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Anna Oppermann in Bielefeld

Anna Oppermann, Künstler sein (Zeichnen nach der Natur, zum Beispiel Lindenblütenblätter), 1969-1985

Ab diesem Wochenende zeigt die Kunsthalle Bielefeld Werke von Anna Oppermann. Im Zentrum der Ausstellung präsentieren die Kuratoren Friedrich Meschede und Meta Marina Beeck das umfangreiche Ensemble „Künstler sein (Zeichnen nach der Natur, zum Beispiel Lindenblütenblätter)“. Die raumfüllende, aber kleinteilige Installation steht programmatisch für das Selbstverständnis einer neuen Künstlergeneration in den 1960er und 1970er Jahren, die inhaltliche und formale Grenzen aufzubrechen suchte. Anna Oppermanns Kunst reflektiert gängige Künstlerbilder und die Erwartungen des Kunstbetriebs. Dabei artikuliert sie den Anspruch, gleichberechtigt als Künstlerin neben ihren männlichen Kollegen wahrgenommen zu werden. Ihre „Ensembles“, wie Anna Oppermann ihre Installationen nannte, stellen den Betrachter vor eine Herausforderung: Über 1000 Einzelteile – Gegenstände, Fotos, Zeichnungen, Zeitungsausschnitte, Selbstgeschriebenes, Abgeschriebenes, Zettel, Fotos von den Zeichnungen und immer wieder Fotos von vorherigen Zuständen des Ensembles – wuchern in den Raum und lassen sich mit dem Auge kaum fassen.

Als zweiten Teil der Schau stellt die Kunsthalle Bielefeld erstmals das malerische Frühwerk Anna Oppermanns in einem musealen Kontext vor. Diese meist noch zweidimensionalen Werke bestehen neben zahlreichen Zeichnungen auf Papier und Karton aus Blei- und Buntstiftzeichnungen mit Collageelementen auf Hartfaserplatten, die in ihrer Motivik und Farbigkeit Einflüsse von Dada, Surrealismus und Pop Art aufweisen. So entstehen knallbunte aber zugleich mit düsteren Stimmungen aufgeladene Bilder. Die Formen sind von kindlicher Einfachheit geprägt, die tiefgehenden Botschaften jedoch voll von anspruchsvoller und verwirrender Komplexität. Thematisch orientiert sich Anna Oppermann auch hier schon an gesellschaftspolitischen Fragen, vornehmlich der Gleichberechtigung von Mann und Frau, individuellen Ängsten und sozialen Erwartungen. Der eigene Status als Frau, Mutter und Künstlerin ist dabei der Ausgangspunkt für ihre Betrachtung allgemeiner gesellschaftlicher Strukturen.

Anna Oppermann wurde im Jahr 1940 als Regina Heine in Eutin geboren. Von 1962 bis 1968 studierte sie an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg Malerei, Grafik und Kunsterziehung und parallel dazu an der Universität Hamburg Philosophie. Ab Mitte der 1970er Jahre wurde sie, die sich als freischaffende Künstlerin den Namen Anna Oppermann zugelegt hatte, selbst Kunstprofessorin, unter anderem in Hamburg, Wuppertal und Berlin. Ihre Werke waren international zu sehen, beispielsweise 1977 und 1987 an der Documenta oder 1984 auf der Biennale in Sydney. Ihre Arbeit brachte ihr zahlreiche Preise und Stipendien ein: 1977 erhielt Oppermann den Villa Romana-Preis und den Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg, 1982 einen Förderpreis beim Berliner Kunstpreis, drei Jahre später wurde sie von der Heitland Foundation geehrt, und auch eines der renommierten Barkenhoff-Stipendien wurde ihr 1987 zugesprochen. Anna Oppermann starb 1993 in Celle in Niedersachsen. Seit 2011 vergibt die Universität der Künste Berlin den Anna-Oppermann-Preis an angehende Kunstlehrer.

Die Ausstellung „Anna Oppermann. Künstler sein“ läuft vom 23. März bis zum 28. Juli. Die Kunsthalle Bielefeld hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 21 Uhr und samstags schon ab 10 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Ein Katalog erscheint im Laufe der Ausstellung.

Kunsthalle Bielefeld
Artur-Ladebeck-Straße 5
D-33602 Bielefeld
Telefon: +49 (0)521 – 329 99 500
Telefax: +49 (0)521 – 329 99 50 50

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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Veranstaltung vom:


23.03.2019, Anna Oppermann - Künstler sein

Bei:


Kunsthalle Bielefeld

Bericht:


Wuchernde Ensembles offener Prozesse

Variabilder:

Anna Oppermann, Künstler sein (Zeichnen nach der Natur, zum Beispiel
 Lindenblütenblätter), 1969-1985
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Anna Oppermann, Frühwerk Nr. 162, 1971
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Anna Oppermann, Frühwerk Nr. 374, 1965-1968
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Anna Oppermann, Gurken und Tomaten (Frau sein), 1968-1976
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Künstler:

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