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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Nicht gerade aufregend: bei Christie’s in New York ging die Kunst des Impressionismus und der Moderne recht routiniert über die Bühne

Der Abend der Tamara



Christie’s war diesmal an der Reihe, die New Yorker Auktionswoche mit Kunst vom Impressionismus bis in die Gegenwart zu eröffnen. Doch die wenig spannende Auswahl und die teils hohen Preiserwartungen trieben die Sammler am vergangenen Sonntag nur selten zu Höhenflügen an. Das meiste wanderte geschäftsmäßig über das Auktionspult. Wie beim Konkurrenten Sotheby’s einen Tag später musste auch bei Christie’s der Favorit des Abends passen: Zwar hatte Vincent van Goghs ausschnitthaftes Gartenstück „Coin de jardin avec papillons“ bis zum Sommer noch eine illustre Ausstellungstournee durch Japan und Holland hinter sich und war zuletzt im Van Gogh Museum in Amsterdam zu sehen, doch wollte den heiteren Sommertag mit Gräsern, Blüten und Schmetterlingen „in the region of 40 Millionen Dollar“ niemand mitnehmen.


So positionierte sich Claude Monets „Bassin aux nymphéas“ von 1917/19 an der Spitze der Versteigerung. Aber auch bei dem zwei Meter breiten, fast abstrakten Blick auf Monets Seerosenteich in Giverny endeten die Gebote schon bei 28 Millionen Dollar. Vorgesehen waren eigentlich 30 bis 50 Millionen Dollar. Daher lag die wertmäßige Verkaufsrate am 11. November mit 79 Prozent unter der losbezogenen Zuschlagsquote von 85 Prozent. Mit den 52 verkauften Objekten fuhr Christie’s einen Bruttoumsatz von 279,3 Millionen Dollar ein, erreichte damit aber nicht die untere Schätzpreissumme 304,7 Millionen Dollar, die zudem noch ohne das Aufgeld summiert ist. Die Bilanz hätte deutlich positiver ausfallen können. Doch unter den neun Rückgängen fanden sich weitere Schwergewichte, etwa Henri de Toulouse-Lautrecs in Rückenansicht à la Degas gemalte „Danseuse“ von 1888 für 6 bis 8 Millionen Dollar, René Magrittes grauer Steintorso „La statue volante“ um 1964/65 in gleicher Preiskategorie, Claude Monets blühende Sonnenblumen neben dem „Escalier à Vétheuil“ von 1881 für 12 bis 18 Millionen Dollar oder Pablo Picassos wenig attraktives Portrait seiner Geliebten Marie-Thérèse Walter mit dem Titel „Femme au béret orange et au col de fourrure“ von 1937 für 12 bis 20 Millionen Dollar.

Unter den fünfzehn Picasso-Losen der Auktion kam die junge Marie-Thérèse dann doch noch zum Zug. Das flächige, stark konturierte Stillleben „La Lampe“ von 1931 mit ihrem weißen Gipskopf in der Mitte war 2007 bei Sotheby’s für 25 bis 35 Millionen Dollar zwar durchgefallen, überzeugte jetzt bei gleicher Schätzung aber mit 26 Millionen Dollar. Gefragt waren in der Picasso-Offerte eher die günstigen Gemälde. So konnte gleich zu Auktionsbeginn die geometrisch aufgeteilte „Femme assise“, ein kleines strenges Bildnis seiner Muse Françoise Gilot von 1953, ihre Schätzung auf 2,4 Millionen Dollar verdoppeln. Ihr freundlicheres Frontalportrait mit ausgefallenem Hut von 1948 kam auf 5,4 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 5 Millionen USD), das statuarische neoklassizistische Brustbild seiner Frau Olga, gemalt 1921 in Pastell, auf taxkonforme 10,5 Millionen Dollar, und die ebenso wehmütige „Buste de femme au voile bleu“ von 1924, hinter der wohl auch Olga Khokhlova in madonnenhafter Gestalt steht, musste einen Abschlag auf 6,5 Millionen Dollar hinnehmen (Taxe 8 bis 12 Millionen USD).

