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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Dorotheum in Wien streift durch die Nachkriegskunst und Zeitgenossen mit schlagkräftigen, zuweilen inhaltlich düsteren italienischen und deutschen Positionen

Poesie der Destruktion



Günther Uecker, Poesie der Destruktion, 1984

Günther Uecker, Poesie der Destruktion, 1984

Aufgerissen liegt die Leinwand auf einer Holzplatte, über der sich ihre orangefarben und schwarz getupften Fetzen erheben. In diese Fläche, die aufgrund ihrer Farbigkeit wie aufgebrochene Erde oder ein Trümmerfeld wirkt, sind zahlreiche Nägel geschlagen. Keiner dieser mit dem Hammer eingeschlagenen Pfähle steht gerade, vielmehr steigern sie in ihrer krummen, spitzen und wirren Anordnung noch den gefährlich zerstörerischen Eindruck. Die Nägel sind damit ihrem Sinn als handwerkliches Mittel des Zusammenhalts und der Verbindung enthoben und dringen bedrohlich in das Kunstwerk ein. Im Ganzen betrachtet wohnt Günther Ueckers „Poesie der Destruktion“ jedoch bei allem Durcheinander eine homogene Regelmäßigkeit inne. Die sich so entwickelnde Struktur gibt der Arbeit bei aller Spannung und Kraft einen geordneten Rahmen und innere titelgebend poetische Ruhe. Die Tafel von 1984, die seit ihrer Entstehung in amerikanischen Besitz war und marktfrisch auf den europäischen Kontinent zurückgekehrt ist, steht nun beim Dorotheum für 160.000 bis 240.000 Euro im Angebot.


Der Versteigerer bietet sie im Rahmen der Auktion „Post-War and Contemporary Art“ am 27. November in Wien an. Zwei Tage später folgen die etwas preiswerteren Lose dieser Sparte. Die „Poesie der Destruktion“ führt dabei allerdings nicht nur der deutsche ZERO-Künstler Uecker vor. Auch der Italiener Alberto Burri überzog seine Bildträger häufig wie mit einer Haut aus verschiedenen Materialien. Diese Schicht verletzte er, sodass sich eine Art Wunde auf dem Werk bildete. Die tiefgraue „Nero combustione“ von 1973 aus Acryl, Karton und Verbrennungen auf Holz ist in dieser Weise vertikal aufgerissen und gefaltet. Lediglich die Ränder der aufgebrachten Stoffe geben eine glatte geometrische Form vor (Taxe 150.000 bis 180.000 EUR). Diese klaren Kanten sind beim jüngeren „Nero Celotex“ des Jahres 1991 stärker auszumachen. „Celotex“ bezeichnet dabei eine industrielle Dämmplatte, die Burri weitab traditioneller künstlerischer Medien wegen ihrer Struktur und Eigenschaften schätzte und beinahe sezierend schälte oder formte (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR).

Materialartisten

Das Hauptstück des Abends, Günther Ueckers „Feld“ aus dem Jahr 2012/13, fängt mit seinen Nägeln und deren Schattenwürfen Schwünge verschiedener Richtungen ein. Der Nagel, für den Künstler nach eigener Aussage auch immer ein biografisches Element unterschiedlicher ins Leben geschlagener Schicksale, steht hier unerwartet organisch auf der Platte und scheint sich wie Ären eines Feldes im Wind zu biegen (Taxe 400.000 bis 600.000 EUR). Das Spirituelle hinter Ueckers Materialwahl lässt sich noch stärker an „Johannes“, einer sechsteiligen Installation aus einem Aschebild, dem Beginn des namensgebenden Evangeliums in Handschrift und einer Nageltafel aus dem Jahr 1995 ablesen (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Sein Landsmann Martin Kippenberger wurde mit seiner Wahl der Stoffe, aus denen er 1987 die titellose Collage zusammensetzte, konkreter: Ein Rotweiß kariertes Quadrat symbolisiert die Fläche der Explosion eines Gastanktransporters 1978 bei einem Campingplatz im spanischen Los Alfaques mit zahlreichen Toten und Verletzten. Während die rote Übermalung die Wucht der Detonation verdeutlicht, steht sein wiederholtes Monogramm „MK“ für die Anzahl der Opfer, und das Signalgelb im Hintergrund, über das ein originales Absperrband der Polizei gelegt ist, schafft Aufmerksamkeit für seine Art der „Poesie der Destruktion“ (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR).

