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Pritzker-Preis geht an Arata Isozaki

Arata Isozaki erhält den Pritzker Prize 2019

Der japanische Architekt, Stadtplaner und Theoretiker Arata Isozaki erhält den diesjährigen Pritzker Prize der Hyatt Foundation in Chicago. Der 1931 geborene Baukünstler werde als „ein vielseitiger, maßgebender und wahrhaft internationaler Architekt“ ausgezeichnet, der als einer der Ersten seines Heimatlandes auch über dessen engere Grenzen hinaus tätig geworden sei, so begründete die Jury ihre Entscheidung. „Arata Isozaki ist seit über 50 Jahren in der Praxis tätig und hat durch seine Projekte, Schriften, Ausstellungen, Konferenzen und die Teilnahme an Wettbewerbsjurys Einfluss auf die Weltarchitektur genommen“, so die Jury weiter. „Er hat viele junge Architekten aus der ganzen Welt dabei unterstützt, ihr Potenzial auszuschöpfen.“

Arata Isozaki wurde 1931 im südjapanischen Oita geboren und studierte zwischen 1950 und 1954 an der Universität in Tokio Architektur. 1956 machte er dort zusätzlich einen Abschluss als „Master of Arts“ und wurde 1961 in Architektur promoviert. Seit 1963 unterhält er als freischaffender Architekt ein eigenes Büro in Tokio. Wie viele Architekten seiner Generation begann Isozaki damals sein schöpferisches Werk mit mächtigen Baukörpern aus Sichtbeton, die dementsprechend heute dem „Brutalismus“ zugerechnet werden. Beispielhaft dafür steht etwa die 1966 vollendete Bibliothek in seiner Geburtsstadt. Während der 1970er und vor allem der 1980er Jahre betätigte sich Isozaki dagegen als einer der führenden Protagonisten der Postmoderne mit bisweilen spielerisch wirkenden Architekturkompositionen wie dem Tsukuba Center Building in der Präfektur Ibaraki von 1983 oder dem Museum of Contemporary Art in Los Angeles von 1986, seinem ersten bedeutenden Auftrag auf internationalem Parkett.

Es folgten futuristische Bauten wie der Art Tower Mito ebenfalls in Ibaraki von 1990, zugleich jedoch auch streng neoklassizistische Werke wie der Palau Sant Jordi, eine Multifunktionsarena, im spanischen Barcelona ebenfalls von 1990. Minimalistische Strenge und spielerische Leichtigkeit kennzeichnen die jüngsten Bauten Arata Isozakis, etwa das 2011 vollendete Qatar National Convention Center in Doha, dessen Vordach von zwei riesigen Baumästen getragen wird, oder den 2014 fertiggestellten, an den Schmalseiten extrem schlanken Torre Allianz in Mailand, über dessen gewölbte gläserne Außenhaut der Wind zu streichen scheint. Seine „frischen“ Bauten trotzten jeglichen „stilistischen Kategorien“, so würdigte die Jury des Pritzker-Preises das vielseitige Schaffen Isozakis.

Arata Isozaki ist bereits der achte japanische Architekt, der den mit 100.000 Dollar, umgerechnet rund 88.000 Euro, dotierten Pritzker Prize entgegennimmt. Darunter war 1987 auch Kenzo Tange, dessen Schüler Isozaki an der Universität in Tokio einst war. Der Pritzker-Preis wird seit 1979 jährlich verliehen und gilt als die international bedeutendste Auszeichnung für Architekten. Preisträger waren bislang unter Philip Johnson, James Stirling, Ieoh Ming Pei, Richard Meier, Hans Hollein, Frank O. Gehry, Aldo Rossi, Renzo Piano, Norman Foster, Rem Koolhaas, Zaha Hadid, Richard Rogers, Peter Zumthor sowie als bislang einzige Deutsche 1986 Gottfried Böhm und 2015 posthum Frei Otto. Offiziell wird Isozaki die Pritzker-Medaille im Mai in Paris überreicht.

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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