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Hans Poelzigs Architekturzeichnungen in Berlin

Hans Poelzig, Hochhaus am Bahnhof Friedrichstraße, Berlin 1921

Die Tchoban Foundation in Berlin präsentiert aktuell Bauprojekte der Moderne von Hans Poelzig. In der Schau konzentrieren sich die Kuratoren Hans-Dieter Nägelke und Nadejda Bartels auf seine Berliner Bauentwürfe und können dafür auf die Sammlung des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin zurückgreifen. Poelzig sei ein meisterhafter expressionistischer Architekt, so die Kuratoren, dessen Zeichenstil durch kraftvolle Striche mit Kohlestift beziehungsweise Pastell charakterisiert sei. Seine Vielseitigkeit äußert sich unter anderem in den unterschiedlichen Stilrichtungen und Zeichenmaterialien, die er nutzte, wie auch in den Funktionen der Bauten: Die Ideen spannen einen Bogen vom kleinen Wohnhaus über Kultur- und Verwaltungsbauten bis zu großen städtebaulichen Projekten. Die Schau stellt auch Innenräume vor, etwa in einer undatierten farbigen Studie mit Pastellkreide. An gotische Architektur erinnern die Rippen, die fächerartig von den Pfeilern ausstrahlen. Hierbei nutzte Poelzig Primärkontraste in Rostrot, Zitronengelb und leuchtendem Blaugrün.

Die wichtigsten Entwürfe Hans Poelzigs für Berlin entstanden zwischen 1918 und 1933. Wie Ludwig Mies van der Rohe nahm auch Poelzig am Wettbewerb für ein Hochhaus an der Friedrichstraße teil. Sein Projekt wirkt wuchtig und monumental, wobei die konkaven Seiten der Dreiecksform mit abgeschnittener Spitze eine gewisse Dynamik erzielen. Ende der 1920er Jahre gestaltete der spätere Direktor der Technischen Hochschule Charlottenburg das Rundfunkaus an der Masurenallee in der Nähe des heutigen Theodor-Heuss-Platzes. Die Herausforderung war ein Verwaltungsgebäude mit integrierten Hörfunkstudios und sensibler Technik zu entwickeln. Poelzig löste dieses Problem, indem er die Produktionsstätten im Innern des Gebäudes platzierte. Sie wurden von den Büros gerahmt, die die Studios vom Straßenlärm abschirmten. Dafür präsentiert die Schau eine perspektivische Zeichnung mit dem kreisförmigen Gebäudeteil. Das Rundfunkhaus entwickelte der Architekt als Teil des Ensembles um das Messegelände. Mit der geplanten ovalen Messehalle, dem sogenannten „Poelzig-Ei“, sollte es in einen Dialog treten.

Die Ausstellung „Hans Poelzig. Projekte für Berlin“ läuft bis zum 3. Februar 2019. Die Tchoban Foundation hat montags bis freitags von 14 bis 19 Uhr und am Wochenende von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Der begleitende Katalog kostet im Museum 15 Euro.

Tchoban Foundation – Museum für Architekturzeichnung
Christinenstraße 18a
D-10119 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 43 73 90 90
Telefax: +49 (0)30 – 43 73 90 92

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Hans Poelzig, Hochhaus am Bahnhof Friedrichstraße, Berlin 1921
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