Der Schweizer Alfons Schilling komponierte 1960 mit Sand, Schiefer, Gips und Farbe verschiedene Braun- und Graustufen auf Jute, die sich unten mittig und oben rechts konzentrieren. Sein Anliegen war dabei ein räumlich „unaufhörliches Bild“ zu schaffen, das Schilling nicht unbedingt als abgeschlossen betrachtete. Hierbei helfen seine in der Natur vorkommenden Materialien, die damit eine Verbindung zum Größeren der Umgebungswelt herstellen (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Mit Öl auf einer grauen Leinwand ahmte Emilio Scanavino 1961 „Il gomitolo“, einen Garnball, nach. In einem optisch eingeritzten Quadrat sammeln sich bei ihm wirre Linien zu einem Geflecht, das seine Wirkung aus Licht- und Schatteneffekten bezieht (Taxe 60.000 bis 90.000 EUR). Giulio Turcato nutzte 1968 für „Superficie lunare“ die Eigenschaften des Schaumstoffs, um in der Oberfläche der runden Platte auf dunklem Grund Mondkrater nachzubilden. Mit der Entstehungszeit kurz vor der ersten Landung auf dem Himmelskörper lässt Turcato die Aufbruchsstimmung in neue Welten und den Zukunftsglauben jener Jahre nachspüren (Taxe 55.000 bis 65.000 EUR). Antoni Tàpies blieb da mit seiner „Pila de palla“, mit seinem „Strohhaufen“, erdverbundener, den er 1970 zentral in Mischtechnik reliefartig auf die Leinwand bannte (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR).

Oden an die Struktur

In ein Queroval strukturierte Carla Accardi 1958 ihre rundorganische großformatige Linienkomposition „Integrazione Ovale“. Monochrom sammeln sich in Schwarzweiß dünnere Binnenzeichnungen am rechten unteren Rand, während nach oben dickere flächenhafte Striche dominieren und damit dichter wirken (Taxe 160.000 bis 240.000 EUR). Piero Dorazio setzte dagegen 1962 bewusst keine dynamischen Schwerpunkte, sondern überzog die gesamte Leinwand mit einem nicht endenden hellblauen Netzmuster, durch das teils rote Untermalungen schimmern (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Der informelle Künstler Hans Hartung löste 1963 in „T 1963-R50“ seine Linien stärker voneinander. Wie Spitzen stehen sie vor schwarzem Grund in dem Querformat, teils gebogen und sich teils überlappend. Links stechen diese von oben in Blau herab, während sie rechts Goldgelb aufstreben (Taxe 120.000 bis 160.000 EUR). Ein Alterswerk aus dem Todesjahr von Hans Hartung sind welligen schwarzen Spuren durch die blauen, grünen und gelben Hintergrundspritzer aus der Leinwand „T 1989-U22“ des Jahres 1989. Er beweist damit nicht nur sein Können in der starren Linienkomposition, sondern auch in der bewegten Farbgestaltung (Taxe 85.000 bis 125.000 EUR).

In Alighiero Boettis „Giogare“ von 1976 durchbricht nur der titelgebende Schriftzug die kachelartigen Strukturen in brauner Tusche, die nebeneinander in mehreren senkrechten Streifen stehen, aber nie ganz gerade sind und somit Bewegung suggerieren (Taxe 65.000 bis 85.000 EUR). Ernst Wilhelm Nay nutzte mehr die Farbe als die Linie, um seinen Werken Ausdruck zu verleihen. Aquarellartig steht diese fleckenhaft in starken Tönen nebeneinander und wird nur durch wenige skizzenhaft schnelle Striche überfangen. Weiße Flächen am Rande des harmonischen „Einklangs“ von 1953 fassen seine Komposition ein (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Bei Otto Piene scheint das Ergebnis ungeplanter. Wie eine Explosion ziehen sich zwischen orangefarben, grün und braun changierende Spritzer durch das Zentrum gleichartiger Verläufe. Ein dichter brauner Rauch zieht nach oben links über den Einschlag der Farbe auf dem Feuerbild „Nach April“ von 1976 (Taxe 55.000 bis 75.000 EUR). Günther Förg blieb bei seinem Diptychon von 1998 dagegen eher minimalistisch. Das dunkelgrüne Zentrum zweier kleiner Bleiplatten rahmen jeweils zwei schmale rote oder blaue vertikale Balken (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR).

Auf optische Effekte durch Strukturen zielte 1964 schon Franco Grignani mit seiner „Tensione plurima“ ab. Schwarzweiße, zur Täuschung angelegte Streifen lassen mittig die Illusion einer organischen und aus dem Bildträger hervortretenden Figur entstehen (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR). Ähnliche Ansprüche verfolgte 1969 Marina Apollonio. In der runden „Dinamica circolare 3S“ erzeugen verschieden breite, schwarzweiße Kreise den optischen Effekt einer teils spiralähnlich verschobenen Dynamik und Tiefe (Taxe 55.000 bis 75.000 EUR). Als farbenfroher Vertreter der Op-Art weist sich dagegen Julio Le Parc aus. Seine vertikalen vibrierenden Wellenlinien „Ondes 106 Series 3 N° 8“ von 1973 leuchten in kräftigen Kolorit eines Regenbogens (Taxe 45.000 bis 65.000 EUR).

