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Nicole Eisenman in Baden-Baden

Die Staatliche Kunsthalle in Baden-Baden präsentiert aktuell die erste institutionelle Schau von Nicole Eisenman in Deutschland. Die in New York lebende Künstlerin setzt sich in ihren Arbeiten mit der Geschichte, Kunstgeschichte sowie der Popkultur auseinander. So zitiert sie etwa Elemente der Renaissancemalerei, bezieht sich auf moderne Tendenzen und setzt bewusst etwa auf Antiästhetik. Den Schwerpunkt bilden mehr als 20 Skulpturen der 1965 in Verdun geborenen Künstlerin. Eigens für die Ausstellung schuf Eisenman zwölf neue Arbeiten, die von Gemälden, Zeichnungen, einer Videoarbeit und Holzreliefs begleitet werden.

Den Anfang markieren sechs unterschiedlich große Bronzeköpfe. Hendrik Bündge, Kurator der Schau, erklärt, dass diese Metallköpfe ein Beleg für „Eisenmans Vorliebe für schwarzen Humor sowie für die Textur und das experimentelle Spiel mit unterschiedlichen Materialien – etwa Bronze, Aluminium oder Gips - und deren Wirkung“ sind. Die Oberflächen unterschieden sich in ihrer Bearbeitung. So hat Eisenman das Äußere einer Skulptur fein poliert, während sie die Arbeit „The General“ grob und rau belassen hat. Die stilisierte Büste ist ein Gesicht voller Einritzungen und einer prominent hervortretenden, zu einer kurzen Röhre veränderten Nase. Neben differenziert ausgearbeiteten Büsten treten abstrakt gehaltene oder comichaft verzerrte Versionen. Ein Kopf speit Wasser, und sein Kollege lässt Rauchwolken aufsteigen.

Laut Bündge beziehen sich mehrere der Arbeiten auf die aktuelle US-amerikanische Situation unter Donald Trump. So liegt ein sechs Meter langer, mit Gips ummantelter Fahnenmast zerbrochen auf dem Boden. Die Flagge aber fehlt. Der Adler als Wappentier Amerikas ist nun in einer Kiste untergebracht: Die Arbeit sei ein materialisiertes Antimonument, das Nicole Eisenman in feiner Balance zwischen Galgenhumor und Tragik formulierte.

Nicole Eisenman, die an der Rhode Island School of Design in Providence studierte, gelang der Durchbruch in der New Yorker Kunstszene der 1990er Jahre mit ihrer neorealistischen Malerei. Ihre Werke waren unter anderem im Institute of Contemporary Art in London, in der Kunsthalle Zürich und dem Jewish Museum in New York zu sehen. 2017 nahm sie mit einem Skulpturenensemble an der Ausstellung Skulptur Projekte in Münster teil. Eisenman erhielt zudem mehrere Stipendien, darunter den John Simon Guggenheim Grant und das MacArthur Fellowship.

Die Ausstellung „Nicole Eisenman. Baden Baden Baden“ läuft bis zum 17. Februar 2019. Die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt an Heiligabend und Silvester geschlossen. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro; freitags ist er kostenlos. Der begleitende Katalog kostet im Museum 27 Euro.

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
Lichtentaler Allee 8a
D-76530 Baden-Baden

Telefon: +49 (0) 7221 – 300 76 400
Telefax: +49 (0) 7221 – 300 76 500

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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