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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Barockes Porzellan aus Meißen kommt bei der Antiquitätenauktion im Wiener Dorotheum unter den Hammer. Aber auch dessen Nachschöpfungen stehen hoch im Kurs

Heinrich Graf von Brühl bittet in einer Neuauflage zu Tisch



Johann Friedrich Eberlein, Speiseservice mit dem „Schwanen-Relief“ für Graf Brühl, Meißen, um 1976

Johann Friedrich Eberlein, Speiseservice mit dem „Schwanen-Relief“ für Graf Brühl, Meißen, um 1976

Schwäne waren im Zeitalter des Barocks nicht nur Zierde der Schlossgärten, sondern kamen auch gern mal auf den Tisch. Dabei wurden die Tiere als Pastete verarbeitet oder als Schauessen auf den fürstlichen Tafeln präsentiert. Als dann im frühen 18. Jahrhundert in Dresden das Weiße Gold entdeckt und die Porzellanmanufaktur kurz darauf in Meißen gegründet wurde, avancierte der Schwan bald zur beliebten Dekorationsform. Schließlich ließ der berühmte sächsische Premierminister Heinrich Graf von Brühl das legendäre, circa 2.200 Teile umfassende Schwanenservice für sich anfertigen. Die Herstellung dieser ungeheuren Menge an Tafelgeschirr dauerte gut fünf Jahre von 1737 bis 1742. Noch heute können einige Originalteile des Services im Dresdner Zwinger besichtigt werden.


Der Schwan taucht als Flachrelief auf den Tellerflächen oder den Seiten der Terrinen auf. Fische oder Delphine dienen als Henkel für Schüsseln und Saucieren. Zahlreiche Streublumen, aber auch Muscheln zieren die sonst weißen Geschirrteile. Besonders reizvoll ist der Knauf eines Terrinendeckels gestaltet. Dort sitzen eng umschlungen die Nymphe Galatea und ihr Geliebter Acis. Ein korallenrotes Tuch, das beide in den Händen halten, scheint durch die Luft zu fliegen und dient zugleich als Griff für den Deckel. Nicht nur wegen der großen Menge, sondern auch aufgrund der detaillierten Form und Vielfalt der Gestaltung gilt das Schwanenservice als Hauptwerk der barocken Porzellankunst aus Meißen. So verwundert es nicht, dass das Service vielfach mithilfe der originalen barocken Modelle nachgefertigt wurde. Das Dorotheum in Wien bietet jetzt eine dieser Neuauflagen aus der Zeit um 1976 zur Versteigerung an. Das 96 Teile umfassende Schwanenservice mit zwölf Gedecken, verschiedenen Terrinen und Saucieren soll 90.000 bis 150.000 Euro einspielen.

Möbel

Unter den über 100 Losen der Möbelabteilung stechen besonders zwei barocke Truhensitzbänke des 18. Jahrhunderts aus Venedig hervor. Die Sitzgelegenheiten wirken mit ihrer Trompe l’œil-Malerei repräsentativ und gleichen den Tür- oder Fensterbekrönungen eines italienischen Barockpalastes (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR). Wuchtig, aber nicht weniger kostbar kommt ein sogenannter Frankfurter Hallenschrank aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts daher. Der Schätzwert des stark profilierten und mit Nusswurzelfurnier belegten Schrankes liegt zwischen 15.000 und 20.000 Euro. Ein weiterer barocker Hallenschrank aus Süddeutschland lenkt mit einer Gliederung aus korinthischen Pilastern, Bastionsfüllungen und Nussbaum- und Nusswurzelfurnier die Aufmerksamkeit auf sich (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Ein Geheimtipp im Wortsinn ist ein Schreibaufsatzschrank aus Venedig mit diversen Geheimschubfächern. Bekrönt wird der geschweifte und mit dunklem Nussbaum furnierte Korpus von einem gesprengten Giebel (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Anders als die barocken Möbel glänzt ein Paar großer venezianischer Wandspiegel aus dem Rokoko mit einer Vergoldung sowie figuralem und floralem Ätzdekor auf den Spiegelflächen (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Skulpturen

Eine meisterlich geschnitzte gotische Madonna aus Salzburg um 1430 besticht durch den eleganten Schwung der sogenannten „Schönen Madonnen“, in deren Riege sie sich ohne weiteres einreihen kann. Die Schätzung der Maria mit dem kopflosen Christuskind liegt bei 18.000 bis 22.000 Euro. Auch die Lindenholzfigur der heiligen Barbara, um 1480 in Franken gearbeitet, verzückt den Betrachter mit dem berühmten S-Schwung der gotischen Figuren. Auf ihr haben sich teilweise noch Reste der polychromen Fassung erhalten (Taxe 24.000 bis 28.000 EUR). Aus der Werkstatt des österreichischen Bildschnitzers Jakob Kaschauer stammt eine Madonna mit Kind. Das Gewand der Maria fällt in weichen Falten über ihren Körper, und mit mütterlicher Hingabe und Innigkeit hält sie den jungen Christusknaben auf ihrem linken Arm (Taxe 22.000 und 28.000 EUR).