Auf die Diagonale beschränkte sich Günter Fruhtrunk 1974 bei seinem Quadrat „Weißer Hiatus“ mit vornehmlich grünen und schwarzen Balken, die von schmaleren weißen und blauen Streifen flankiert sind (Taxe 45.000 bis 65.000 EUR). Aus der Konkreten Kunst gesellen sich zudem Max Bills Raute „Strahlung aus rosa“ von 1972/73 (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR) und Richard Paul Lohses vertikale Farbbalken „Sechs ineinandergehende gleiche Gruppen“ von 1949/65 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Stärker in die dritte Dimension drang 1986 wieder Victor Vasarely vor. „972 Olla“ betitelte er seine graue Netzstruktur vor gelb-braunem Grund, die in einem auf die Spitze gestellten Quadrat durch die Streckung ihrer Binnenformen vier Halbkugeln suggeriert. Auf vertikaler Linie wird deren Raumwirkung durch die Abdunklung der Hintergrundfarbe, auf der Horizontalen durch deren Aufhellung noch verstärkt (Taxe 65.000 bis 85.000 EUR).

Übergriff in den Raum

Nicht nur illusionistisch sondern tatsächlich griff Lucio Fontana bereits 1951 in den Raum über. Seine Serie „Concetto Spaziale“ will die plane Leinwand überwinden und durch Einschnitte, Löcher oder Auffaltungen Durchblicke ermöglichen. In der Version im Dorotheum ermöglichen dies einstichartige Perforierungen mit teils hellblau gesprenkelter Bemalung auf dem weißen Löschpapier (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR). Agostino Bonalumi drängte 1973 mit einem Unterbau die signalrote Leinwand zum Relief und schuf so zwei gegenüber stehende Dreiecke aus Querbalken derart raumgreifend, dass der Bildträger bis zum Reißen gespannt scheint (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Tom Wesselmanns „Maquette for: Matisse and Johns“ als Künstlerhommage ist da verspielter. Aus Karton setzte er 1991 verschiedene figürliche und abstrakte bunte Formen aneinander, die tiefengestaffelt den Blick auf die Wand frei lassen (Taxe 70.000 bis 80.000 EUR). Brutal mutet dagegen Pier Paolo Calzolaris „Studio“ von 1993 an. Wie eine Rasierklinge bohrt sich ein Stück Metall durch eine Salzschicht, die darunter blutend rot angelaufen ist (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Tatsächlich dreidimensional gestaltete der Kubaner Agustín Cárdenas 1973 die an einen Menschen erinnernde Stele „El quarto famba II“, die mittig in fragile Stäbe aufgelöst und einen steinartigen Kopf trägt (Taxe 45.000 bis 65.000 EUR). Düster ist Erwin Wurms jüngerer „Psycho 4“ von 2010 mit einem Mensch, der nach vorne gestützt in der Hocke sitzt und sich in seinen weiten Pullover zurückgezogen hat. Der Aluminiumguss aus einer Gesamtauflage von neun Stück soll 25.000 bis 38.000 Euro einbringen. Bei Theaster Gates steht der stilisierte „Conqueror“ aus weiß glasiertem Ton in Anlehnung an Skulpturen der Schwarzafrikaner auf einem hohem Holzsockel, der wie eine modernistische Säule der westlichen Kunst wirkt und damit die Unterschiede der Kulturen betont (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Das Hauptlos der zeitgenössischen Plastik stammt vom Franzosen Bernar Venet. „84 Arcs/Désordre“ besteht aus zwölf kleinen Stahlelementen in Kreisform, die sich aber nicht schließen kann. Das 2013 geschaffene Werkmodell soll 200.000 bis 280.000 Euro einspielen.

