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„Stuttgart sichten“: Der Berliner Konzeptkünstler Florian Slotawa hat aus der Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart einen Skulpturenparcours der besonderen Art in den Hamburger Deichtorhallen inszeniert. Mit dabei: ein Picasso aus dem Obi-Baumarkt

Stuttgarter Leistungsschau



Rudolf Bellings „Kopf in Messing (Portrait Toni Freeden)“ von 1925 in einem Porsche

Rudolf Bellings „Kopf in Messing (Portrait Toni Freeden)“ von 1925 in einem Porsche

Klassische Skulpturen auf fabrikneuen Bosch-Waschmaschinen, die kurzerhand zum Sockel umfunktioniert wurden. Ein Messingkopf des Bildhauers Rudolf Belling im Art Déco-Stil, der als Fahrerersatz in einem schwarzen Porsche deponiert ist. Und eine Figurengruppe des Übervaters Pablo Picasso als Remake mit Materialien aus dem Obi-Baumarkt um die Ecke. Zu sehen sind diese und andere künstlerische Neuinterpretationen einer altehrwürdigen musealen Skulpturensammlung derzeit in den Hamburger Deichtorhallen. Unter dem Titel „Stuttgart sichten“ hat der Berliner Künstler Florian Slotawa, Jahrgang 1972, aus den Beständen der Staatsgalerie Stuttgart 69 Skulpturen ausgewählt und in der rund 3.000 Quadratmeter umfassenden Halle für aktuelle Kunst neu arrangiert. „Das ist ein epochaler Überblick von der Kunst der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute“, sagt Deichtorhallen-Intendant Dirk Luckow und fügt hinzu: „Wir freuen uns, dass wir nach vielen wichtigen Privatsammlungen mal wieder eine bedeutende öffentliche Kunstsammlung in den Deichtorhallen zeigen können.“


Florian Slotawa betrachtet die Plastiken aus der Staatsgalerie Stuttgart, die in diesem Jahr ihr 175. Jubiläum feiert, als „künstlerisches Material“. Indem er sie nach künstlerischen, nicht aber kunsthistorischen Kriterien neu sortiert und Alltagsgegenstände mit Bezug zum Wirtschafts- und Autostandort Stuttgart integriert, lässt er spannungsvolle Dialoge entstehen, die, so hofft Dirk Luckow, „die Skulpturen den Besuchern näher bringen“. Dass er dabei jedoch auch in eine Sponsoringfalle tappt, aus der die Ausstellung nicht mehr so richtig herauskommt, sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

Auch Christiane Lange, die Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart, die ein Haus mit einer bedeutenden Sammlung von über 500.000 Werken vom 14. Jahrhundert bis heute mit einem Schwerpunkt auf der Klassischen Moderne und der Nachkriegskunst verantwortet, freut sich, dass die Sammlungsbestände in Hamburg einmal ganz anders verhandelt werden. „Wir sind sehr offen für die Ideen von Florian Slotawa“, sagt sie. „Bei seiner künstlerischen Neuordnung darf man sich die Fragen stellen: Was darf Kunst? Was kann Kunst? Darf ein Künstler Grenzen überschreiten, die ein Kurator nicht überschreiten darf?“

Der Parcours in den Deichtorhallen führt den Besucher vorbei an verschiedenen Gruppierungen von Skulpturen unterschiedlicher Epochen. Ernst Barlach, Alexander Calder, Walter de Maria, Rosemarie Trockel oder Richard Serra: Die Künstlerliste liest sich wie ein Who’s Who der Kunstgeschichte. Augenzwinkernde Begegnungen wechseln sich ab mit formalen Gliederungen, etwa der sogenannten „Hamburger Reihe“, einer Diagonalen von knallblauen Sockeln unterschiedlicher Höhe, auf denen Slotawa Skulpturen von Bildhauern wie Hans Arp oder Otto Freundlich platziert hat. Allen gemeinsam ist eine Gesamthöhe inklusive Sockel von exakt 2,74 Meter – das entspricht genau der Höhe eines Doppeliglus von Mario Merz aus der Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart. Schmerzvoll musste der Künstler-Kurator Slotawa akzeptieren, dass dieses Kunstwerk des italienischen Arte Povera-Vertreters aus konservatorischen Gründen als Leihgabe nicht zur Verfügung stand. Daher entschloss er sich für die konzeptuelle Lösung, stellvertretend die Höhe dieses fehlenden Objekts in der „Hamburger Reihe“ wieder aufzunehmen.

