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Ergebnisse der Berliner Tagung zur NS-Raubkunst

Berlin: Konferenz zur NS-Raubkunst

Am Mittwoch ging in Berlin die Fachkonferenz „20 Jahre Washingtoner Prinzipien: Wege in die Zukunft“ zu Ende. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste (DEZ), die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Kulturstiftung der Länder hatten dort über drei Tage hinweg mit zahlreichen Experten und rund 800 Teilnehmern über den bisherigen, den aktuellen und vor allem den zukünftigen Umgang mit Raubkunst debattiert. An vielen Stellen wurde großes Lob geäußert, doch auch mit Kritik wurde nicht gespart. Besonders der Vorsitzende des Jüdischen Weltkongresses Ronald S. Lauder beklagte die mangelnde Bereitschaft vieler Länder und Institutionen, sich ernsthaft mit der Thematik zu befassen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters betonte, dass zukünftig die Bemühungen zur Umsetzung der Washingtoner Erklärung aufrechterhalten und in einigen Punkten auch verbessert werden müssen. Gleichzeitig hob sie auch immer wieder die Erfolge der letzten zwanzig Jahre hervor: Rund 31 Millionen Euro an Fördergeldern wurden bereits in die Provenienzforschung investiert, insgesamt konnten 5750 Kulturgüter restituiert werden. Im Rahmen von Projekten des DEZ wurden seit 2008 rund eine Million Kunstobjekte, Bücher und historische Drucke überprüft.

Digitalisierung, Vernetzung und Transparenz sind die maßgeblichen Schlagworte der angestrebten Verbesserungen im Umgang mit Raubkunst. Verschiedene öffentliche beratende Anlaufstellen sollen zudem den Zugang zu den bereits geschaffenen Datenbanken, zu Gutachtern und Mediatoren erleichtern. Außerdem soll die Provenienzforschung in der Ausbildung junger Wissenschaftler weiter gefördert werden und, daran gekoppelt, in Form von festen Stellen in Museen, Archiven und Sammlungen Eingang finden. Die jeweiligen Häuser sind zudem aufgefordert, nicht nur ihre Bestände intensiv zu prüfen, sondern diese Forschung und die Ergebnisse umfassend in ihre Vermittlungstätigkeit zu integrieren.

Eines der großen Probleme der Washingtoner Erklärung ist ihr rechtlich und völkerrechtlich nur eingeschränkt wirksamer Charakter. So findet sich unter den Zielen für die Zukunft der Wunsch, dieses Manko durch eine ergänzende geeignete gesetzgeberische Grundlage auszugleichen. Damit verbunden ist das Anliegen, dass die moralische Verpflichtung der Washingtoner Prinzipien auch von privaten Sammlern und insbesondere vom Kunstmarkt als zentraler Schnittstelle des Handels auch mit möglichem NS-Raubgut angenommen wird.


30.11.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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