Platz 3 der Top Ten belegte hinter Monet und Picasso dann Alberto Giacometti mit seiner Skulptur „Le Chat“ von 1951. Die ausgemergelte Katze, die in den 1950er Jahren acht Mal gegossen wurde, hatte 2010 bei Christie’s schon einmal 18,5 Millionen Dollar eingefahren; jetzt blieben an ihr 15 Millionen Dollar hängen (Taxe 14 bis 18 Millionen USD). Für Giacomettis ebenfalls überlängter spindeldürrer Bronze „Femme assise“ von 1949/50 stoppten bei gleicher Schätzung die Gebote indes bereits bei 12 Millionen Dollar. Die Marke von 10 Millionen Dollar überschritten dann noch zwei Impressionisten, zunächst wiederum Claude Monet. Seine „Jeune fille dans le jardin de Giverny“, die mit zwei Blumensträußen im blühenden Grün lustwandelt, verabschiedete sich schon bei 14 Millionen Dollar (Taxe 15 bis 25 Millionen USD). Dafür zog seine imponierende Winterszene „Effet de neige à Giverny“ aus dem Jahr 1893 mit nur noch schemenhaften Häusern im Weiß von 5 Millionen Dollar auf 13,5 Millionen Dollar an. Den Erwartungen entsprach dann Camille Pissarros buntes Paris-Gewimmel in „La Rue Saint-Lazare, temps lumineux“ von 1893 mit 10,7 Millionen Dollar.

Die untere Schätzgrenze respektierten Edgar Degas’ „Quatre Danseuses“ in hellrotem und blauem Tüll um 1903 mit 5 Millionen Dollar, Mary Cassatts zwischen Realismus und Impressionismus changierende Familienidylle „Children Playing with a Dog“ von 1907 mit 4 Millionen Dollar und Henry Moores zweieinhalb Meter lange „Reclining Figure“ von 1982 mit 8 Millionen Dollar. Preissteigerungen verzeichnete eher das niedrigere Segment, etwa Pierre-Auguste Renoirs farbenfroher Halbakt „Baigneuse assise“ von 1890 auf 2,1 Millionen Dollar (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD) und Kees van Dongens elegant aus dem Schwarz aufleuchtende Vogue-Schönheit Loyse Dumarest mit dem titelgebenden „Lévrier bleu“ von 1919/20 auf 1,8 Millionen Dollar (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Die Käufer übersahen Giorgio Morandis schlichte „Natura morta“ mit sechs Gefäßen von 1959 bei 750.000 Dollar nicht (Taxe 300.000 bis 500.000 USD), und auch Jean Metzinger durfte sich über 1,5 Millionen Dollar für sein kubistisches Gemälde „Tête de jeune fille“ von etwa 1914 freuen (Taxe 700.000 bis 1.000.000 USD).

Schließlich konnte sich das Publikum doch noch auf zwei Künstlerrekorde verständigen. Der erste ging an Hans Arp und seinen abstrahierten Frauentorso „Déméter“ aus weißem Marmor. Mit einem Zuschlag von 4,9 Millionen Dollar verschob das Unikat aus dem Jahr 1961 die Messlatte für den Bildhauer um 800.000 Dollar nach oben (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Dann kam Tamara de Lempicka an die Reihe. Schon bei ihrer wie aus Stein gemeißelten blonden „Femme à la colombe“ von 1931 ließen die Bieter nicht locker und verhalfen ihr zu 4,5 Millionen Dollar (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Doch aufregender war „La Musicienne“. Denn hinter der Rothaarigen im durchsichtigen blauen Chiffonkleid, die mit ihrer Mandoline in der grauen New Yorker Steinwüste spielt, steht Lempickas damalige Geliebte Ira Perrot. Und noch etwas hatte die hochformatige Leinwand von 1929 zu erzählen. Denn sie wurde 2009 aus dem Scheringa Museum im Nordwesten Hollands gestohlen und tauchte erst 2016 wieder auf. Das Versicherungsunternehmen, das damals die Summe der Police ausbezahlt hat, wird nun mit dem Rekordpreis von 7,8 Millionen Dollar entschädigt (Taxe 6 bis 8 Millionen USD).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



15.11.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Claude Monet, Effet de neige à Giverny, 1893
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Claude Monet, Jeune fille dans le jardin de Giverny, 1888
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Camille Pissarro, La Rue Saint-Lazare, temps lumineux, 1893
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Zuschlag: 28.000.000,- USD

Losnummer: 32

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Taxe: 5.000.000 - 8.000.000 USD

Zuschlag: 13.500.000,- USD

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Claude Monet, Jeune fille dans le jardin de Giverny, 1888

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Taxe: 15.000.000 - 25.000.000 USD

Zuschlag: 14.000.000,- USD

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Taxe: 8.000.000 - 12.000.000 USD

Zuschlag: 10.700.000,- USD

Losnummer: 10




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