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Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die zweite Ausgabe der Art Düsseldorf hat ihre Tore geöffnet

Auch ohne starken Partner



Skulpturenplatz mit Tony Craggs Arbeiten „Lost in Thought“

Skulpturenplatz mit Tony Craggs Arbeiten „Lost in Thought“

Aller Turbulenzen zum Trotz: Beachtliche Besucherströme bewegten sich gestern in Richtung des Böhler-Areals in Düsseldorf-Oberkassel. In den edel sanierten Hallen des ehemaligen Stahlwerkes eröffnete die zweite Ausgabe der Art Düsseldorf. Nach dem medienwirksamen Ausstieg der Schweizer Messe und dem Rückzug des Mitveranstalters Andreas Lohaus war dies nicht unbedingt zu erwarten. Sichtlich nervös bemühte sich der verbliebene Messedirektor Walter Gehlen auf der Eröffnungspresskonferenz denn auch zu betonen, dass die Veränderungen ohne Einfluss auf die junge Kunstmesse seien. Weder operativ noch in finanzieller Hinsicht seien die Schweizer beteiligt. Vor dem Hintergrund ihres globalen Netzwerkes sei für die erste Ausgabe wichtig gewesen, der Marke Art Düsseldorf auf die Sprünge zu helfen.


Die Veranstalter verstehen ihr Produkt als regionale Messe mit nationaler Ausstrahlung. Entsprechend breit gefächert sind sowohl das Spektrum der 91 etablierten und jungen Galerien aus 19 Ländern als auch die künstlerischen Positionen von 1945 bis heute. Ein Schwerpunkt liegt auf rheinischen Künstlern und Strömungen, die zusammen mit internationaler und junger Kunst ein kompaktes Wechselspiel auf um zehn Prozent vergrößerter Ausstellungsfläche entfalten. Für Auflockerung der großzügig bespielten denkmalgeschützten Hallen sorgen drei Skulpturenplätze, die das Konzept von Regionalität und Internationalität spiegeln: Den Weltstar Tony Cragg, der in Wuppertal zuhause ist, holte die Messegesellschaft mit zwei haushohen, in sich verschlungen, mit „Lost in Thought“ betitelten Holzskulpturen in die alte Schmiedehalle. Beim Eintreten stößt der Messegast schon auf die filigranen Konstrukte von Meuser, die an die „Probleme beim U-Bahnbau“ erinnern, die in Düsseldorf zu verzeichnen waren. Und die König Galerie bespielt den Skulpturenplatz in der ehemaligen Kaltstahlhalle mit übermannsgroßen Bronzeplastiken des Österreichers Erwin Wurm. Eine kleinere, rund 30 Zentimeter hohe Ausführung der rosafarben kopflosen Gestalt mit drei Beinen findet sich auch in der Koje der Berliner Galerie, die sie für netto 30.000 Euro anbietet.

Sehr angetan von der Art Düsseldorf ist Johannes Schilling von der Kölner Galerie Boisserée, der bei der ersten Ausgabe schon dabei war. „Hier sind viele neue Kontakte entstanden, und wir erreichen hier Personen, die wir in Köln nicht erreichen können“, bekannte er. In seinem Kölner Hauptquartier zeigt er gerade eine hochkarätige Ausstellung über Joan Miró, aus der er die Bronze „Junges Mädchen in der Sonne“ von 1981 für 140.000 Euro oder die großformatige Farbaquatintaradierung „Die lästernde Eule“ von 1975 für 65.000 Euro mitgebracht hat. Ebenfalls aus Köln stammt der einprägsam figurative Maler C.O. Paeffgen, mit dem etwas weiter die Galerie Levy auf ihren Stand lockt. Das wörtlich zu verstehende Ölgemälde „Privat über Maus“ aus dem Jahr 1985 kostet 30.000 Euro.

Oft knüpfen die Messeauftritte an kürzlich stattgefundene oder aktuelle Ausstellungen an, wie beim Düsseldorfer Galeristenduo Beck & Eggeling. Hier stößt man wieder auf den Fotografen Thomas Wrede, der im Sommer im Wuppertaler Von der Heydt-Museum ausgestellt hat. Aus seinen „Real Landscapes“ ist der verträumte C-Print „Früher Morgen bei den Korallenmoosinseln“ von 2016 für 14.600 Euro zu haben. Der über Jahrzehnte aktive Düsseldorfer Stargalerist Hans Mayer ist wieder mit von der Partie und hat neben der frischen Ölcollage „The Transatlantic Passenger“ des Südafrikaners Zander Blom für 23.000 Euro Andy Warhols zehnteilige Grafikserie „Electric Chair“ von 1971 für 220.000 Euro gehängt. Bei der international tätigen Großgalerie Marlborough findet sich ein um 1980 entstandenes rotgraues Kissenbild des Düsseldorfer Akademieprofessors Gotthard Graubner, das noch nie öffentlich zu sehen war und für 550.000 Euro auf einen neuen Liebhaber wartet. Spritziger lockt nebenan der Kölner Galerist Christian Lethert mit einer verworrenen sternförmigen Holzskulptur des Kiecol-Schülers Kai Richter für 12.000 Euro in seine Koje.

