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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Vor allem mit Nachkriegskunst punktete Van Ham in Köln bei seiner Auktion mit Arbeiten aus dem 20. und 21. Jahrhundert und erzielte einige Spitzenwerte

Die Lehre von der Abstraktion



Das Wissen darum, dass ZERO-Kunst nicht erst seit gestern auf dem Markt Spitzenpreise erzielt, hätte das Kölner Auktionshaus Van Ham vielleicht zu einer mutigeren Schätzung als 150.000 bis 200.000 Euro für Heinz Macks „Kleinen Urwald“ von 1966 veranlassen können. Oder war der zwar marktübliche, aber dennoch verlockend niedrige Preis für ein Werk dieser Größe – es misst zwei Meter in der Höhe und drei Meter in der Breite – und Qualität Kalkül? Jedenfalls ging der Plan, wie immer er auch gewesen sein mag, wunderbar auf: Auf der jüngsten Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst erzielte Van Ham mit dem „Urwald“ einen internationalen Auktionsrekordpreis für den 1931 geborenen Künstler: 800.000 Euro, mit Aufgeld sogar etwas über eine Million Euro ließ ein Bieter für die aus feinsten Aluminiumgittern bestehende, silbrig glänzende Naturnachahmung springen. Ersteigerer soll der Bielefelder Kunsthändler Samuelis Baumgarte im Auftrag einer rheinischen Sammlung sein.


Ein weiterer Höhepunkt war am 28. November die 1962 erstmals konzipierte und in vorliegender Fassung von 1978 stammende Leinwand „weisses quadrat mit verwanderten Ecken“ von Max Bill. Auf 60.000 bis 80.000 Euro angesetzt, erzielte die strenge Komposition konkreter Kunst mit 190.000 Euro einen neuen Rekord für ein Gemälde des Schweizers – aber nur kurz. Denn Sotheby’s zog am selben Tag in Mailand mit Bills Raute „Rote Strahlung“ bei 260.000 Euro an Van Ham vorbei. Den Spitzenwert im Œuvre Max Bills hält seit 2010 das Berliner Auktionshaus Grisebach mit 300.000 Euro für die Steinskulptur „zwilling als viertelskugel“ von 1968. Hauptsächlich mit der Abteilung „Post War“ hatte Van Ham Glück. Hier gab es die höchsten Einzelergebnisse der mit 6,8 Millionen Euro umsatzstarken Versteigerung und eine losbezogene Zuschlagsquote von 63 Prozent, die über der Moderne- und der Zeitgenossenfraktion und drei Prozentpunkte über dem gesamten Mittel der Auktion lag.

Silberner Wald über untergehender Sonne

Unerwartet hoch kletterte auch ein „Rotes Rund“ mit der Werknummer 382/63 von Rupprecht Geiger: Das suggestive Bild, das an eine untergehende Sonne erinnert, fand erst bei 135.000 Euro einen Abnehmer in Nordrhein-Westfalen (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Fritz Winters 1952 geschaffene schwarze Pinselbahnen „In den gelben Raum“ erreichten 120.000 Euro, die fünf Jahre jüngere und filigranere „Komposition Rot-Gelb“ sogar rekordträchtige 220.000 Euro, die ein hessischer Sammler bewilligte (Taxen zwischen 50.000 bis 100.000 EUR). Jef Verheyens zarte lasierende Farbverläufe auf der quadratischen Leinwand „Ontdubbeling“, durch die sich seit 1971 eine kräftige Diagonale in Grün, Orange und Violett zieht, freute sich über die obere Schätzung von 35.000 Euro. Jüngere Abstraktion gab es in Form von Imi Knoebels mehr als drei Meter hohem Arrangement „Olga Lina“ von 1988. Dieses minimalistische „Portrait“ der Tochter des Künstlers, bestehend aus einer gewellten Plexiglasplatte, einer finnischen Siebdruckplatte und einer Stele aus Zink, brachte stolze 110.000 Euro auf die Waage (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR).

Doch auch die Gegenständlichkeit fand ihre Freunde. Zur unteren Schätzung von 110.000 Euro verließ Gottfried Helnweins „James Dean (blue-green)“ in einer amerikanischen Straßenschlucht von 1989 das Haus, ebenso eine farblich verfremdete Abkonterfaktur des berühmten Fotos mit dem Hissen der amerikanischen Flagge am 23. Februar 1945 auf der Insel Iwojima im Pazifik für 40.000 Euro. Roy Lichtensteins sechsteilige Druckgrafikfolge „Bull Profile series“, in der er 1973 mit ironischer Schulmeisterlichkeit die Entwicklung von der gegenständlichen in die abstrakte Kunst demonstriert, wechselte bei 115.000 Euro den Besitzer (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Für 75.000 Euro und 35.000 Euro gingen zwei achtteilige Portfolios mit Stilllebengrafiken und oft süßen Leckereien Wayne Thiebauds aus den Jahren 1970/71 weg (Taxen 50.000 bis 70.000 und 25.000 bis 35.000 EUR). Ein zeichenhaftes Bild A.R. Pencks von 1979 mit einem großen Strichmännchen in Rot auf grauem Grund verdoppelte seinen Wert auf 105.000 Euro.

