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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Schmuckismus in München

Dass Schmuck mehr sein kann als wertvolles Material, Glitzern, Funkeln und Statussymbol, beweist die Neue Sammlung in ihrer aktuellen Ausstellung. Dafür hat das staatliche Design Museum in München die Goldschmiedin Karen Pontoppidan, Professorin für Schmuck an der Akademie der Bildenden Künste München, eingeladen, die Präsentation in der Pinakothek der Moderne zu kuratieren. Die Dänin wählte 30 zeitgenössische Schmuckkünstler aus verschiedenen Ländern aus, die zu bereits vorhandenen Objekten für die Schau Neuanfertigung kreiert haben. Somit sind rund 150 Werke aus einem Zeitraum von 15 Jahren zu sehen. Neben der Schmuckauswahl gestaltete Pontoppidan auch die Schau. Die Vitrinen bestehen aus einfachen Tischlerplatten in Pressspanoptik und hängen an den Säulen der Rotunde. Sie erinnern an einfache Informationsschaukästen. Die Objektüberschriften schrieb Pontoppidan auf gewöhnliches Papier.

Auftakt der Schau macht die Arbeit „Körperschmuck Abwehrreaktion“ von Brigitte Lang aus dem Jahr 1982, die jedoch keines der Schmuckstücke ist. Mit der Vulva, die von einer Halskette gerahmt wird, hinterfragt die österreichische Künstlerin die gesellschaftlichen Normen und Rollen und formuliert den Leitgedanken der Ausstellung. Denn nach Pontoppidan dient Autorenschmuck heute weniger als Selbstreflexion, eher als Medium, um gesellschaftsrelevante Inhalte wie Ökologie, Konsum und Feminismen wiederzugeben. Das Einzelstück lässt sich dabei von seiner Umgebung beeinflussen. Ein Beispiel hierfür sind die Ansteckplatten der niederländischen Schmuckkünstler Paul Derrez und Willem Hoogstede. Seit den 1970er Jahren trugen die beiden eine Sammlung von Buttons zusammen, auf denen eine politische Aussage abgedruckt ist.

Petra Zimmermann schuf 2003 die Brosche „Important Meeting“. Mit den zwei in Anzug gekleideten Männern in Rückansicht, von denen der größere dem kleineren vertraulich die Hand auf die Schulter legt, übt sie Kritik an männlichen Machtstrukturen in Politik und Wirtschaftsleben. Göran Kling ironisiert mit „Replica One“ von 2010 das Streben nach Reichtum. Sein Armschmuck entspricht in Form und Material einer hochwertigen Armbanduhr, jedoch ließ er das Ziffernblatt weg, stattdessen bleibt nur eine glatte runde Fläche. Die Brosche von Shachar Cohen aus der Serie „Rated R“ von 2018 erscheint wie flüssiges Metall und bildet eine abstrakte tropfenartige Form aus.

Die Ausstellung „Schmuckismus“ läuft bis zum 16. Juni. Die Pinakothek der Moderne hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro, jeden Sonntag für alle 1 Euro. Begleitend zur Schau erscheint ein Katalog, der für 24 Euro erhältlich ist.

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
D-80333 München

Telefon: +49 (0)89 – 23 805 360

Quelle: Kunstmarkt.com/Katja Hock

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