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Zwickau freut sich über neuen Pechstein

Das Max-Pechstein-Museum in Zwickau erhält ein neues Gemälde aus dem Spätwerk seines Namensgebers. Julia und Alexander Pechstein, die Enkel des Malers, schenken dem Haus am 7. November das großformatige Temperabild „Drei Palauerinnen nach dem Bad“ von 1949. Mit über zwei Metern Höhe nimmt es bereits mit seinen Maßen eine besondere Rolle im Œuvre des 1881 in Zwickau geborenen Künstlers ein. Die Südseeszene ist typisch für das späte Werk Pechsteins, der die Palau-Inseln 1913/14 besuchte. Seit seiner Studienzeit in Dresden ab 1900 zog ihn die vereinfachte Formensprache afrikanischer und ozeanischer Kunst an, die auch seine Kollegen der „Brücke“ begeisterte.

Das Zwickau überlassene Bild besticht mit seinen leuchtenden Farben. Hermann Max Pechstein malt eine Art Palmenhain mit See, den zwei Frauen zum Baden nutzen. Die plane, wie nach vorne hochgeklappte Farbfläche in warmen Rot-Orangetönen durchbricht die Türkis schimmernde Flora mit roten Blumen. Vor diesem Grund sitzt eine braunhäutige junge Frau mit gelbem Grasrock samt einer neugierigen Eidechse. Zwei weitere barbusige Frauen flankieren sie, eine steht und blickt zu den Badenden, während sich die andere der Toilette ihrer Freundin kniend annimmt. Nur ein Mann ist zu sehen, der gelassen auf der linken Seite, gefolgt von einer Schlange, einen Pfad hinabläuft. Authentizität ist hier kein Thema, da der Hocker der Sitzenden eigentlich aus dem afrikanischen Kamerun stammt und Teil von Pechsteins Privatsammlung war. Kleider, Schmuck und Frisur hingegen sind typisch für Palau.

Pechstein griff nach dem Zweiten Weltkrieg gerne auf paradieshafte Bildmotive zurück. In diesen Gemälden und Lithografien romantisiert er das Bild der Südsee. Sie folgen seinem Ideal der Einheit von Menschen und Natur sowie Leben und Kunst. So stellt Hermann Max Pechstein der Zeit der Zerstörung und des Elends nach dem Krieg ein Bild der Hoffnung und Erinnerung mit hellen freundlich-warmen Farben entgegen. Die verschollene erste Ausführung des Gemäldes ist durch eine Fotografie bekannt und auf die Zeit um 1930 zu datieren. Zeitgleich entstand die vorbereitende Tuschepinselzeichnung „Drei Akte“. Das Temperabild ist auch in Hans Cürlis’ Dokumentarfilm von 1950 zu sehen, der den damals knapp 70jährigen Pechstein malend im Atelier portraitiert. Die „Drei Palauerinnen nach dem Bad“ werden in den kommenden Monaten im Max-Pechstein-Museum zu sehen sein.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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