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Ara Güler gestorben

Ara Güler in Istanbul gestorben

Ara Güler gilt als einer der bedeutendsten Fotokünstler, auch wenn er sich selbst nie als solchen, sondern maximal als Reporter sehen wollte. Sein liebstes Motiv war seine Heimatstadt Istanbul, ihre Straßen, ihre Bewohner, ihre Traditionen, ihre vielfältige Schönheit: „Das Auge von Istanbul“ wurde zu einer Art Synonym seines Namens. Gleichzeitig fotografierte Güler die Großen und Mächtigen und hielt mehr als einmal historische Wendepunkte fest. Er porträtierte beispielsweise Indira Gandhi, Konrad Adenauer, Winston Churchill, Alfred Hitchcock und Pablo Picasso.

Ara Güler kam 1928 als Sohn einer Apothekerfamilie mit armenischer Abstammung in Istanbul zur Welt. Den von den Eltern gewünschten Beruf eines Arztes schlug er aus. Ihn zog es in jungen Jahren zu den Künstlern, vor allem ins Theater und zur Schauspielerei, doch blieb es nur bei einer halben Schauspielausbildung. Als Jugendlicher begann er mit dem Fotografieren und legte damit unbewusst seine spätere Karriere fest. Sein technisches Wissen eignete er sich autodidaktisch an. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften arbeitete er zunächst für die Zeitung „Yeni Istanbul“. Sein Talent erregte schnell international Aufmerksamkeit. Er erhielt Aufträge vom „Stern“ oder von „Paris Match“ und wurde 1958 zum ersten Nah-Ost-Korrespondenten des Magazins „Time Life“. Ab 1961 arbeitete er als Chef-Fotograf des türkischen Blattes „Hayat“. Etwa zeitgleich trat er in die renommierte Agentur Magnum ein.

Ende 2015 geriet Ara Güler negativ in die Schlagzeilen. Er fertigte im türkischen Präsidentenpalast eine Fotoserie über Recep Tayyip Erdogan und dessen Familie an. Persönlich stand Güler dem Staatschef äußerst kritisch gegenüber. Doch konnte er den Aufschrei nicht verstehen, es seien doch nur Fotos und er nur ein Beobachter. Er machte keinen Unterschied zwischen großen oder kleinen Momenten, zwischen guten und schlechten Motiven. Als eine Art visueller Historiker wollte er sie lediglich für die Nachwelt überliefern.

Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet: 1961 bezeichnete ihn „Photography Annual“ als einen der sieben besten Fotografen weltweit, 1962 kürte man ihn zum „Master der Leica“ und 2016 wurde er in die Leica Hall of Fame aufgenommen. 1968 zählte ihn das Museum of Modern Art in New York zu den „Zehn Meistern der Farbfotografie“, und 1999 erhielt er die türkische Auszeichnung als „Fotograf des Jahrhunderts“. Nun ist Ara Güler tot. Er starb am gestrigen Abend in Istanbul an einem Herzinfarkt.

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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