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Der erste gotische Dom nördlich der Alpen und östlich des Rheins ist das Aushängeschild der Landeshauptstadt Magdeburg. In ihm ruht Otto der Große, die bedeutendste Gestalt der Stadtgeschichte. Das neu eröffnete Dommuseum „Ottonianum“ rückt nun beides in den Fokus

Im Schnittpunkt deutscher Geschichte



Löwenköpfchen, 11. Jahrhundert

Löwenköpfchen, 11. Jahrhundert

Ottonianum, der Name des neuen Dommuseums in Magdeburg, verweist bereits auf die maßgebliche Person, um die sich alles dreht. Mit Otto dem Großen (912-973) begann die Geschichte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Wie über 150 Jahre zuvor Karl der Große wurde Otto im Jahr 962 in Rom zum Kaiser gekrönt. Damit begann die Tradition, von nun an deutschen Königen die Kaiserwürde zu verleihen. Das Germanentum verband sich mit christlich-römischen Prägungen in einem Großreich. Es bestand bis zur Zerschlagung durch Napoleon im Jahr 1806. Magdeburg erlangte durch den im heutigen Sachsen-Anhalt geborenen und verstorbenen Kaiser Otto I. eine politische und religiöse Vorrangstellung. Zentral im Reich gelegen und mit einer prächtigen Pfalz ausgestattet, wurde Magdeburg 968 zum Erzbistum erhoben. Um die Herrschaftsansprüche zu untermauern, ließ Otto die Pfalz wie auch den romanischen Dom mit antiken, aus Italien importierten Stücken ausschmücken, ergänzt von kostbaren Reliquien.


Seit 2001 förderten Ausgrabungen im Dom und auf dem Domplatz kostbare Funde zu Tage, die zu neuen Forschungen und Erkenntnissen führten. Um diese attraktiv und unter Betonung der besonderen Historie und Stellung des Ortes pointiert zu vermitteln, haben sich die Landeshauptstadt, das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie sowie die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt zu einer Kooperation zusammengetan und ein neues Dommuseum initiiert. Vis-a-vis der Westtürme des Doms fand es in der einstigen Kassenhalle der alten Reichsbankfiliale sein Domizil. Am Wochenende wurde das Ottonianum nun feierlich eröffnet.

Das Bankhaus, das zwischen 1920 und 1923 nach Plänen des Architekten Philipp Nitze in kubisch reduzierten Formen mit neoklassizistischen Anklängen errichtet wurde, galt seinerzeit als eines der sichersten seiner Art. Heute ist es im Besitz der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg, deren Hauptverwaltung in den Obergeschossen residiert. Der Besucher erreicht das Ottonianum über den neuen Nordeingang und gelangt in die dreischiffige alte Kassenhalle. In dem von hellem Tageslicht durchfluteten Saal hat das Züricher Büro Holzer-Kobler Architekturen auf 650 Quadratmetern eine genau in der Domachse liegende Inneneinrichtung in drei Strängen inszeniert, die von den blau und grün getünchten alten Pfeilern gegliedert wird.

Nach einer Einführung stehen im ersten Gang des Parcours die Bauten auf dem Domfelsen und die ausgegrabenen kostbaren Baumaterialien im Fokus. Neben aus Italien importierten und wieder verwendeten antiken Säulen, Basen oder einem qualitätvoll geschmückten korinthischen Kapitell zeugen seltene glasierte Dachziegel von dem enormen Aufwand der Ausstattung sowie dem intensiven Transfer von Technologie, um den kaiserlichen Ansprüchen beim Dombau zu genügen. Am Ende der ersten Zone ist ein raumhoch arrangiertes präpariertes Erdprofil vom Domplatz zu sehen, dessen Schichten die Jahrtausende alte Nutzung des hochwasserfreien Ortes als Teil einer Handelsroute belegen.

