Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 04.05.2019 Auktion 50 • Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

© Auktionshaus Lehr

Anzeige

Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Mädchen mit Katze / Otto Scholderer

Mädchen mit Katze / Otto Scholderer
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Ohne Titel, 1965 / Ernst Wilhelm Nay

Ohne Titel, 1965 / Ernst Wilhelm Nay
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Gemälde der Neuen Sachlichkeit treffen auf Fotografien des Neuen Sehens: Erstmals in diesem Umfang untersucht jetzt eine Ausstellung die enge Verzahnung der beiden Medien in der Kunst der 1920er Jahre. Zu sehen ist sie im Bucerius Kunst Forum in Hamburg

Die Fragilität der Verhältnisse



Christian Schad, Halbakt, 1924

Christian Schad, Halbakt, 1924

Wer den ARD-Mehrteiler „Babylon Berlin“ gern gesehen hat, der wird diese Ausstellung lieben. „Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre“ lautet der Titel einer faszinierenden Präsentation im Hamburger Bucerius Kunst Forum, die der fiebrigen und aufgeheizten Tanz-auf-dem-Vulkan-Stimmung in der Zeit der Weimarer Republik nachspürt. Nur eben nicht in bewegten sondern in erstarrten Bildern. Massenarbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise und politischer Extremismus, aber auch Technikbegeisterung, der Siegeszug der selbstbestimmten „Neuen Frau“ und die Lust am künstlerischen Experiment.


Diese auf den ersten Blick widersprüchlichen Phänomene kennzeichnen eine nur rund 15 Jahre währende Periode zwischen dem Untergang des Kaiserreichs und der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Die damit verbundenen gesellschaftlichen und künstlerischen Aufbrüche waren aufgrund der Fragilität der politischen Verhältnisse von Anfang an bedroht – gerade deshalb vielleicht wagten ihre Protagonisten so radikal Neues. Rund 40 Gemälde der Neuen Sachlichkeit, 20 Zeichnungen, Collagen und Druckgrafiken und mehr als 115 Fotografien des Neuen Sehens wurden vom Kuratorenduo Kathrin Baumstark und Ulrich Pohlmann für die Schau zusammengetragen, darunter viele erst im Laufe der Recherche entdeckte Trouvaillen aus Privatsammlungen und Museumsdepots.

Maler wie Otto Dix, Rudolf Schlichter, Reinhold Nägele, Georg Scholz, Carl Grossberg oder Anton Räderscheidt, Fotografen wie Florence Henri, August Sander, Walter Peterhans oder Lotte Jacobi, Meister der politischen Fotomontage wie Hannah Höch, Erwin Blumenfeld oder László Moholy-Nagy: Sie alle entwickelten nach dem Ersten Weltkriegs eine radikal neue Ästhetik, in deren Fokus der nüchterne Blick auf die Wirklichkeit stand. Weg von den gestischen Ausbrüchen der expressionistischen Malerei, hin zu einer neuen Präzision des Sehens und der künstlerischen Wiedergabe. Putzeimer, Treppenhäuser, Baustellen. Das scheinbar Nebensächliche wurde plötzlich bildwürdig.

Die Hamburger Ausstellung setzt mit einem unverstellten Blick auf die Dinge ein. Karl Blossfeldts fotografische Detailaufnahmen von Mohnkapseln und Winterschachtelhalmen treffen da auf Otto Schöns gemaltes „Atelierstillleben“ mit exotischen Zimmerpflanzen. Ein äußerst elegantes Arrangement des Fotografen Albert Renger-Patzsch mit Laborgläsern auf einer spiegelnden Glasfläche auf das nicht minder stilvoll ausgetüftelte Gemälde „Gläser“ von Hannah Höch, das in der Spiegelung sogar noch ein kleines Selbstporträt der Künstlerin enthält.

