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Zentrum Kulturgutverluste zukünftig auch für Kolonialgut zuständig

Die deutsche Kolonialgeschichte, die seit jüngster Zeit international auch unter dem Aspekt möglicher Restitutionsansprüche und Wiedergutmachungsverfahren zunehmend in den Fokus rückt, wird in Zukunft auch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg beschäftigen. Das gab Kulturstaatministerin Monika Grütters gestern in einer Pressemitteilung bekannt. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste wird ab dem laufenden Jahr Projekte zur Provenienz- und Grundlagenforschung von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten fördern, Anträge können ab sofort gestellt werden. Dem Institut stehen dafür heuer 1,9 Millionen Euro zur Verfügung. Ein Förderbeirat, dessen Mitglieder die Stiftungsratsvorsitzende Grütters jüngst berufen hat, wird die an die Stiftung gerichteten Förderanträge bewerten. Ihm gehören unter anderem die Universitätsprofessorinnen Monica Juneja, Ulrike Lindner, Antoinette Dominicé, Bénédicte Savoy und aus Kamerun Albert Gouaffo, Wiebke Ahrndt vom Übersee-Museum Bremen sowie Stephanie Tasch von der Kulturstiftung der Länder an.

„Über viele Jahrzehnte war die Kolonialgeschichte in Deutschland ein blinder Fleck in der Erinnerungskultur“, so Grütters. „Die Provenienzforschung zu Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten ist ein entscheidender Beitrag dazu, genauer hinzuschauen. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste besitzt große Erfahrung darin, der Geschichte der Werke auf den Grund zu gehen. Der neu berufene Förderbeirat besteht aus renommierten Expertinnen und Experten und bezieht eine internationale Perspektive ein. Damit bekommen öffentliche Museen und Sammlungen, Bibliotheken, Archive sowie Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Unterstützung bei der komplexen Aufgabe, die Herkunft ihrer Werke aus kolonialen Kontexten zu klären.“ Die Kernaufgabe des Magdeburger Zentrums Kulturgutverluste, die Projektförderung im Bereich nationalsozialistischen Raubguts, bleibe von der jetzt erfolgten Kompetenzerweiterung unberührt.


05.02.2019

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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