Figürliches abstrakt hinterfragt

Als Vertreter der italienische Pop Art gilt Mario Schifano. „A la Balla“ in Emailfarbe und Grafit ist eine Hommage an den Futuristen Giacomo Balla und nimmt 1955 seine reduzierte Formsprache vorweg. Im Schritt begriffen sind mehrere Beine und Arme und radial umrisshaft in Bewegung gesetzt. Den Rest der Figur verbirgt Schifano hinter einer schwarzen Fläche und rotweißen Balken (Taxe 150.000 bis 250.000 EUR). Als Mitglied der Gruppe CoBrA und durch seine wilden energiegeladenen Kompositionen machte sich der Däne Asger Jorn einen Namen. Teils unkenntlich abstrahierte Figuren in schwarzen Umrissen stehen in „Le beau legionnaire“ von 1956 vor knallig gelbem, rotem und grünem Hintergrund (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Sein Malerkollege und Mitbegründer der Künstlergruppe Karel Appel setzte dem 1995 in „Various modes of being“ eine immer noch wilde, aber ungegenständliche Farbkomposition entgegen (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR). Mimmo Rotella riss in seiner Decollage „Wild“ 1999 dann optisch Fetzen von der Darstellung eines männlichen Models in Unterwäsche und hinterfragte so die vorgefundenen Schönheitsideale (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Heiler ist die Welt bei Alex Katz’ realistischen knallig bunten Blüten unter türkisfarbenem Himmel in „Peony Incarnation II“ aus dem Jahr 2000 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Bei Maria Lassnig verschmilzt die schemenhafte „Blasse Hockende“ 1972 in ihren hellgrünen Umrisslinien beinahe mit dem ähnlich gefärbten Hintergrund (Taxe 130.000 bis 250.000 EUR). In A.R. Pencks titellosem Gemälde von 1994 umfassen zwei stilisierte Strichmänner einen blauen Farbwirbel im Zentrum, der weitere Gestalten mit unförmigen Körperteilen mit sich reißt (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Der jüngere Jonas Burgert blieb 2009 nah am Realismus und zeigt einen Mann rücklings stehend an einem Tisch mit Zeichen- oder Schreibausstattung und einem Totenkopf. Ein surreal kleiner Junge rennt im „Pulslauf“ von 2009 fluchtartig von diesem Stillleben in Richtung des Betrachters (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Die Geburt der Venus, ein kunsthistorisch tradiertes Motiv, reduzierte Anselm Kiefer 2012 in seinem Aquarell „Nascita di Venere“ auf ein gequält zur Seite liegendes Gesicht in der typischen Muschel, die üblicherweise die Geburt aus dem Meer begleitet. Die angedeuteten Brüste und ihr abgekehrter Blick lassen die Göttin dabei eher bloßgestellt erscheinen als anmutig wie bei Botticellis Umsetzung des Themas (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR).

Von Freuden und Erschreckendem

Der zweite Part der Auktion, den das Dorotheum zwei Tage nach dem Hauptprogramm versteigert, ist für die preiswerteren Stücke reserviert, kann aber ebenso mit großen Namen aufwarten. Vertreten ist beispielsweise Andy Warhol mit einem seiner typischen Siebdrucke, den vier aneinander gesetzten Porträts von „Joseph Beuys“ auf türkisgrünem Grund von 1980/83 (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Recht ungezwungen ging Otto Muehl kurze Zeit später an die menschliche Fortpflanzung heran und umriss 1984 in poppig roten Linien den „Ritual Sex (Papyrus 55001)“ (Taxe 50.000 bis 80.000 EUR). Weniger plakativ und nachdenklicher ist Igor Mitorajs „Bocca della rocca“ aus dem Jahr 1990. Die Bronzeplastik, die fünf Jahre später in acht Exemplaren gegossen wurde, gibt die unter Hälfte eines geöffneten hohlen Kopfes wieder. An dessen rückwärtiger Schädelwand ist ein kleines Gesicht angebracht, genauso wie am Sockel, wodurch Außen- und Innenwelt verschmelzen und reflektiert werden (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR).

Jan Fabres „Memento Mori (mit Ratte)“ aus dem Jahr 2006 ist morbider. Einen Totenkopf besetzte er mit Prachtflügelkäfern, und in dessen Mund steckt leblos schlaff eine präparierte Ratte. Die Vergänglichkeit des Lebens, aber genauso den Kreislauf der Nahrung unter anderem durch die Käfer und ihren scheinbaren Befall des Leichnams symbolisiert Fabre drastisch (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Unbedarft sind im Gegensatz dazu Jeff Koons’ jüngst aus Porzellan gefertigte „Balloon Animals“. Das Dreierset aus rotem Hasen, blauem Affen und gelbem Schwan mit verspiegelter Oberfläche aus einer 999er Auflage von 2017 soll nach Expertenmeinung 30.000 bis 40.000 Euro erlösen. Noch abstrakter als diese kindlichen Ballontiere ist Herbert Zangs’ organische titellose Form hinter einem Schleier aus mit Scheibenwischern erzeugten blauen vertikalen Streifen des Jahres 1980. Während sie entfernt an eine kopfüber stehende menschliche Figur erinnert, mutet Max Weilers braungrüne fleckenhafte Komposition von 1964 in Eitempera „Wie eine Landschaft, verworrene Gegend“ an (Taxe je 30.000 bis 40.000 EUR).

Am 27. November versteigert das Dorotheum in Wien ab 18 Uhr die „Post-War and Contemporary Art“. Der zweite Teil der Auktion kommt am 29. November ab 17 Uhr unter den Hammer. Die Vorbesichtigung aller Lose ist bis zum Versteigerungstermin wochentags von 10 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 9 bis 17 Uhr und am Sonntag von 14 bis 17 Uhr möglich. Die Kataloge sind online unter www.dorotheum.com abrufbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



22.11.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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