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Barbara Hammer gestorben

Barbara Hammer ist ihrem Krebsleiden erlegen

Am vergangenen Samstag starb die Filmmacherin Barbara Hammer in New York. Sie erlag ihrer langjährigen Krebserkrankung im Alter von 79 Jahren. Das teilte ihre deutsche Galerievertretung KOW in Berlin mit. Die Videokünstlerin gilt als Pionierin des lesbischen Films und setzte sich besonders für die Gleichberechtigung von Frauen ein. Hammer produzierte über 90 Experimental- und Dokumentarfilme. Zusätzlich dazu existieren viele Zeichnungen, Collagen, Skulpturen, Fotografien und Texte. Durch ihr Coming-out in den 1960er Jahren befasste sie sich mit kritischen Themen, wie sozialer Ungerechtigkeit und der Rolle der Frau in der Gesellschaft.

Hammers frühe Arbeiten wirken radikal und unerschrocken. Das vierminütige Werk „Dyketactics“ von 1973/74 zeigt nackte junge Frauen, wie sie über eine Wiese toben. Sie singen, lachen und berühren sich. Darüber legte Hammer eine minimalistische Synthesizer-Tonspur. Diese visuelle Lebensfreunde verstanden viele Zuschauer falsch und deuteten den Film pornografisch. Die Künstlerin ließ sich jedoch nicht beirren und beschäftigte sich in ihren Arbeiten vermehrt mit dem weiblichen Körper und dem queeren Begehren. Für Hammer war es besonders wichtig, Transparenz bezüglich Homosexualität zu erzeugen. In einem Aufsatz von 1993 schreibt sie: „Das Streben nach Sichtbarkeit war das zentrale Anliegen für Lesben, die in dieser Zeit Kino machten, aus dem einfachen und traurigen Grund, dass nur wenige oder gar keine Bilder, Vorstellungen oder Repräsentationen verfügbar waren. Der Platz auf der Leinwand – davor und dahinter – war leer.“ Die Videokünstlerin nutzte für ihre Arbeiten collagenartiges Material, unter anderem historische Fotos, Ruinenaufnahmen, Buchcover und klassische Musik.

Barbara Hammer, 1939 in Hollywood geboren, studierte Psychologie, Literatur und Filmwissenschaften an der University of California in Los Angeles. Danach wandte sie sich der experimentellen Filmproduktion zu. Mit dreißig Jahren verließ sie ihren Mann, outete sich und wurde in den späten 1960er Jahren Teil der feministisch-lesbischen Bewegung. Später begegnete Hammer der Menschenrechtaktivistin Florrie Burke, mit der sie über 30 Jahre lang in einer Beziehung lebte. 2006 folgte die Diagnose Krebs, die sie in „A Horse Is Not A Metaphor“ von 2009 aufarbeitete. Für ihr Werk erhielt Barbara Hammer im selben Jahr einen Teddy Award der Berlinale. Auch in „Evidentiary Bodies“ von 2018 thematisierte sie auf sehr persönlicher Ebene ihre Krebserkrankung. In den letzten Jahren setzte sich die Künstlerin zudem für Sterbehilfe ein.

Quelle: Kunstmarkt.com/Katja Hock

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