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Gerhard Finckh, der Direktor des Wuppertaler Von der Heydt-Museums, verabschiedet sich mit einer Ausstellung über das Ausstellen

Die Aufklärung zum Schluss



in der Ausstellung „Blockbuster – Museum“

in der Ausstellung „Blockbuster – Museum“

Was für ein großartiger Abschied hätte es sein sollen: Eine Ausstellung über das Zeitalter der Aufklärung mit Beispielen hochkarätiger Malerei des 18. Jahrhunderts in Frankreich. Doch letztendlich fehlten 200.000 Euro zur Realisierung. „Hängen Sie doch einfach Ihre eigenen Bilder auf“, wurde dem Chef des finanziell klammen Von der Heydt-Museums dann gesagt. So machte Gerhard Finckh, der im Mai 2019 in den Ruhestand tritt, in seiner letzten Ausstellung aus der Not eine Tugend. 130 Gemälde und Plastiken bilden den Hintergrund einer Abschiedsschau, die Antworten auf die Fragen geben will, wie eine Ausstellung entsteht und was generell so in einem Museum geleistet wird. Geschickt wurde die „Aufklärung in Frankreich“ zu einer „Aufklärung in eigener Sache“ umfunktioniert.


Rund 3.000 Gemälde, 500 Plastiken und 30.000 grafische Blätter gehören zum Fundus des Wuppertaler Hauses. Großteils stammen sie aus den Beständen des Bankiers August von der Heydt und seines Sohnes Eduard. Wenn die vier klassischen Komponenten einer erfolgreichen Museumsarbeit „Sammeln“, „Präsentieren“, „Forschen“ und „Vermitteln“ glatt und ergebnisorientiert ineinandergreifen, kommen anspruchsvolle Präsentationen mit einer Sogwirkung zustande, die die Reputation von Haus und Ort nachhaltig erstrahlen lassen. Alle Museen verfolgen hier unterschiedliche Strategien und Taktiken. In Wuppertal hat man unter Finckh die Variante bevorzugt, im engen Dialog mit dem erlesenen Eigenbestand elegante Publikumsausstellungen, sogenannte „Blockbuster“, zu entwickeln. Wie dies funktioniert und was ein Kurator so alles zu bedenken hat, führen elf in separaten Sälen visualisierte Aspekte nun vor Augen.

Reste der letzten großen, dem Maler Jankel Adler gewidmeten Ausstellung sind im ersten Saal zurückgeblieben. Der Besucher stößt in einen Zustand des Aufräumens beim Abbau der Exponate vor. Papier, Kartons, Klebematerialien liegen am Boden vor den teils eingerissenen großen Stellwänden, die für Neues hergerichtet werden. Woher kommen Ideen für Ausstellungen und wie bilden sich gedanklich erste Strukturen? Themen, Probleme und Einzelaspekte müssen geprüft, verifiziert und gegliedert werden. Carl Rottmanns um 1826/27 entstandene „Italienische Landschaft“ mag als Beispiel dienen, wie sich Vorstellungen in einem Gemälde ordnen und materialisieren.

Der nächste Raum ist vom Schreibtisch eines Kurators bestimmt, auf dem Manuskripte für Wandtexte, Kataloge, Vertragsentwürfe und Grundrisspläne liegen. Hier scheint jemand mitten bei der Arbeit zu sein. Wo finde ich die Gemälde, zu welchen Konditionen erhalte ich sie? Unterstützt vom Registrar, von Versicherungsexperten oder Kunsttransportunternehmen müssen Einzelvorgänge gemanagt werden. Immer stärker an Gewicht gewinnt das im vierten Raum thematisierte monetäre Kapitel. Aktuelle und zeitlich weit zurückliegende Kosten- und Finanzierungspläne, Grafiken und Porträts von Förderern, wie etwa das von Kees van Dongen um 1912 gemalte Bildnis „August Freiherr von der Heydt“ reflektieren zum Teil ironisch die Versuche, Geld einzuwerben.

Danach führt der Parcours in eine nachgestellte Restaurierungswerkstatt. Facility-Reports beschäftigen sich mit Leihverkehrs- und Sicherheitsfragen, Klimameldungen, Protokollen von Übergaben, Zuständen und Hängung von Gemälden. Fragen der Rahmung und die dadurch entstandene Bildwirkung werden am Beispiel von Gemälden Georges Braques, Edvard Munchs und von anderen hochrangigen Werken durchexerziert. Ein weiteres Thema ist die Bestimmung der Wandfarben samt Beschriftung der Exponate. Nebenbei müssen auch noch weitere Aufgaben bewältigt werden, etwa Angelegenheiten der Restitution. Reihenweise Aktenordner, Fotoabzüge, Unmengen an Formulare und aufwendiger Schriftverkehr signalisieren den gewaltigen zeitlichen Aufwand für einschlägige Recherchen. Während das Von der Heydt-Museum Karl Hofers „Schlafende Jünger“ und Otto Scholderers „Schwarzwaldlandschaft“ restituiert hat und dann zurückerwerben konnte, ging Caspar Netschers „Dame mit Papagei am Fenster“ von 1666 für das Haus verloren.

Nach Fragen der Kombination von Ausstellungsstücken verschiedener Zeiten, Strömungen und Kulturräumen steht die Verortung des Museums im ethischen, gesellschaftlichen und politischen Kontext im Raum. Darf man eine Hitler-Büste von Arno Breker zeigen? In der Ausstellung tritt eine durch die Backen zerschossene Bronzebüste des „Führers“ einer kleinen Skulptur von Karl Röhrig gegenüber. Sein „Mann von der Winterhilfe“ aus dem Jahr 1933 karikiert das damalige politische System. Auch die Rolle religiöser Symbole im Museum ist zuweilen eine heiß diskutierte Materie, hier angedeutet durch ein Kreuz von Martin Kippenberger.

Nur kurz wird vorletzten Raum, der als Museumsbibliothek inszeniert ist, auf die mannigfaltige wissenschaftliche Kontaktpflege und die Forschungs-, Vortrags- und Publikationstätigkeiten hingewiesen. Der Schluss der Schau huldigt Mäzenen, Sponsoren und Sammler, ruft Auszeichnungen in Erinnerung und rückt die immer wichtigere Vermarktungs- und Pressearbeit in den Fokus. Kleine, locker eingestreute Porträtfotos der zuständigen Mitarbeiter geben allen Aufgaben ein Gesicht. In 4699 deutschen Museen wurden 2016 mehr als 111 Millionen Besuche gezählt. Ermittlungen ergaben, dass pro Person rund 30 Euro in der Stadt vor Ort ausgegeben werden. Diese bemerkenswerten Werte zeigen, dass ein Museum als Wirtschaftsfaktor nirgends unterschätzt werden sollte.

Die Ausstellung „Blockbuster – Museum“ ist bis auf weiteres zu sehen. Das Von der Heydt-Museum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt an Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag und Silvester geschlossen. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro.

Kontakt:

Von der Heydt-Museum

Turmhof 8

DE-42103 Wuppertal

Telefon:+49 (0202) 56 36 23 1

Telefax:+49 (0202) 56 38 09 1

E-Mail: von-der-heydt-museum@stadt.wuppertal.de

vdh.netgate1.net/Blockbuster_Museum.html



16.10.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Neo Rauch, Roter Junge, 1995
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in der Ausstellung „Blockbuster – Museum“

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Wassily Kandinsky, Riegsee – Dorfkirche, um 1908

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