Durchgängiges Prinzip der in sieben Kapitel gegliederten Schau ist der vergleichende Blick auf die Spezifika der Medien Malerei und Fotografie. Wie beeinflussen sich diese in den 1920er Jahren gegenseitig? Wie prägt die neue Lust am präzisen fotografischen Erfassen der Wirklichkeit auch die malerische Wiedergabe? Christian Schads „Halbakt“ aus dem Jahr 1929 etwa zeichnet sich durch hyperrealistische Detailfreude aus. Jedes noch so kleine Äderchen unter der leicht gebräunten Haut der jungen Frau mit dem schwarzen Bubikopf ist zu erkennen. Keine anonyme erotische Projektionsfläche, sondern eine reale Frau aus Fleisch und Blut steht hier im Mittelpunkt des künstlerischen Interesses.

Ob Akte oder Stadtansichten, Individualporträts von Künstlern und Intellektuellen oder Typenbilder von Zeitungsausträgern, Werftarbeitern oder Prostituierten: „Welt im Umbruch“ lädt auf vielfältige Art und Weise zum erhellenden Vergleich der Aneignungs- und Darstellungsmodi in den verschiedenen Medien ein. In ihrem Schlusskapitel mit politischen Montagen führt uns die Schau aber auch mahnend vor Augen, wie eine von Raffgier, Armut, Nationalismus und Rechtspopulismus zerfleischte Gesellschaft urplötzlich in den Abgrund blickt.

Die Ausstellung „Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre“ läuft vom 9.Februar bis zum 19. Mai. Das Bucerius Kunst Forum hat täglich von 11 bis 19 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er frei. Der Katalog aus dem Hirmer Verlag kostet im Bucerius Kunst Forum 29 Euro, im Buchhandel 39,90 Euro.

Kontakt:

Bucerius Kunst Forum

Rathausmarkt 2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 360 996 0

Telefax:+49 (040) 360 996 36

E-Mail: info@buceriuskunstforum.de



10.02.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 16

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Variabilder (14)

Veranstaltung vom:


09.02.2019, Welt im Umbruch - Kunst der 20er Jahre

Bei:


Bucerius Kunst Forum

Variabilder:

in der Ausstellung „Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre“
in der Ausstellung „Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre“

Variabilder:

Georg Scholz, Arbeit schändet, 1921
Georg Scholz, Arbeit schändet, 1921

Variabilder:

Rudolf Schlichter, Margot, 1924
Rudolf Schlichter, Margot, 1924

Variabilder:

August Sander, Konditor, 1928
August Sander, Konditor, 1928

Variabilder:

Albert Renger-Patzsch, Gläser, vor 1928
Albert Renger-Patzsch, Gläser, vor 1928

Variabilder:

Reinhold Nägele, Weißenhofsiedlung Stuttgart bei Nacht, 1928
Reinhold Nägele, Weißenhofsiedlung Stuttgart bei Nacht, 1928

Variabilder:

László Moholy-Nagy, Militarismus, 1924/40
László Moholy-Nagy, Militarismus, 1924/40







in der Ausstellung „Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre“

in der Ausstellung „Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre“

Georg Scholz, Arbeit schändet, 1921

Georg Scholz, Arbeit schändet, 1921

Rudolf Schlichter, Margot, 1924

Rudolf Schlichter, Margot, 1924

August Sander, Konditor, 1928

August Sander, Konditor, 1928

Albert Renger-Patzsch, Gläser, vor 1928

Albert Renger-Patzsch, Gläser, vor 1928

Reinhold Nägele, Weißenhofsiedlung Stuttgart bei Nacht, 1928

Reinhold Nägele, Weißenhofsiedlung Stuttgart bei Nacht, 1928

László Moholy-Nagy, Militarismus, 1924/40

László Moholy-Nagy, Militarismus, 1924/40

Hannah Höch, Gläser, 1927

Hannah Höch, Gläser, 1927

Arvid Gutschow, Hochbahn Körper, 1928/29

Arvid Gutschow, Hochbahn Körper, 1928/29

Carl Grossberg, Der gelbe Kessel, 1933

Carl Grossberg, Der gelbe Kessel, 1933

Otto Dix, Selbstbildnis, 1931

Otto Dix, Selbstbildnis, 1931

Otto Dix, Bildnis des Juweliers Karl Krall, 1923

Otto Dix, Bildnis des Juweliers Karl Krall, 1923




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce