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Die Galerie Schüller in München bringt zwei Meisterwerke Karl Schmidt-Rottluffs erstmals auf den Kunstmarkt, und das Buchheim Museum widmet dem Expressionisten eine umfangreiche Retrospektive. Doch der Markt für den Mitbegründer der Künstlergruppe „Brücke“ ist differenziert

Die knappen Momente der Avantgarde



Es liegt nicht an fehlendem Interesse, sondern an den fehlenden Spitzenwerken, dass es um die expressionistischen Maler auf dem Kunstmarkt etwas ruhiger geworden ist. Das ist der Tenor vieler Galeristen und Auktionshäuser. Etwa 30 Millionen Euro zahlte Ronald S. Lauder vor gut zehn Jahren für Ernst Ludwig Kirchners unvergleichliche und damals etwas fahrlässig restituierte „Berliner Straßenszene“, die heute in der Neuen Galerie, Lauders Privatmuseum in New York, zu sehen ist. Das Auktionshaus Ketterer erzielte 2011 für Hermann Max Pechstein den Künstlerrekord von 3,5 Millionen Euro inklusive Aufgeld mit seinem Gemälde „Weib mit Inder auf Teppich“, und auch Karl Schmidt-Rottluffs Auktionsrekord von 3,5 Millionen Euro für seine „Akte im Freien“ bei Christie’s liegt schon ein Dezennium zurück. Die großen Momente der deutschen Avantgarde sind knapp geworden.


Umso bemerkenswerter sind zwei Gemälde von Karl Schmidt-Rottluff, die derzeit bei der Galerie Schüller in München aus verständlichen Gründen nur im Doppelpack für einen Millionenbetrag im niedrigen siebenstelligen Bereich angeboten werden. Kraftvoll, mit leuchtenden Farben und mit der für den Expressionismus so typischen maskenhaften Plastizität hat der in Berlin lebende Künstler 1921 seine „Dame mit Hut“ gemalt. Sie ordnet sich in eine Reihe von Porträts dieser Zeit ein, in der Schmidt-Rottluff nach dem Ersten Weltkrieg die Ideen der Künstlergruppe „Brücke“ in ein neues Jahrzehnt transformierte. Das andere Gemälde von 1922 zeigt die „Propsteikirche St. Patrokli in Soest“, dargestellt als eine dynamische, monumentale Kathedrale. Die flächigen, rein farbliche Partien und die überdehnte Perspektive geben der Architektur Rhythmus und machen sie zu einem Bild himmelstrebender Zuversicht. Das Gegenstück zu diesem Gemälde, der „Patrokli-Turm“ befindet sich im Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kultur in Münster.

Nie zuvor waren die beiden Holztafeln auf dem Kunstmarkt zu erwerben. In den 1960er Jahren hatte der Sammler Franz Zöllner, der mit Karl Schmidt-Rottluff befreundet war, die Arbeiten aus der Frühzeit des Expressionisten direkt beim Künstler erworben. Sie verblieben auch nach dem Tod des Cellisten in der Familie. Ursprünglich waren die Gemälde Vorder- und Rückseite einer einzigen Holztafel. Erst nach dem Tod des Künstlers – Schmidt-Rottluff starb 1976 – hat Zöllner den Bildträger trennen lassen. Bereits um 1967 hat der Sammler, der unter anderem auch Werke von Emil Nolde und Erich Heckel besaß, die damals übermalte Rückseite samt der „Dame mit Hut“ wieder freilegen lassen.

Dass die meisten hochkarätigen Werke der Expressionisten sich heute fest in Händen von Sammlern, Museen und Stiftungen befinden, spiegelt derzeit auch die Ausstellung „Schmidt-Rottluff. Form, Farbe, Ausdruck“ im Buchheim Museum im oberbayerischen Bernried wider. Durch die Integration der Sammlung des Würzburger Unternehmers Hermann Gerlinger, der in den letzen 50 Jahren etwa 1.000 Werke der Brücke-Künstler zusammentrug, ist eine große monografische Retrospektive von der technisch versierten, um 1900 entstandenen Pleinair-Malerei des jungen Karl Schmidt über den monumentalen Impressionismus bis hin zur expressionistischen Phase mit seinen derben, rohen Holzschnitten und bis zum modernen Spätwerk Schmidt-Rottluffs gelungen.

Farblich überhöhte und von einer Strahlkraft charakterisierte Gemälde wie „Sitzende im Grünen“ von 1910 oder das noch vom Flirren des Impressionismus inspirierte, aber längst in die Welt der Komplementärfarben eingetauchte „Gehöft im Abendlicht“ von 1906 sind Glanzpunkte im Œuvre eines Malers, der am Beginn des 20. Jahrhunderts die Malerei revolutionierte. Alles sollte Ausdruck und nicht Abbild werden. Parallelen zu der „Dame mit Hut“ bei Schüller offenbaren unter anderem das „Mädchenbildnis“ von 1915 und das Doppelporträt „Du und ich“ von 1919: keine Modellierungen der Gesichter, statt dessen Farbe, Linien und Flächen.

Für Werke dieser Periode ist der Markt bereit, hohe Summen zu investieren, wie zwei Beispiele aus der Artprice-Datenbank der letzten fünf Jahre belegen. 1,26 Millionen Euro etwa kostete bei Christie’s das organisch-flächig komponierte Gemälde „Badende am Strand“ von 1922, während die schon im Stil konventioneller gewordene Leinwand „Ascona“ von 1927 bei Grisebach in Berlin 500.000 Euro erlöste. Groß ist der preisliche Abstand zu den immer noch kraftvollen Alterswerken aus der Nachkriegszeit, in der sich der Künstler vorwiegend Stillleben widmete. Hier fällt der Auktionshammer selten über 150.000 Euro. Nur eine Ausnahme bestätigt die Regel: Bei Ketterer kostete kürzlich das 1957 entstandene Gemälde „Anlegeplatz am Fluss“, das in seiner Farbwahl und seiner betonten Flächigkeit an die Frühwerke vor dem Ersten Weltkrieg erinnert, stolze 650.000 Euro.

Die Schau „Schmidt-Rottluff. Form, Farbe, Ausdruck“ läuft bis zum 3. Februar 2019. Das Buchheim Museum hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt an Heiligabend und Silvester geschlossen. Der Eintritt beträgt 8,50 Euro, ermäßigt 4 Euro. Der begleitende Katalog kostet im Museum 24 Euro.

Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1
D-82347 Bernried
Telefon: +49 (0)8158 – 99 700

Die Ausstellung „Karl Schmidt-Rottluff – Zwei Meisterwerke“ ist bis zum 31. Dezember zu sehen. Die Galerie Schüller hat montags bis freitags von 11 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Kontakt:

Galerie Schüller

Promenadeplatz 2-6

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 21 20 173

Telefax:+49 (089) 21 20 176



31.12.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


29.09.2018, Schmidt-Rottluff. Form, Farbe, Ausdruck

Bei:


Buchheim Museum

Bei:


Galerie Schüller

Bericht:


Die Magie der kleinen Dinge

Künstler:


Karl Schmidt-Rottluff










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