Im Mittelgang rücken auf einem erhöhten Podest Kaiser Otto der Große und seine erste, jung verstorbene Frau, Königin Editha, ins Zentrum. Zu den Höhepunkten der Exponate gehört der aus einem Bleikasten bestehende Sarg mit den sterblichen Überresten Edithas. Die wie eine Heilige Verehrte wurde kurz nach 1500 in einem neuen Hochgrab in der Chorscheitelkapelle des Doms beigesetzt. Untersuchungen der überbordend mit Plastiken verzierten Grabstätte aus der Renaissance führten vor zehn Jahren zur Entdeckung der Bleikiste, in der sich neben den Gebeinen kostbare Stoffe und mittelalterliche Tierchen im Mikroklima der Grabstätte erhalten hatten, darunter ein purpurrotes Seidengewebe mit Adlern und floralen Elementen.

Thema des letzten Abschnitts ist die Entfaltung des neu gegründeten Erzbistums und dessen Kathedrale. Infolge eines Stadtbrands wurde 1207 die romanische Bischofskirche zerstört. 1209 wurde hier dann erstmals in Deutschland die Errichtung eines Doms im gotischen Stil begonnen. Nach über 300 Jahren Bauzeit war er 1520 vollendet. Unter drei Wasserspeiern von den Dachtraufen in Form bedrohlicher Monster breiten sich erlesener Bauschmuck sowie aus mittelalterlichen Bischofsgräbern geborgene Kostbarkeiten aus. Dazu gehören die mit Goldfäden, Glas- und Fußperlen verzierten Pontifikalschuhe des Erzbischofs Wichmann von Seeburg, ein vergoldeter Kelch samt Patene aus dem Grab des Erzbischofs Otto von Hessen, der mit Löwen, Greifen und Blütenranken verzierte Mitrastoff aus dem Grab Erzbischofs Dietrich von Portitz oder kopierte Tumba-Deckel. Aus der Nürnberger Werkstatt Peter Vischers stammt die Deckplatte des prächtigen Hochgrabes von Erzbischof Ernst von Sachsen.

Nicht außer Acht lassen sollte der Besucher die Figur des heiligen Mauritius im Chor des Domes, der neben der heiligen Katharina Dompatron ist. In der Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die Skulptur in beeindruckendem Realismus adäquat der neuen gotischen Diktion lebendig und detailreich ausgearbeitet. Hier wurde erstmals ein Heiliger in der Gestalt eines Schwarzafrikaners dargestellt, was in der Kunst allgemein erst 200 Jahre später aufkam. Prägnant auf rund 100 Exponate konzentriert, ergänzt das neue Haus schlüssig in Magdeburg die Kunstachse zwischen dem Kunstmuseum Kloster unserer Lieben Frauen und dem Kulturhistorischen Museum. Sie wird zentrales Element für die Bewerbung Magdeburgs als Kulturhauptstadt im Jahr 2025 sein.

Das Dommuseum Ottonianum Magdeburg hat täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7,50 Euro, ermäßigt 5 Euro. Zur Dauerausstellung ist ein Führer für 6,50 Euro erschienen.

Kontakt:

Dommuseum Ottonianum Magdeburg

Domplatz 15

DE-39104 Magdeburg

Telefon:+49 (0391) 540 35 01



05.11.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Kaiser Otto der Große mit seinen Frauen
 Adelheid und Editha, Magdeburg, um 1230
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Heiliger Mauritius, Magdeburg, um 1240/50
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Hochgrab der Königin Editha, Magdeburg, vor 1510
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Wasserspeicher vom Magdeburger Dom, 14. Jahrhundert
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Peter Vischer d.Ä., Hochgrab Erzbischof Ernst von Sachsen, 1495
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antike Spolien aus Marmor und Sandstein
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Korinthisches Kapitell, Rom, 200 n. Chr.
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Löwenköpfchen, 11. Jahrhundert
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Wasserspeicher vom Magdeburger Dom, 14. Jahrhundert

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Heiliger Mauritius, Magdeburg, um 1240/50

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Peter Vischer d.Ä., Hochgrab Erzbischof Ernst von Sachsen, 1495

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Kaiser Otto der Große mit seinen Frauen Adelheid und Editha, Magdeburg, um 1230

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Korinthisches Kapitell, Rom, 200 n. Chr.

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Hochgrab der Königin Editha, Magdeburg, vor 1510

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antike Spolien aus Marmor und Sandstein

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Gemauerte Grabeinfassung, Magdeburg, um 963

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