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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne Kunst bei Bassenge in Berlin mit einem schönen Aufmarsch an Arbeiten auf Papier

Zerklüftetes Selbst



Ida Kerkovius, Weihnachtsbild, 1968

Ida Kerkovius, Weihnachtsbild, 1968

Eine Kerze steht am oberen linken Bildrand auf dem Tisch, darunter ruht ein grünes Spielzeugpferd. Im Komplementärkontrast dazu ist ein roter Weihnachtsstern voll aufgeblüht und beherrscht – zentral platziert – die Komposition, während auf der rechten Seite der Mann noch im Halbschatten steht und nur sein Gesicht aus dem dunklen Hintergrund aufleuchtet. Mit diesen Zutaten hat Ida Kerkovius ihr Weihnachtbild garniert und sie 1968 auf der Hartfaserplatte in der Höhe gestaffelt. Auch in dieser letzten Schaffensphase legt die Malerin ihr Augenmerk auf den Gehalt der Farbe, wie sie es bei ihren Lehrern Adolf Hölzel in Stuttgart und Johannes Itten am Bauhaus in Weimar kennengelernt hatte, so dass etwa ihr Studienkollege Willi Baumeister sagen konnte: „In der Farbe ist sie uns allen überlegen.“ Das zur aktuellen Jahreszeit passende Gemälde kommt nun aus dem Besitz der Familie Kerkovius und wird von Bassenge in der Auktion „Moderne Kunst“ für 12.000 Euro angeboten.


Der Berliner Versteigerer geht am 1. Dezember mit seinem Programm an Kunst aus dem 20. Jahrhundert an den Start, und wieder sind es vor allem die Arbeiten auf Papier, die im Katalog überzeugen. So steht etwa Paul César Helleus feine Kreidezeichnung einer Belle Époque-Dame mit aufgetürmten Haar im verlorenen Profil an einer Brüstung für 5.500 Euro dem karikierenden Brustbild eines Mannes mit Zwicker von Jeanne Mammen um 1935/40 für 1.800 Euro gegenüber. Genauso treffen Max Liebermanns flott skizzierter „Biergarten in Blankenese“ von 1904 (Taxe 4.000 EUR), Ernst Ludwig Kirchners seltene, fast noch impressionistische Kaltnadelradierung „Segelboot auf dem Wasser“ von 1908 (Taxe 12.000 EUR), Louis Marcoussis’ kubistische, ebenfalls schwarzweiße Lithografie „Le Joueur“ von 1920 (Taxe 7.500 EUR), Marcel Jancos in Pastellkreide und Aquarell erstelltes Blatt mit drei Männern unter einem Baldachin beim Rauchen einer Wasserpfeife von 1947 (Taxe 600 EUR) und Ljubow Popowas suprematistisches, nur aus schwarzen Linien mit eingesetzten Farbkeilen bestehendes Aquarell „Raum-Kraft-Konstruktion“ um 1921 aufeinander (Taxe 15.000 EUR).

Einen eigenen dünnen Katalog hat Bassenge für gut 30 Zeichnungen und Druckgrafiken von Lovis Corinth vorgelegt. Sie stammen aus dem Nachlass des New Yorker Kunsthändlers Allan Frumkin, der sich unter anderem auf den Expressionismus aus Deutschland spezialisiert und mit Thomas Corinth, dem Sohn des Künstlers, posthum acht Radierungen publiziert hatte. Die Blätter sind recht günstig veranschlagt, wenn man 1.800 Euro für die Kohlezeichnung eines liegenden Frauenakts um 1902, hinter dem sich die freundlich blickende Charlotte Berend, Corinths zukünftige Ehefrau, oder 2.500 Euro für sieben Skizzenblätter für die Grafikfolge zu Goethes „Götz von Berlichingen“ in Betracht zieht. Die stärksten Werke sind Corinths Selbstbildnisse, darunter die Mappe „Totentanz“ von 1922 mit der eindrücklichen Kaltnadelarbeit „Tod und Künstler“ (Taxe 5.000 EUR), ein Kreideblatt in lebendigen, expressiven Strichen und einem Licht- und Schattenspiel von 1924 (Taxe 7.500 EUR) oder die schon wirre Selbstreflexion von 1925 als deformierte zerklüftete Gestalt (Taxe 4.500 EUR).