Am Ende des ersten langen Ganges läuft man auf die zwei piktografischen Quadratformationen „Encore des Carrés“ von Daniel Buren aus dem Jahre 2011 zu, die am Stand von Dorothea van der Koelen mit je 85.000 Euro veranschlagt sind. Der Kölner Händler Heinz Holtmann hat eine titellose Verweißung aus Metall und Holz von Herbert Zangs für 32.000 Euro im Angebot. Mit Joseph Beuys stößt man nebenan bei Galerie Bastian auf einen weiteren Krefelder Künstler. Die Frontwand der Koje ziert der 1970 geschaffene Filzanzug, dessen Preis mittlerweile auf 193.000 Euro angestiegen ist. Bleiben wir kurz bei den Preisen: Besonders tief in die Tasche greifen muss man bei einem Einkauf in der Baseler Galerie Knoell. Der von Lucio Fontana 1960 ins Dreidimensionale überführte und mit Bronzefarbe veredelte Leinwandschnitt schlägt hier mit 1,5 Millionen Euro zu Buche. Wem dies zu viel ist, kann sich vielleicht für ein daneben aufgebautes kleines Mobile von Alexander Calder aus dem Jahr 1952 erwärmen, das lediglich mit 600.000 Euro ausgewiesen ist.

Immer wieder stößt der Kunstfreund auch auf Fotokünstler. So offeriert die Galerie M Bochum eine titellose Fotoserie, in der der Berliner Thomas Florschuetz den Ausblick aus dem Fenster bei Starkregen thematisiert (Preis gesamt 45.00 Euro, einzeln je 7.800 Euro). David Zwirner aus New York hält neben einigen Großbildern mit kosmischen Motiven von Thomas Ruff auch ein Foto des diesjährigen Kaiserring-Preisträgers Wolfgang Tillmans vor. Es zeigt für 95.000 Euro die Treppe der Frankfurter Städelschule. Bei Schönewald Fine Arts marschieren ebenfalls einige der wichtigsten deutschen Künstler auf: Gerhard Richter mit seinem kleinformatigen Offsetdruck „Blattecke“ von 2014 für 4.500 Euro oder Katharina Fritsch mit dem „7. Stillleben“ aus monochrom gefassten Figuren und Objekten von 2017. Hier teilt Paul Schönewald den Preis auf Anfrage persönlich mit.

Wie Richter gehört auch Ulrich Rückriem der Generation der 80jährigen an, von dem die in Brüssel und Athen beheimatete Galerie Bernier/Eliades eine mehrteilige, 180 Zentimeter hohe Granitstele mit minimalistischen Bohrlöchern von 1989 für 70.000 Euro zentral platziert hat. Sie wird von Tony Ourslers blumig-bunter Arbeit „Pris“ aus dem Jahr 2014 bewacht. Aus der Farbwolke mit drei Schlitzen blicken drei bewegte Augen (Preis 85.000 Euro). Für figürliche Malerei steht die Neue Leipziger Schule, die etwa von der Galerie Eigen + Art aus Berlin und Leipzig vertreten wird. In einer fahlen Landschaft scheinen bei Tim Eitel drei junge hockende Männer an einem spiegelnden Teich über den Sinn der Gegenwart zu sinnieren. Hier stehen 180.000 Euro auf dem Preisschild.

Die Art Düsseldorf demonstriert, wie sich junge Messen erfolgreich positionieren können: Sie bereitet relevante Kunst emotional frisch auf und setzt schon durch die attraktive Lokalität kreative Impulse. Dadurch ist der Wandel von einer reinen Produktschau zu einem Treffpunkt und themenorientierten Event in einem anziehenden Ambiente gelungen. Bei den Besuchern kam das Konzept des breiten, aber doch ausgesuchten Angebots an Kunstwerken ausgezeichnet an. Preview und Vernissage waren überbordend voll, prominente Künstler und Sammler lobten den abwechslungsreichen und kreativen Auftritt der Künste. Die Art Düsseldorf ist ein perfekter Ort für eine anregende Veranstaltung.

Die Art Düsseldorf läuft bis zum 18. November. Sie hat freitags von 12 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 25 Euro, ermäßigt 20 Euro und für das Zwei-Tages-Ticket 35 Euro.

www.art-dus.de



16.11.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Tim Eitel, Reflektion, 2010

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