Ein besonderes Highlight unter den Kunstwerken stellt die Reiterstatuette Kaiser Leopolds I. dar, die Caspar Gras zugeschrieben wird. Der aus Mergentheim stammende, in Tirol wirkende Gras war als Bronzegießer im Dienste des Erzherzogs Maximilian von Österreich tätig. Er goss zahlreiche ähnliche Reiterstatuetten, die sich oft nur in kleinen Details unterscheiden. Hier sitzt der geharnischte Kaiser mit wallendem Haar auf einem courbettierenden Pferd und streckt seinen rechten Arm zu einem Befehlsgestus aus (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR). Wer es weniger imposant mag, dem sei die Wiener Tischuhr mit ewigem Kalender ans Herz gelegt. Zwei vergoldete Putten tragen mit spielerischer Leichtigkeit das mit „Joseph Kirling in Wien“ bezeichnete Ziffernblatt des klassizistischen Werks, das zwischen 30.000 und 40.000 Euro einspielen soll.

Glas

Ein mundgeblasener Pokal aus der Hofglashütte Innsbruck mit Kaltmalerei und Diamantgravur führt den Käufer in die Zeit der Renaissance zurück. Die Vorder- und Rückseite zieren zwei Profilbildnisse antiker Krieger in Gold auf rotem Grund, auch das Dekor aus Blattgehängen und Mäanderfries entspricht ganz der antikisierenden Mode der Zeit des späten 16. Jahrhunderts (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR). Ein Paar Vasen mit prachtvoller Blumenmalerei aus der französischen Cristallerie Baccarat täuscht das Auge durch sein porzellanhaftes Aussehen, besteht aber aus Milchglas. Den üppigen Blumenschmuck soll der Maler Jean-François Robert verantwortet haben (Taxe 18.000 bis 30.000 EUR). Für die passende Beleuchtung sorgt ein großer Lobmeyr-Lüster in Empireform aus der Zeit um 1900. Den reichen Glasbesatz in Lanzett- und Perlform illuminieren außen zwölf elektrische Kerzen und innen neun Glühbirnen (Taxe 16.000 bis 26.000 EUR).

Porzellan

In trauter Zweisamkeit lässt sich das achtteilige Dejeuner mit Schmetterlingsdekor aus der Kaiserliche Porzellanmanufaktur Wien genießen. Die detaillierten und überwiegend österreichischen Schmetterlinge, wie dem Wiener Nachtpfauenauge und dem Weinschwärmer, wurden um 1765 aufgebracht (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Blumig geht es mit einem Porzellanbild des Malers Joseph Nigg aus der Wiener Manufaktur weiter. Das Gemälde von 1832 besticht durch die Fülle und das Kolorit des Buketts aus Flieder, blauer Ackerwinde und verschiedenen Rosenblüten (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Opulenz pur dann bei einem Paar Palastvasen aus Meißen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Überbordend ranken sich plastische Girlanden mit vielfältigen Blüten um den Korpus. Neben allerlei Blumen haben sich auch Schmetterlinge, Früchte und Amoretten auf der Vase niedergelassen. An einem Sockel sitzt eine Genie mit Blütenkorb. Galante Szenen in der Art Watteaus zieren die Vorderseiten des Paares (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Beim Porzellan des 19. Jahrhunderts aus der Meißener Manufaktur fällt besonders der Tafelaufsatz „Triumphzug der Amphitrite“ für Zarin Katharina II. auf. Die Erwartung für die Wiederauflage des ehemals barocken Modells rangiert zwischen 28.000 und 40.000 Euro.

Seltenheitscharakter haben dagegen sechs Bergmannsfiguren aus Meißen um 1755. Die Entwürfe der circa 21 Zentimeter hohen Bergleute in weißer Gewandung und grünem Schachthut stammen von Johann Joachim Kändler und Peter Reinicke, die sich dabei auf eine Stichserie des Nürnbergers Christoph Weigel stützten. Die Männer spielen verschiedene Instrumente oder tragen typische Werkzeuge aus dem Bergbau. Knöpfe und Schnallen sind vergoldet; entzückend sind vor allem die verschiedenfarbigen Blüten auf den Sockeln (Taxe 90.000 bis 150.000 EUR). Zu den Highlights aus dem 19. Jahrhundert gehört eine aufwändige Deckelvase der Berliner Manufaktur KPM für die Pariser Weltausstellung 1900, die Paul Miethe mit Früchten und Blumen bemalte. Fast gegensätzlich wirken die Putten in römischer Rüstung auf Deckel und Henkeln und seine Weichmalerei in den großen Reserven. Trauben, aufgeschnittene Kürbisse, Melonen und prächtige Blüten scheinen trotz des impressionistischen Stils zum Greifen nahe. Für die 1,25 Meter hohe Vase, die auf einem Foto des KPM-Stands bei der Weltausstellung zu sehen ist, hat das Dorotheum 70.000 und 120.000 Euro veranschlagt.

Die Auktion beginnt am 25. Oktober um 14 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr. Der Katalog ist online unter www.dorotheum.com abrufbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



24.10.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Robert Seegert

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