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Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die 16. Ausgabe der Art Karlsruhe öffnet die Tore für das Kunstpublikum

Die Mischung macht’s



Hiromi Akiyama, Shadow-Dimension No. 9, 1995

Hiromi Akiyama, Shadow-Dimension No. 9, 1995

Es ist wieder so weit. Die Art Karlsruhe läutete gestern mit einem quirligen Auftakt das deutsche Kunstmessejahr ein. Die Zahlen sprechen für sich: 208 Aussteller aus 16 Ländern, darunter 35 erstmalige Teilnehmer, lockten etwas verhaltener als sonst die Publikumsströme in die tageslichterhellten, weit geschwungenen Messehallen im Vorort Rheinstetten. Ein Kennzeichen der Art Karlsruhe ist die konsequente und übersichtliche Gliederung in vier Segmente, wobei die „Klassische Moderne“ aus eher traditionellen Positionen und die der Nachfolgegeneration gewidmete „Moderne Klassik“ den breitesten Raum einnehmen und zwei komplette Hallen bespielen. Editionen und Fotografie ist ebenso eine Teilhalle gewidmet wie der zeitgenössischen frischen „Contemporary Art 21“.


Letztere macht den Auftakt. Der Besucher stößt auf junge, spritzige, teils originelle, aber auch im Versuchsstadium befindliche Kunst. Bei vielen Arbeiten stehen der Mensch im Mittelpunkt und das, was die Gesellschaft aktuell bewegt. So stechen beim Eintreten sofort die eindringlichen wie kraftvollen Porträts des Kanadiers Tim Okamura ins Auge. Kulturelle Identitäten und Ikonografie vor allem von Afroamerikaner sind seine Themen, die beim Düsseldorfer Händler Christian Marx die Koje beherrschen und zugleich sinnfällig werden lassen, wie sich alle Menschen irgendwie gleichen, so etwa die atelierfrische „Study for YiYi“ für 7.800 Euro und das Bildnis „The Berliner“ einer ebenfalls farbigen Schönheit mit voluminöser Haarpracht für 17.850 Euro. Der Berliner Aussteller Alexander Ochs hat den talentierten Plastiker Axel Anklam mit nach Karlsruhe gebracht, der bereits auf Museumsausstellungen mit seinen Arbeiten für Furore sorgte. Wie Flügel spannen sich die gebogenen Flächen seiner Drahtplastik „Inside“ aus dem Jahr 2019 auf, die Ochs für 38.000 Euro offeriert. Die in stechendem Orange gehaltene, gleichnamige Stahlplastik kostet 8.000 Euro.

Etwas weiter hat die Nürnberger Galerie Von & Von ihre Werke ausgebreitet. Der in Berlin lebende Autodidakt Constantin Schroeder hält hier im grauen Ölbild „Street I“ von 2019 eine Situation mit jungen kraftstrotzenden, aber vor einer Wand fixierten Männern für 10.200 Euro fest, bei der man sich fragt, wer wen ausgrenzt. An der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst hat Dorothee Liebscher ihre Ausbildung zur Malerin erfahren, was man ihren Gemälden anmerkt, auch unter deutlich expressiven Vorzeichen. „Haltepunkt“ nennt sie ihre Wahrnehmung eines aufgelassenen, im Verfall begriffenen Straßenbahndepots (Preis 9.400 EUR). Bei der Galerie Michaela Helfrich aus Berlin manipuliert die Japanerin Nanako Shikata die Wahrnehmung des Betrachters, indem sie auf hintereinander gespannten opaken Seidenstoffen Landschaften mit einem Holzkohlestift skizziert, die wie bei dem Nadelwaldausschnitt „Bewegte Stille“ mit jedem Standortwechsel Veränderungen unterworfen sind.