Der Konzeptkünstler Florian Slotawa entwickelte in seiner künstlerischen Praxis seit Studienbeginn Anfang der 1990er Jahre in Hamburg immer wieder originelle Ideen im Umgang mit persönlichem Besitz, Kategorisierung, fotografischer Bestandsaufnahme und Auslagerung von Gegenständen. Bereits als Student an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg verlagerte er im Jahr 1995 seinen gesamten persönlichen Besitz aus seinem damaligen WG-Zimmer inklusive des zusammengesuchten Kinderspielzeugs aus dem elterlichen Haus in Rosenheim in einen Raum der Bildhauerklasse an der Akademie. Sein Professor Bogomir Ecker hatte ihm diesen überlassen. Danach praktizierte er 13 Jahre lang in verschiedenen Varianten diese sogenannten „Besitzarbeiten“ weltweit in Ausstellungsräumen und Museen. Dabei erweiterte er seinen zunächst noch eher spielerisch aufgefassten, später dann vielmehr strategisch-konzeptuell und soziologisch unterfütterten Ansatz um bildhauerische und fotografische Elemente. Im Jahr 2000 verkaufte er seinen gesamten persönlichen Besitz an den Kunstsammler Axel Haubrok. Die vertraglich fixierten Gegenstände von der Kleidung über das Auto bis zu den Kinderskiern befinden sich mittlerweile als Dauerleihgabe im Depot des Hamburger Bahnhofs in Berlin.

Für Dirk Luckow eignet sich Florian Slotawas materialökonomischer und ressourcenschonender, teils auch performativer Ansatz optimal, um einen anderen Blick auf die Ausstellung zu lenken. „Durch den künstlerischen Umgang mit der Sammlung entsteht praktisch ein eigenes Kunstwerk für die Dauer der Ausstellung“, fasst der Deichtorhallen-Intendant das Gesamtkonzept von „Stuttgart sichten“ zusammen. Eine weitere gedankliche Ebene besitzt die Schau, indem die Hamburger Zeichnerin Kyung-Hwa Choi-Ahoi eingeladen wurde, einzelne Skulpturen zeichnerisch zu erfassen. Hier wurde aus der Not eine Tugend gemacht: Wegen komplizierter Reproduktionsbedingungen dürfen nämlich nicht alle Skulpturen für den Katalog fotografiert werden. Daher sind im jetzt erscheinenden Katalog die subtilen, einfühlsamen Bleistiftzeichnungen der Koreanerin abgedruckt. Darüberhinaus sind sie am Ende des Ausstellungsparcours als komplimentierendes Aperçu in rahmenloser Hängung präsentiert.

Insgesamt eine gelungene Ausstellung: Auf das allzu platte Productplacement mit hochglanzpolierten High-End-Produkten von Stuttgarter Konzernen wie Porsche und Bosch hätten die Deichtorhallen und der Künstler aber besser verzichten sollen.

Die Ausstellung „Florian Slotawa: Stuttgart sichten. Skulpturen der Staatsgalerie Stuttgart“ ist bis zum 20. Januar 2019 zu sehen. Die Deichtorhallen Hamburg haben täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, jeden ersten Donnerstag in Monat von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 7 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er frei.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 10 30

Telefax:+49 (040) 32 10 32 30

E-Mail: info@deichtorhallen.de



01.12.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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18.10.2018, Florian Slotawa: Stuttgart sichten. Skulpturen der Staatsgalerie Stuttgart

Bei:


Deichtorhallen Hamburg

Variabilder:

Bosch-Waschmaschinen mit Skulpturen aus der Staatsgalerie
 Stuttgart
Bosch-Waschmaschinen mit Skulpturen aus der Staatsgalerie Stuttgart

Variabilder:

Renée Sintenis, Selbstbildnis, 1926
Renée Sintenis, Selbstbildnis, 1926

Variabilder:

Florian
 Slotawa
Florian Slotawa

Variabilder:

Florian Slotawa, OBI-Picasso, 2018
Florian Slotawa, OBI-Picasso, 2018

Variabilder:

Donald Judd,
 Untitled, 1984
Donald Judd, Untitled, 1984

Variabilder:

Florian Slotawas „Hamburger Reihe“, 2018
Florian Slotawas „Hamburger Reihe“, 2018

Variabilder:

in der
 Ausstellung „Florian Slotawa: Stuttgart sichten. Skulpturen der Staatsgalerie Stuttgart“
in der Ausstellung „Florian Slotawa: Stuttgart sichten. Skulpturen der Staatsgalerie Stuttgart“







Bosch-Waschmaschinen mit Skulpturen aus der Staatsgalerie Stuttgart

Bosch-Waschmaschinen mit Skulpturen aus der Staatsgalerie Stuttgart

Renée Sintenis, Selbstbildnis, 1926

Renée Sintenis, Selbstbildnis, 1926

Florian Slotawa

Florian Slotawa

Florian Slotawa, OBI-Picasso, 2018

Florian Slotawa, OBI-Picasso, 2018

Donald Judd, Untitled, 1984

Donald Judd, Untitled, 1984

Florian Slotawas „Hamburger Reihe“, 2018

Florian Slotawas „Hamburger Reihe“, 2018

in der Ausstellung „Florian Slotawa: Stuttgart sichten. Skulpturen der Staatsgalerie Stuttgart“

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in der Ausstellung „Florian Slotawa: Stuttgart sichten. Skulpturen der Staatsgalerie Stuttgart“

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