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Graphic Novel erhält Preis des mit NS-Dokumentationszentrums

Ari Folmans und David Polonskys „Anne Frank’s Diary: The Graphic Adaption“ hat den Preis des NS-Dokumentationszentrums München erhalten

Die Publikation „Anne Frank’s Diary: The Graphic Adaption“, eine Kooperation des Regisseurs und Drehbuchautors Ari Folman und des Illustrators David Polonsky, wird mit dem neuen Preis des NS-Dokumentationszentrums München geehrt. In der Begründung der Jury heißt es: „Folman und Polonskys ‚Tagebuch der Anne Frank’ vereint in sich zentrale Aspekte der Arbeit des NS-Dokumentationszentrums München, die an der Schnittstelle von Wissen, Vermittlung und Kunst verortet ist. Die Autoren übersetzen die Geschichte des Holocaust in eine künstlerische Sprache, die das Unfassbare und Unbeschreibliche begreifbar macht. Ihre eindringlichen Bilder entfalten eine starke Wirkung. Sie erreichen auch jene Leserinnen und Leser, die über wenig historisches Vorwissen oder Lesekompetenz verfügen. Sich als Künstler mit diesem schweren Thema zu befassen erfordert ein hohes Maß an Mut, Sensibilität und Könnerschaft. Folman und Polonsky leisten einen wertvollen und wegweisenden Beitrag im Bemühen um eine sich stets weiterentwickelnde, lebendige Erinnerungskultur.“

Das Tagebuch der Anne Frank erlaubt Einblicke in die Geschehnisse des Holocaust. Über das Medium der Graphic Novel wollen Folman und Polonsky Jugendlichen mit einer ihnen bekannten Bildästhetik die historische Ereignisse vermitteln, etwa in der geschickten Umsetzung von Anne Franks Innenleben, das mal spöttisch, mal ironisch und mit der Zeit vermehrt depressiv auf ihre Umgebung in Amsterdam reagiert. Ihre Gefühle, Ängste, Erinnerungen, Träume und Zukunftshoffnungen können Leser meist in bunten, seltener in sepiafarbenen Bildern nachempfinden.

David Polonsky schloss 1998 sein Studium an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem ab. Er illustriert unter anderem Kinderbücher und wurde bereits zweimal mit dem „Israel Museum award for children’s book illustration“ geehrt. Das Thema des Krieges behandelte er zudem als Art Direktor und leitender Künstler für den animierten Film „Waltz with Bashir“, der 2008 zur Auswahl des Filmfestivals in Cannes gehörte. Polonsky unterrichtet seit 1999 Animation und Illustration an der Bezalel Academy of Arts and Design und an der Shenkar College of Design in Ramat Gan nahe Tel Aviv.

Ari Folman, 1962 in Haifa geboren, studierte Filmwissenschaften und greift gerne politische Themen auf, etwa im Dokumentarfilm „Comfortably Numb“ von 1991. Hier thematisiert er die irakischen Luftangriffe auf Tel Aviv. Er schrieb zudem Drehbücher für einige Fernsehserien. 2008 präsentierte er seinen dritten Spielfilm mit „Waltz with Bashir“: Er durchleuchtet seine eigenen Erlebnisse als israelischer Soldat im Libanon der 1980er Jahre sowie das Massaker von Sabra und Schatila. Folman erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 2009 einen César als Bester ausländischer Film sowie Nominierungen für die Filmfestspiele in Cannes und den British Academy Film Award.

Der Preis des NS-Dokumentationszentrums München richtet sich an herausragende nationale sowie internationale Publikationen und Aktivitäten zur Aufklärung über die Verbrechen des NS-Regimes sowie über Folgen und Weiterwirken der NS-Zeit. Schwerpunkte liegen auf einer breiten gesellschaftlichen Wirkung und einer zeitgemäßen, zukunftsorientierten Ausgestaltung. Die Auszeichnung ist mit 8.000 Euro dotiert und soll von nun an alle zwei Jahre vergeben werden. Eine Jury schlägt dazu dem Kulturausschuss des Münchner Stadtrats die Preisträger vor, der dann die Vergabe ausführt. „Anne Frank’s Diary: The Graphic Adaption“ ist in der deutschen Auflage 2017 im S. Fischer Verlag erschienen.


07.02.2019

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Künstler:

David Polonsky








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