Was folgt, ist die große Halle mit eher traditionellen Werken der Klassiker. Heuer stehen viele Druckgrafiken prominenter Künstler von Max Ernst über Joan Miró bis hin zu Robert Indiana zum Verkauf, von dem eine Version der Ziffer „Three“ aus dem 1968 erschienenen Portfolio „Numbers“ für 4.800 Euro am Stand der Frankfurter Galerie Raphael hängt. Immer wieder aktuell und von der Galerie Rothamel vertreten ist der Leipziger Moritz Götze. Diesmal wird hier nicht „Immer dasselbe“ geboten, sondern ein titelgleiches Ölgemälde von 2018 mit einer Dame im Empirekleid und Kentauren im Kampf mit Menschen vor dem Brandenburger Tor für 12.800 Euro.

Eher nordisch-klassisch geht es bei Thole Rotermund, dem Hamburger Spezialisten für Arbeiten auf Papier, zu, der als Hingucker mit der Lithografie „Windmühle“ von Emil Nolde aus dem Jahr 1913 aufwartet. Charmant lockt für 19.000 Euro eine freundliche Dame im „Black Dress“, festgehalten 2015 als Siebdruck von Alex Katz, in die großzügige Koje der Galerie Koch aus Hannover. Ebenfalls in Gelb präsentiert sich eine Serie von abstrakten Farbradierungen Anish Kapoors für 38.000 Euro. Highlight bei den Geschwistern Koch ist das 1955 entstandene, wiederum gelb grundierte, fulminante Ölbild „Garten-Teile“ von Fritz Winter für stolze 265.000 Euro.

Fotografisch genau und in altmeisterlicher Technik erfasst, aber mit subtil eingefügten Gebrauchsspuren arbeitet Eckart Hahn bei seinen Bildern, der mit dem magisch-realistischen Acrylgemälde „Magnet“ von 2018 bei der Stuttgarter Galerie Schlichtenmaier für 9.000 Euro vertreten ist. Heuer bespielen die drei Galeristen-Brüder erstmals einen Skulpturenplatz mit Werken von Hiromi Akiyama und Erich Hauser, etwa dem verzogenen Cortenstahlkubus „Shadow-Dimension No. 9“ aus dem Jahr 1995 für 90.000 Euro. In Mitte eines Gangs platziert, wirkt Akiyamas trapezförmiges Konstrukt wie der Blick durch ein Objektiv. Nebenan bei Klaus Schwarzer brilliert ein großformatiges titelloses Ölgemälde Dieter Kriegs, dessen Kunst für ihre großen Gesten bekannt ist. 1983 malte er einen schlichten Eimer mit skurrilen Dingen (Preis 36.000 EUR). Zudem macht der Düsseldorfer Kunsthändler auf Bilder von Sigmar Polke aufmerksam, so auf die royal anmutende Arbeit „S. H. oder die Liebe zum Stoff“ auf mit Geld bedrucktem Gewebe aus dem Jahr 2000 für 48.000 Euro.

Die Vernissage der Art Karlsruhe wird immer wieder von Künstlern gern besucht. So war nun zum wiederholten Mal auch Markus Lüpertz zugegen, von dem die Kölner Kunsthandlung Osper den schrundigen bemalten Bronzekopf der „Judith“ für 79.000 Euro anpreist. Urban Hajek, der Sohn des bekannten Malers und Plastikers Otto Herbert Hajek, vertreibt in seiner Stuttgarter Galerie auch die Kunstwerke seines Vaters. Die totemartige Plastik „Christologisches Zeichen“, die Hajek als Summe seines Schaffens verstand, ist hier in einer bemalten hölzernen Variante von 1990 für 22.000 Euro zu haben. Zurück in die Neue Sachlichkeit entführt die Dresdner Galerie Döbele mit einer im Jahr 1926 von Max Ackermann in Öl und Tempera illustrierten „Schwimmerin“ für 11.000 Euro. Grelle bunte Farben zogen die Besucher nach dem Eintritt in die Halle der „Modernen Gegenwartskunst“ zum Konstanzer Galeristen Stephan Geiger. Erstmals öffentlich zu sehen sind die jüngsten Papiercollagen des ZERO-Veteranen Heinz Mack. Jede Arbeit dieser Werkgruppe besteht aus zugeschnittenem und mit strahlender Acrylfarbe bemaltem Büttenpapier. Erst im letzten Jahr entstanden, verlangen sie jeweils 62.000 Euro.

