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Karl-Heinz Adler gestorben

Der Dresdner Konstruktivist Karl-Heinz Adler ist tot

Karl-Heinz Adler ist tot. Wie die Leipziger Galerie Eigen + Art mitteilte, starb der Dresdner Maler und Grafiker am Sonntag im Alter von 91 Jahren. Er gilt mit Hermann Glöckner, Wilhelm Müller, Manfred Luther oder Friedrich Kracht als einer der wichtigsten Vertreter einer konkret-konstruktiven Formensprache in der DDR, die nicht der offiziellen Kunstdoktrin entsprach. Sein Galerist Gerd Harry Lybke würdigte ihn mit den Worten: „Mit Karl-Heinz Adler verlieren wir einen engen Freund und Mitstreiter. Seine Haltung und Geradlinigkeit in Kunst- und Lebensdingen, die ästhetische Stringenz und konzeptuelle Qualität seines Werks bleiben uns Orientierungshilfe und Maßstab. Wir sind überzeugt, dass seine Kunst auch für zukünftige Künstlergenerationen als reiche Inspirationsquelle dienen wird: philosophisch, geheimnisvoll und überraschend.“

Karl-Heinz Adler kam am 20. Juni 1927 in Remtengrün im Vogtland zur Welt. Nach einer Lehre als Musterzeichner und dem Studium an der Textilfachschule in Plauen Anfang der 1940er Jahre absolvierte er ab 1947 seine künstlerische Ausbildung bei Arthur Degner an der Hochschule für die bildenden Künste in West-Berlin und bei Wilhelm Rudolph und Hans Grundig an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Als er 1953 sein Diplom erhielt, trat er dem Verband Bildender Künstler der DDR bei und verfolgte noch eine realistische Malerei. Ab 1955 lehrte Adler an der Technischen Hochschule Dresden in der Abteilung Architektur, Bauplastik und Aktzeichnen. Hier brach sich seine reduziert-konkrete, seriell angelegte Formensprache in Collagen und Materialschichtungen Bahn.

Fand sein freies künstlerisches Werk in der DDR mit einer ersten Einzelpräsentation 1982 in Dresden zunächst wenig Beachtung, konnte sich sein 1968 mit Kracht entwickeltes Betonformsteinsystem durchsetzen. Die seriell-abstrakte Gestaltung für Wandfassaden, Brunnen und Spielplätze prägt bis heute das Bild vieler Städte im Osten. Das künstlerische Tun Adlers verlief zwar parallel zu den westlichen Entwicklungen von Konzeptkunst, Minimalismus, Zero, Op-Art und Konkreter Kunst, jedoch waren diese Strömungen weitestgehend in der isolierten DDR nicht zugänglich. Erst nach der Wende begann die Aufarbeitung und internationale Verortung seines Schaffens.

Seine minimalistischen Zeichnungen, Collagen, Faltungen und skulpturalen Objekte wurden ab den 1990er Jahren in Einzel- und Gruppenausstellungen vor allem in Deutschland präsentiert, etwa im Josef Albers Museum in Bottrop, den Kunstsammlungen Chemnitz oder im Museum Folkwang in Essen. Von 1988 bis 1995 erhielt Karl-Heinz Adler zudem eine Gastprofessur an der Kunstakademie Düsseldorf. Zu seinem 90. Geburtstag richteten ihm die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im vergangenen Jahr eine Retrospektive aus. 2008 wurde er mit dem Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden ausgezeichnet. Noch bis zum 20. Dezember präsentiert die Galerie Eigen + Art an ihrem Leipziger Standort eine Ausstellung mit Arbeiten Karl-Heinz Adlers aus über 45 Schaffensjahren.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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