Die Spitzenposition der Offerte bleibt in der Klassischen Moderne: Emil Noldes Aquarell mit der dunklen, fast nächtlichen Vedute „Venedig. Santa Maria della Salute“ von 1924 listet der Katalog mit 60.000 Euro. Darum gruppieren sich etwa noch Edvard Munchs eindrückliches Porträt seines Jugendfreunds August Strindberg als Lithografie von 1896 (Taxe 25.000 EUR), Max Beckmanns Mappe „Stadtnacht“ von 1920 nach expressionistischen Versen Lili von Braunbehrens’ (Taxe 7.500 EUR) oder Erich Heckels Natur-Mensch-Verständnis auf dem kantigen Holzschnitt „Kniende am Strand“ von 1913/14 (Taxe 4.000 EUR). Aus Frankreich stoßen unter anderem Alberto Giacomettis frontales Aktbild „Nu aux fleurs“ von 1960 (Taxe 8.000 EUR), die zwei farbigen Blätter „Nature morte au guéridon“ um 1925 und „Bacchanale“ aus dem Jahr 1955 von Pablo Picasso (Taxe je 9.000 EUR) und Henri Matisse mit seinem farbigen abstrahierten Pochoir „L’Enterrement de Pierrot“ aus der Folge „Jazz“ von 1947 hinzu (Taxe 18.000 EUR). Als Vertreter des Pointillismus weist sich Paul Signac mit seiner luziden Farblithografie „Saint-Tropez: Le Port“ von 1897/98 aus (Taxe 16.000 EUR).

Doch es geht in der Auktion auch malerisch zu. In kleine Pinseltupfer zerlegte Christian Rohlfs 1911 seinen weiblichen Rückenakt und folgte damit den Ideen Signacs (Taxe 25.000 EUR). Die Gattungen Akt und Portrait verband Ernst Oppler 1928 in seinem „Selbstbildnis mit Modell: Lo und ich“ vor der Staffelei (Taxe 7.000 EUR). Mit wenigen breiten Pinselstrichen formte Alexej von Jawlensky 1937 ein dunkles, kompakt abstrahiertes Gesicht als „Große Meditation“ (Taxe 30.000 EUR). Joachim Ringelnatz, der eigentlich Seemann werden wollte, doch mit dieser Berufswahl scheiterte, griff seine entmutigenden Erlebnisse auf See 1925 noch einmal auf und malte nicht ohne eine Prise Humor ein „Seeungeheuer“, das sich weder für die kleinen nackten Badenden an der Küste, noch für das Segelschiff in der Ferne zu interessieren scheint (Taxe 6.000 EUR). Derweil hatte sich Arnold Topp schon in die Ungegenständlichkeit verabschiedet und 1922 eine rhythmisierte Komposition aus Kreissegmenten und Rechtecken in gedecktem Kolorit gebildet (Taxe 15.000 EUR).

