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Münster präsentiert Einfluss der Bauhaus-Ideen in Amerika

Xanti Schawinsky, Spectodrama, 8: Gebäude (Spannung), 1937

Zum 100jährigen Jubiläum des Bauhauses im kommenden Jahr präsentiert das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster die Schau „Bauhaus und Amerika. Experimente in Licht und Bewegung“. Die Kuratoren Kristin Bartels und Tanja Pirsig-Marshall wollen die wechselseitige Beziehung zwischen den in die USA emigrierten Bauhäuslern und amerikanischen Künstlern aufzeigen. Hierbei bilden die bisher kaum beachteten Licht- und Bewegungsexperimente seit den 1920er Jahren einen Schwerpunkt. Die mehr als 150 Exponate der Malerei, Skulptur, Fotografie und des Films stammen von 54 Kunstschaffenden wie Anni und Josef Albers, John Cage, Marcel Dzama, Naum Gabo, Otto Piene und Nam June Paik.

1933 schlossen die Nationalsozialisten endgültig das Bauhaus. Daher verließen viele Künstler Deutschland in Richtung USA. Dort setzten sie ihre Lehrtätigkeit an Institutionen wie dem New Bauhaus in Chicago oder dem Black Mountain College in North Carolina fort und führten etwa ihre Experimente mit Licht und Bewegung weiter. Hieraus entwickelte sich die Licht- und kinetische Kunst, gepaart mit Tanz und Performance, etwa in Xanti Schawinskys „Spectrodrama“. Die Anfänge lagen bei der Bauhausbühne in den 1920er Jahren. Das „Spectodrama“ ist die Idee eines Theaters, wo alle Aspekte zu unabhängigen Elementen werden, so konnten Musiker und Tänzer improvisieren und agierten in Räumen mit architektonischen Versatzstücken.

Auch Oskar Schlemmer setzte sich mit Bewegungs- und Raumexperimenten auseinander. Er untersuchte die Verhältnisse des Bühnenraums zu den Formen und Farben der sich in ihm bewegenden Akteure. Eine derartige am Prozess orientierte Performance-Kunst fand ihre Fortsetzung in den Arbeiten amerikanischer Choreografen, Tänzer und Künstler der 1950er und 1960er Jahre. Sie suchten nach alternativen Bewegungsformen und erforschten die Beziehungen zwischen Körper, Raum, Zeit und Bewegung. Bruce Nauman experimentierte 1967 etwa in „Dance or Exercise on the Perimeter of a Square“. Der Handlungsraum des Akteurs wird hier mit weißen, auf den Boden markierten Linien eines kleinen Quadrates beschränkt. László Moholy-Nagys 1930 entstandener „Licht-Raum-Modulator“ gilt als erste großformatige, kinetische Lichtskulptur. Besucher können die Nachbildung täglich zwischen 11 und 16 Uhr für 15 Minuten in Aktion erleben.

Die Ausstellung „Bauhaus und Amerika. Experimente in Licht und Bewegung“ läuft bis zum 10. März 2019. Das LWL-Museum für Kunst und Kultur ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr und am zweiten Freitag im Monat bis 22 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt an Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag sowie Silvester geschlossen. Der Eintritt beträgt regulär 8 Euro, ermäßigt 4 Euro und bis zum 17. Lebensjahr 2 Euro. Der begleitende Katalog kostet im Museum 27 Euro.

LWL-Museum für Kunst und Kultur
Domplatz 10
D-48143 Münster

Telefon: +49 (0)251 – 59 07 201
Telefax: +49 (0)251 – 59 07 210

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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