Bedauerlicherweise hat die Art Karlsruhe einige Weggänge zu verkraften. Nicht mehr dabei ist beispielsweise die Galerie Boisserée aus Köln. Dafür ist als Neuzugang die renommierte König Galerie aus Berlin in den Kreis der Aussteller gestoßen. Zu den auffallendsten Werken gehört hier Norbert Biskys typisches Jungmänner-Bild „Inmate tropical“ von 2018. Abermals einen großen Auftritt hat Johann Königs Berliner Kollege Michael Schultz, der auch heuer einen Skulpturenplatz mit einer Großplastik von Bernd Reiter füllt. Seine annähernd sechs Meter hohe Videoskulptur besteht aus in der Spitze verkeilten Kirchenbänken im gotisierenden Duktus mit eingelassenen Monitoren. Auch die Bänke darunter spielen auf einen Kirchenraum an. Die Videos nehmen Bezug auf die Missbrauchsskandale in der Kirche und sonstigen Einrichtungen, deren Gebaren der Künstler kritisch hinterfragen möchte. Auf dem Preisschild stehen 240.000 Euro.

Zu den Markenzeichen der Art Karlsruhe gehört gerade diese großzügige gestalterische Umsetzung der 20 Skulpturenplätze, die heuer quasi ein Jahr der Skulptur einläuten, denkt man an die anstehenden Ereignisse wie die Biennale „Blickachsen“ in Bad Homburg oder die Skulpturenprojekte im Raum Bodensee-Oberschwaben. Wiederum bieten sie ein räumliches und formales Sinneserlebnis in idealer Balance zu den Galeriekojen.

Die Mainzerin Ausstellerin Dorothea van der Koelen, die heuer ihr 40jähriges Galeriejubiläum feiert, konzentriert sich auf Positionen von Lore Bert, die mit ihren sinnlichen Papierarbeiten einen seltenen Standpunkt in der aktuellen Kunstproduktion einnimmt. Ihre „25 bunten Vierpässe auf Schwarz“ aus dem Jahr 2017 wollen 90.000 Euro sehen. Wer die größte gedruckte Grafik auf der Messe sucht, muss in der Editionshalle bei der Art Edition Alexander Fils aus Düsseldorf vorbeischauen. Auf über fünf Metern in der Breite erstreckt sich das farbenfrohe Querformat „Family walking intro stripes“ des Brasilianers Bel Borba, das Fils mit 8.900 Euro veranschlagt hat. Zu den weiteren Neuausstellern gehört die Galerie Klüser aus München. Sie zeigt unter anderem Fotoarbeiten von Lori Nix, die ihre Motive in Containern inszeniert, so auch einen nachgebauten schäbigen Miniaturwaschsalon bei Nacht von 2008, der für 10.600 Euro zum Verkauf steht.

Die Art Karlsruhe läuft vom 21. bis zum 24. Februar und hat täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 23 Euro, ermäßigt 19 Euro, die Zweitageskarte 31 Euro bzw. 28 Euro, die Dauerkarte 37 Euro bzw. 33 Euro und die Abendkarte ab 16 Uhr 18 Euro.

Kontakt:

Messe Karlsruhe

Messegelände

DE-76287 Rheinstetten

www.art-karlsruhe.de



21.02.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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 Art Karlsruhe 2019
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Hiromi Akiyama, Shadow-Dimension No. 9, 1995
Hiromi Akiyama, Shadow-Dimension No. 9, 1995







auf der Art Karlsruhe 2019

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Videoskulptur von Bernd Reiter

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Axel Anklam, Inside, 2019

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