In die Nachkriegszeit datieren Otto Greis’ an Miró angelehnte „Abstrakte Figuration“ von 1951 auf erdschwerem braunem Grund (Taxe 8.000 EUR), Heinz Trökes’ gleichaltrige, aber helle „Unruhige Mitte“ mit zeichenhaft verknappten Figuren und Georg Mayer-Martons dem gegenüber noch figurative Küstenszene mit „Boats at Low Tide“ von 1952 bei ebenfalls hohem Braunanteil (Taxe je 6.000 EUR). Typisch für das Schaffen Serge Poliakoffs sind puzzleartig verzahnte Farbflächen wie in der „Komposition in Rot, Rosa, Gelb und Weiß“ von 1957 und der ebenfalls in dieser Zeit entstandenen „Komposition in Blau, Schwarz und Gelb“ (Taxe je 18.000 EUR). Aus dem Abstrakten Expressionismus sind Willem de Kooning mit seinen spärlich gesetzten, pastosen Farbwülsten auf braunem Karton von 1982 (Taxe 25.000 EUR) und Sam Francis mit seinen flachen Farbballungen auf der Radierung „Cluster (SFE-045) von 1987 zugegen (Taxe 5.000 EUR). Genauso lustig sind die Farbschwünge auf einer unbetitelten Sprayzeichnung von Imi Knoebel aus dem Jahr 1977 (Taxe 8.000 EUR).

Für die Neue Figuration stehen Georg Baselitz’ Kaltnadelblatt „Der Maler“ mit einem recht braven Selbstbildnis im Atelier von 1968/69 (Taxe 5.500 EUR) und das realistische, im Düsenjäger fast schon fotorealistische Ölgemälde „Tiefflug“ von Matthias Koeppel aus dem Jahr 1980. Der Berliner Maler hat sich am Waldrand vor einem weiten Feld selbst ins Bild geholt, zeigt sich beim Malen aber unbeeindruckt von dem Jagdflugzeug (Taxe 7.000 EUR). An der Berliner Künstlergruppe „Schule der Neuen Prächtigkeit“ war zu dem Johannes Grützke beteiligt, der 100 Tiefdrucke aus fast 50 Jahren seines bildnerischen Schaffens für 10.000 Euro zur Verfügung stellt. Aus seiner philippinischen Heimat hat der gebürtige Spanier Juvenal Sansó einen landestypischen Bootsunterstand aus Bambus um 1970 mitgebracht und lässt seinen Blick über ein einsames Boot auf das Meer bis zum Horizont in abendlicher rot getönter Stimmung schweifen (Taxe 5.000 EUR). Etwas formreduzierter ging Louise Bourgeois 1984 bei ihrer Fotolithografie „Sheaves“ mit einigen herabhängenden Garben vor (Taxe 1.800 EUR).

Auch die Skulptur kommt bei Bassenge zu ihrem Recht. Ernst Barlachs hieratische, in sich versunkene Gewandfigur „Flamme“ von 1934 steht in einem postumen Guss von 1979 für 30.000 Euro bereit. Renée Sintenis ließ 1937 zwei „Spielende Hunde“ ausgelassen miteinander tollen (Taxe 16.000 EUR), während sich Ewald Matarés „Kniendes Kälbchen“ von 1959 gemütlich niedergelassen und zu einem Dreieck verfestigt hat (Taxe 8.500 EUR). In Hans Arps rötlich brauner Bronze „Ombre d’Orient“ von 1961 keimt noch rudimentär ein menschlicher Torso auf (Taxe 4.500 EUR). Etwas mehr Menschennähe holte Kerstin Grimm 1996/97 in ihre drei Reliefs „Der Stand der Dinge“, die mit ihren verzerrten Gestalten und den zerklüfteten Oberflächen für Ängste und Verletzungen stehen (Taxe 8.000 EUR). In die Ungegenständlichkeit hat sich Jenny Holzers vertikales Schriftband „Green Survival“ auf einer elektronischen LED-Anzeige von 2003 verabschiedet (Taxe 8.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 1. Dezember um 10 Uhr. Die Vorbesichtigung ist noch am 30. November von 10 bis 16 Uhr in der Abteilung Moderne Kunst, Rankestraße 24, 10789 Berlin möglich. Der Onlinekatalog listet die Objekte unter www.bassenge.com.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



30.11.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Louise Bourgeois, Sheaves, 1984

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Marcel Janco, Ohne Titel, 1947

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