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Köln thematisiert Kunstentwicklung in Amerika

Edward Hopper, The City, 1927

Was verbindet man in Europa mit amerikanischer Kunst? Begeistert aufgenommen werden die amerikanischen Nachkriegsströmungen wie Pop Art oder Abstrakter Expressionismus. Nur wenig thematisiert wurde bislang die seit der Kolonialisierung entwickelte Kunst vor 1945. In den Beständen europäischer Museen ist sie fast nicht vertreten. Eine längst überfällige Schau im Kölner Wallraf-Richartz-Museum soll nun zu einer Veränderung der Wahrnehmung beitragen. 134 zwischen 1650 und 1950 entstandene Gemälde, aber auch einige Grafiken, Fotografien und Skulpturen entfalten unter dem Titel „Es war einmal Amerika“ ein Panorama aus über 300 Jahren amerikanischer Kunstgeschichte.

Recht schnell spürt der Besucher, dass die Kunst so bunt, experimentierfreudig und gemischt ist wie die Bewohner selbst. Um den weit gespannten Bogen griffig zu vermitteln, haben die Kuratorinnen Barbara Schaefer und Anita Hachmann die Exponate chronologisch und thematisch in acht Sektionen gliederten, beginnend mit der Porträtkunst zumeist unbekannter Maler aus der Kolonialzeit. Zwei Entwicklungsstränge sind stark ausgeprägt: Neben Anlehnungen an europäische Künste steht das Bestreben im Vordergrund, über Interpretationen der Natur oder von geschichtlichen Ereignissen eine eigene Identität zu finden. Nach der zunächst dominierenden, von europäisch geschulten Künstlern illustrierten Gattung des Porträts halten Stillleben, historische Ereignisse und Landschaften im 18. und 19. Jahrhundert Einzug. Eine der drei Fassungen von John Trumbulls figurenreichem wie wirkmächtigem Historiengemälde von der Deklaration der Unabhängigkeit gehört dazu, gefolgt von heroischen zerklüfteten Landschaften des in Solingen geborenen Malers Albert Bierstadt.

Der romantisierte Westen erfreute sich als Sujet ausnehmender Beliebtheit. Als „Königreich des Friedens“ stellte Edward Hicks in naiver Malweise Amerika in Form friedlich vereinter Raubtiere dar. Childe Hassam hielt um 1900 New York im Winter mit parkenden Droschken vor den Wolkenkratzern fest, die vom getupften Schneesturm verschleiert werden. Mitglieder der rebellischen Gruppe „Die Acht“ nahmen kurz darauf Außenseiter oder illegale Dinge wie Boxkämpfe in den Blick. Inspiriert von der Sonderbundausstellung fand 1917 die erste Amory Show statt. Eine Vielzahl von Strömungen beherrscht dann die Zwischenkriegszeit. Zu den berühmtesten Werken im öffentlichen Raum gehört Daniel Chester Frenchs kolossale Sitzskulptur Abraham Lincolns. Die Maler der „Harlem Renaissance“ nahmen ab den 1930er Jahren das amerikanische Alltagsleben der Schwarzen in den Blick, bevor abschließend Werke von Edward Hopper oder Georgia O’Keeffe Ruhe und Stille in reduzierten, oft tristen Sujets einkehren lassen.

Die Ausstellung „Es war einmal Amerika. 300 Jahre US-Amerikanische Kunst“ ist bis zum 24. März 2019 zu sehen. Das Wallraf-Richartz-Museum hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 15 Euro, ermäßigt 11 Euro. Der Ausstellungskatalog kostet im Museumsshop 39,90 kostet, das Begleitheft 12,90 Euro.

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Obenmarspforten (Am Rathausplatz)
D-50667 Köln

Telefon: +49 (0)221 – 221 211 19
Telefax: +49 (0)221 – 221 226 29


04.12.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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23.11.2018, Es war einmal in Amerika - 300 Jahre US-amerikanische Kunst

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Edward
 Hopper, The City, 1927
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