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Maler als Rockstars und Rockstars als Maler: Die Ausstellung „Hyper! A Journey into Art and Music“ in den Hamburger Deichtorhallen untersucht die Wechselbeziehungen zwischen bildender Kunst und Musik

Bilder zum Lauterdrehen



Bettina Pousttchi, Die Katherina-Show, 2000

Bettina Pousttchi, Die Katherina-Show, 2000

„Wir bewegen uns mit dieser Ausstellung total am Puls der Zeit“, konstatiert Dirk Luckow, der Intendant der Hamburger Deichtorhallen. Frei nach dem Motto „Berghain meets Bayreuth“ haben die Deichtorhallen Max Dax, den Musikjournalisten und Ex-Chefredakteur des Musikmagazins Spex, eingeladen, eine Ausstellung zum Thema Crossover von Musik und Kunst zu kuratieren. Rund 300 Werke von 60 internationalen Künstlern, überwiegend aus den Jahren 2000 bis heute, hat der leicht narzisstisch veranlagte Tausendsassa zusammengetragen, um in einem subjektiv geprägten Parcours den mehr oder weniger offensichtlichen Widersprüchen zwischen der Musik als Massenprodukt und dem Kunstwerk als Unikat nachzuspüren. Nicht zuletzt promotet der 1969 als Maximilian Bauer in Kiel geborene Popjournalist auch sich selbst. Warum würde er sonst wohl einen Aufnäher mit seinem Namen auf der Brust tragen?


„Diese Ausstellung ist nicht akademisch“, stellt der in Berlin lebende Techno-Fan klar. „Es zeichnet diese Gruppenschau aus, dass sie für jedermann intuitiv verständlich ist, und das ist kein Zufall.“ Gegliedert in fünf Erzählstränge, hat Dax Werke von Cosima von Bonin, Sarah Morris, Richard Prince, Andreas Gursky, Isa Genzken, Thomas Ruff, Michaela Melián, Steven Parrino, Mark Leckey und vielen anderen in einer luftigen Abfolge angeordnet, deren Architektur er mit einer Stadt vergleicht, in der es Kinos, Häuser, Kapellen und Discotheken gibt. Diese Behauptung ist vielleicht etwas vermessen. Einleuchtender ist vielmehr sein Vergleich des Ausstellungsrundgangs mit einer Langspielplatte, die eine A- und B-Seite hat, und deren Stücke man, indem man die Nadel aufsetzt, einzeln anspielen kann. Genauso sollte man sich der Ausstellung „Hyper!“ auch nähern: Die intensive Auseinandersetzung mit bestimmten, herausragenden Arbeiten lohnt sich. Der enzyklopädische Hang zum Kompilieren, mit dem der Kurator hier alles und jedes zusammengetragen hat, was irgendwie zum Thema passt, ist dagegen eher fragwürdig.

Gerade im Bereich Video versammelt „Hyper!“ einige sehenswerte Arbeiten wie etwa den frühen Video-Clip „Die Katharina-Show“ der Deutsch-Iranerin Bettina Pousttchi aus dem Jahr 2000. In dem rhythmisch geschnittenen Video bewegt sich die Protagonistin singend und tanzend zwischen den rotierenden Bürsten einer Autowaschanlage. Herausragend auch der halluzinatorische 3D-Film „Nightlife“ des Franzosen Cyprien Gaillard von 2015, der auf faszinierende Art und Weise die Elemente Bild und Sound miteinander verschmilzt. Der eindringliche Gesang von Alton Ellis, der den Film mit den Worten „I was born a loser, I was born a winner“ unterlegt, erfüllt die gesamte Ausstellungshalle.

Diesen Sound im Ohr, lohnt es sich auch, die nahezu fotorealistischen Aquarelle des jungen Bosniers Radenko Milak abzuschreiten. Unter dem Titel „Musical Transcendences“ hält er 31 prägnante Momente der Musik- und Popgeschichte fest. Ebenfalls mit kollektiven Bildern aus der Popkultur, diesmal aber aus der afroamerikanischen Perspektive, arbeitet der US-Amerikaner Arthur Jafa in seiner rauschhaften Videoarbeit „Apex“ von 2013. In einem stakkatohaften Rhythmus geschnitten und mit einem Beat des Techno-Musikers Robert Hood aus Detroit unterlegt, entfaltet Jafa ein kraftvolles Panorama schwarzer Identität und musikalischer Ästhetik.

Zahlreiche Porträts von Musikern und Künstlern durchziehen die Schau, darunter die schon fast ikonischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Martin Kippenberger, Raymond Pettibon oder Douglas Gordon der Berliner Fotografin Andrea Stappert oder die über 50 kleinformatigen Einzelporträts von Wolfgang Tillmans. Der letztjährige Goslarer Kaiserring-Träger, der sich wie kaum ein anderer Künstler seit den frühen 1980er Jahren an der Schnittstelle zwischen Kunst und Musik bewegt, präsentiert hier Musikerporträts von 1983 bis 2018, die er unter dem Titel „Closer to Music“ zusammenfasst. Marc Almond trifft da auf Morrissey, Jarvis Cocker auf Lady Gaga.

Plattencover, gefaked und gesammelt, Teenie-Poster im Jugendzimmer, ein rekonstruierter Ateliertisch des Berliner Malers Thomas Scheibitz mit Musikzeitschriften und Keyboard oder ein lohnenswertes Wiedersehen mit Arbeiten des 2010 verstorbenen Totalkünstlers Christoph Schlingensief – die Ausstellung „Hyper!“ bietet eine Vielzahl von Ansatzpunkten, Ideen, Querverweisen und Fragestellungen. „Es gibt eine Wechselbeziehung zwischen Kunst und Musik, und es gibt Bilder, die es ohne Musik nicht geben würde“, sagt Max Dax. Künstler, die Plattencover gestalten, Musiker, die urplötzlich eine künstlerische Begabung für sich reklamieren, Jazz-Musiker, die ihre Partituren in die Wand meißeln – sie alle haben in den Deichtorhallen ihren Auftritt. Was aber ist nun besser, bildende Kunst oder Musik? Der Maler und Bildhauer Thomas Scheibitz hat für sich darauf eine Antwort gefunden. Musik, so Scheibitz, habe jedenfalls den Vorteil, dass man sie im Gegensatz zur Malerei lauter drehen könne.

Die Ausstellung „Hyper! A Journey into Art and Music“ läuft bis zum 4. August. Die Deichtorhallen Hamburg haben täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, jeden ersten Donnerstag in Monat von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 7 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er frei. Der Katalog aus dem Snoeck Verlag kostet in der Ausstellung 49,80 Euro.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 10 30

Telefax:+49 (040) 32 10 32 30

E-Mail: info@deichtorhallen.de



04.03.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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