografen wie Martin Parr, David LaChapelle oder Alec Soth, die sich mit bissiger Ironie oder ästhetischer Überhöhung ihren Protagonisten annähern, bleiben Greenfields Fotografien flach, oft uninspiriert im Bildaufbau, komplizenhaft und affirmativ. Auch ihr Versuch einer analytischen Auseinandersetzung mit den Verlierern des Amerikanischen Traums und dem Aufstieg der „Superrich“ in der Ära Trump bleibt zaghaft. Gerade wenn man ihren Ansatz etwa mit der kompromisslos-kritischen Herangehensweise an das Amerika der Trump-Ära vergleicht, für die der Dokumentarfilmer Michael Moore berühmt-berüchtigt ist, wirkt Greenfield eher wie ein Groupie als wie eine unabhängige Beobachterin. Für das Haus der Photographie ist diese Schau eine verpasste Chance, für Liebhaber wirklich qualitätvoller Fotokunst ein Ärgernis.

Die Ausstellung „Lauren Greenfield – Generation Wealth“ ist bis zum 23. Juni zu sehen. Das Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, jeden ersten Donnerstag in Monat von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 7 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er frei. Der voluminöse Katalog in englischer Sprache aus dem Phaidon Verlag kostet in der Ausstellung 49,95 Euro, im Buchhandel 69,95 Euro.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 10 30

Telefax:+49 (040) 32 10 32 30

E-Mail: info@deichtorhallen.de



03.04.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


30.03.2019, Lauren Greenfield - Generation Wealth

Bei:


Deichtorhallen Hamburg

Variabilder:

Lauren Greenfield, Moscow
 Society. Ilona at home with her daughter, Michelle, 4, Moscow, 2012
Lauren Greenfield, Moscow Society. Ilona at home with her daughter, Michelle, 4, Moscow, 2012

Variabilder:

in der Ausstellung „Lauren Greenfield – Generation Wealth“
in der Ausstellung „Lauren Greenfield – Generation Wealth“

Variabilder:

in der Ausstellung „Lauren Greenfield – Generation Wealth“
in der Ausstellung „Lauren Greenfield – Generation Wealth“

Variabilder:

Lauren Greenfield, Jackie, 41, and friends with Versace handbags at a private opening at the Versace store, Beverly Hills, 2007
Lauren Greenfield, Jackie, 41, and friends with Versace handbags at a private opening at the Versace store, Beverly Hills, 2007

Künstler:

Lauren Greenfield







in der Ausstellung „Lauren Greenfield – Generation Wealth“

in der Ausstellung „Lauren Greenfield – Generation Wealth“

in der Ausstellung „Lauren Greenfield – Generation Wealth“

in der Ausstellung „Lauren Greenfield – Generation Wealth“

Lauren Greenfield, Jackie, 41, and friends with Versace handbags at a private opening at the Versace store, Beverly Hills, 2007

Lauren Greenfield, Jackie, 41, and friends with Versace handbags at a private opening at the Versace store, Beverly Hills, 2007




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