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Anton Graffs Porträts in Dresden

Anton Graff, Selbstbildnis mit 58 Jahren

Die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden widmet sich in ihrer aktuellen Studio-Ausstellung Anton Graff. Der 1736 in Winterthur geborene Künstler bewarb sich 1765 erfolgreich um die Stelle des kurfürstlich-sächsischen Hofmalers. Der Schweizer blieb seiner neuen Heimat bis zu seinem Tod 1813 treu. Seine Bildnisse des Adels und des aufstrebenden Bürgertums erfreuten sich großer Beliebtheit. Das Museum gibt nun in zwei Räumen mit etwa 25 Gemälden einen Überblick zur Porträtkunst des Wahl-Dresdners. Die Exponate aus der eigenen Sammlung zeigen vorwiegend sitzende Figuren im Halbporträt und einige Werke, die die Person in voller Größe präsentieren, etwa die zwei Ehebildnisse von Maria Josepha und Carl Adolph von Carlowitz. Zudem sind vier seltene Landschaftsbilder zu sehen, die aus dem Spätwerk Graffs stammen und seine damaligen Tendenz zu Naturmotiven und der Romantik illustrieren. Zwei Grafiken aus dem Kupferstich-Kabinett verdeutlichen die breite Reproduktion seiner Gemälde.

Anton Graff absolvierte seine Ausbildung an der Zeichenschule von Johann Ulrich Schellenberg in Winterthur und wechselte 1756 nach Augsburg zu dem Radierer Johann Jakob Haid. Der beliebte Maler sollte Bildnisse vieler Adeligen, Poeten und Denker festhalten, darunter Friedrich den Großen, Friedrich Schiller und Johann Gottfried Herder. Seit 1789 lehrte Graff an der Akademie in Dresden und wirkte stilbildend für die nachfolgende Künstlergeneration. Der Schweizer Philosoph und Aufklärer Johann Georg Sulzer sagte bewundernd, dass sein Landsmann nicht nur den Leib, sondern auch den Geist des Dargestellten auf die Leinwand zu bannen wisse.

In drei Selbstbildnissen des Malers aus seiner jungen, mittleren und späten Schaffensphase zeigt sich auch seine künstlerische Entwicklung. Die Gemälde, die Graff von sich mit 29 und 58 Jahren schuf, wurden jüngst restauriert. Ein leuchtender Komplementärkontrast der grünen Jacke und der roten Seidenhose charakterisiert das ältere Werk. Graff sitzt auf einem Stuhl mit überschlagenen Beinen und blickt mit klugen wachen Augen aus dem Bild. Ein schlanker Pinsel und eine leere Leinwand verweisen auf seinen Beruf. Ruhe und Gelassenheit durchziehen hingegen das Selbstbildnis mit 58 Jahren. Der Maler sitzt distanziert vom Betrachter tiefer im Raum auf einem Stuhl. Seine seitliche Pose ist entspannt, die Farbwahl zurückhaltend mit Grau und Brauntönen. Die Hose schimmert in ruhigem Marineblau. Fragend und abwartend blickt der Hofmaler den Betrachter direkt an und hat seine Farbpalette und mehrere Pinsel in der Hand. Zu sehen ist der erfolgreiche Künstler, der selbstsicher in der Gesellschaft von Adeligen und Intellektuellen verkehrt.

Die Ausstellung „Anton Graff (1736–1813). Porträts“ läuft bis zum 16. Juni. Die Gemäldegalerie Alte Meister hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet regulär 12 Euro, ermäßigt 9 Euro und ist für Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren frei.

Gemäldegalerie Alte Meister – Semperbau am Zwinger
Theaterplatz 1
D-01067 Dresden

Telefon: +49 (0)351 – 491 46 79
Telefax: +49 (0)351 – 491 46 94

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Anton Graff, Selbstbildnis mit 58 Jahren
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