Nur wenige hochpreisige Stücke fanden keinen Abnehmer, vor allem Sam Francis’ bunte gestische Abstraktion „Bright ring drawing“ von 1965 (Taxe 100.000 bis 180.000 EUR). Dafür kletterte eine kleinere Arbeit des Amerikaners in Mischtechnik von 25.000 Euro auf 34.000 Euro. Etwas enttäuschend verlief auch die Versteigerung von Victor Vasarelys großformatigem Op Art-Farbwürfel „MÉH“ aus dem Jahr 1981: Statt bei erhofften 150.000 bis 200.000 Euro schlug der Hammer schon bei 130.000 Euro aufs Pult. Auf der Habenseite standen dann wieder Hann Triers rippenartige informelle Hommage an Max Ernsts „Elefant von Celebes“ aus den frühen 1960er Jahren für 36.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) und ein 1969 datiertes, welliges „Quadratrelief 56“ aus kleinen blauen Plexiglasscheiben des 1938 geborenen Objektkünstlers Hartmut Böhm für 19.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). 39.000 Euro kostete Ulrich Rückriems „Anröchter Granit“, eine minimalistische Skulptur in L-Form von 1979 (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR), 18.000 Euro Bernd Schwarzers neoexpressives, pastos aufgetragener weiblicher Akt „Deutsches Modellbild“ in Schwarz-Rot-Gold von 2018 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Die Jüngsten und die Ältesten

In einem gesonderten Katalog hatte Van Ham die jüngste Kunst zusammengefasst, die sich losbezogen zu 57 Prozent verabschiedete. Auch hier gaben bereits gestandene Klassiker den Ton an. Überraschendes Toplos wurde Peter Halleys farbenfrohe, aber streng gegliederte Mischtechnik-Komposition „Essentialism“ von 1998 für 105.000 Euro, in der er die zunehmende Geometrisierung der Städte und die Abhängigkeitsverhältnisse im sozialen Raum thematisiert (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Auf Platz zwei folgte Stephan Balkenhols roh und doch treffsicher behauene Holzskulptur „Mann und Fisch“ mit zarter Farbigkeit zur oberen Schätzung von 60.000 Euro. Das eigentliche Hauptlos wollte dagegen niemand haben: Für Karin Kneffels surreales Spiegel-Interieur mit einem scheinbar fliegenden Teppich und einem Leopardenfell von 2007 waren 80.000 bis 120.000 Euro zu viel.

Als Künstlerin war Monika Baer mit ihrer weißen durchlöcherten Leinwand von 1998, in der mittig ein fülliger Männerkopf ironisch prangt, bei 19.000 Euro erfolgreich (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Kunstschreck Jonathan Meese ging 2008/09 bei seinem Gemälde „Kein Mensch atmet Nationalstaaten außer FummelfischJimJoe, wenn er Lunte riecht“, Das an einen Offizier aus der Nazi-Zeit erinnert, deutlich wilder und provakanter vor und nahm damit 22.000 Euro ein (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Von den Jüngsten ist der 1973 in Kempten geborene Sven Kroner zu nennen. Zumindest eine seiner zwei großformatigen Landschaften, der winterlich zugefrorene „Weiße See“ von 2008, ging bei 19.000 Euro zum Künstlerrekord in eine neue Sammlung über (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR).

Gegenüber den Positionen seit 1945 stand die moderne Kunst auf der Versteigerung schon zahlenmäßig etwas zurück, platzierte sich mit einer Verkaufsrate von 60,5 Prozent aber etwas besser als die Zeitgenossen. Unveräußert blieb das Hauptlos, Lovis Corinths 1910 datiertes Stillleben „Rosen“ für geschätzte 250.000 bis 350.000 Euro. So stieg denn Georg Kolbes „Junger Streiter“ von 1935 aufs Treppchen: Mit 175.000 Euro ist das monumentale Standbild des energischen nackten Mannes, eines von drei während der 1930er Jahre bei Noack in Berlin gegossenen Exemplaren, im Auktionswesen jetzt die teuerste männliche Figur Kolbes (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Aus einer Suite von Bronzen Fritz Klimschs, eingeliefert aus dem Nachlass des Unternehmers Heinz Kettler, griffen sich die Bieter unter anderem den annähernd lebensgroßen Frauenakt „Jugend“ von 1940/41 für 50.000 Euro (Taxe 35.000 bis 55.000 EUR) und die nackte Liegende mit dem Titel „Sommertag“ von 1937 für 35.000 Euro heraus (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR).

Gut schnitt bei den Bronzeskulpturen zudem die „Schleiereule“ mit ausgebreiteten Schwingen des Tierplastikers Wilhelm Krieger von 1928 bei 13.500 Euro ab (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Unter den Gemälden reüssierte Hans Purrmanns nachimpressionistisches „Blumenstillleben im Atelier des Künstlers“ von circa 1908 bei 80.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Otto Mueller konnte mit seiner kolorierten Lithografie eines sitzenden Rückenakts in den Dünen unter dem Namen „Olympia“ 30.000 Euro in der Taxmitte einfahren, Ernst Ludwig Kirchner mit seiner 1933/35 aquarellierten Zeichnung „Akte im Wald“ 11.000 Euro am oberen Schätzrand, wo sich auch Bruno Gollers weit abstrahierte weibliche Gestalt vor einem roten Fenster wohl von 1990 mit 18.000 Euro platzierte. Dem Menschenbild blieben zudem Robert Philippi mit seinem expressiven, nun 17.000 Euro teuren Männerakt (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR) und Otto Ritschl mit seinem frühen drolligen „Mondmädchen“ um 1927 bei 7.300 Euro treu (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



08.01.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 175.000,- EURO

Losnummer: 34

Otto Mueller, Olympia (Sitzender Rückenakt in den Dünen), 1924

Otto Mueller, Olympia (Sitzender Rückenakt in den Dünen), 1924

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

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