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Stuttgart will Europäisches Kulturerbe-Siegel

Werkbundsiedlung „Am Weißenhof“, Stuttgart 1927

Deutschland bewirbt sich mit dem Antrag „Werkbundsiedlungen in Europa 1927 – 1932“ bei der Europäischen Kommission in Brüssel um das Europäische Kulturerbe-Siegel (EKS). Den Antrag leitete letzten Freitag die Kultusministerkonferenz für den anstehenden Bewerbungsdurchgang 2019 in die Wege. Ein Expertengremium prüfte dazu den länderübergreifenden Antrag der Stadt Stuttgart und fünf weiterer Städte in Österreich, Polen und der Schweiz sowie der Tschechischen Republik und empfahl uneingeschränkt die Vorlage in Brüssel.

In enger zeitlicher Folge entstanden in Stuttgart, Prag, Brünn, Breslau, Zürich und Wien zwischen 1927 und 1932 sechs „Werkbundsiedlungen“. Den Anfang bildete die Stuttgarter Weißenhofsiedlung, die 1927 im Rahmen einer Bauausstellung des Deutschen Werkbundes entstand. Sie vermittelte auf damals einzigartige Weise die Idee des „Neuen Bauens“. 17 internationale Architekten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Belgien und den Niederlanden beteiligten sich an diesem Projekt. Es stehe es beispielhaft für eine neue international gültige Formensprache in der Architektur, so die Kultusministerkonferenz. Die sechs Stätten kooperieren seit 2013 im „Netzwerk der Werkbundsiedlungen“ und tauschen sich zu Fragen des denkmalpflegerischen Erhalts, der baugeschichtlichen Forschung und der öffentlichen Vermittlung der Bedeutung der Siedlungen aus. Mit der Siegelverleihung sollen die gemeinsamen Wurzeln europäischer Architektur und ihre Verbreitung in Europa einem breiteren Publikum zugänglich gemacht und die internationalen biografischen, kulturellen und architekturtheoretischen Verbindungen der Avantgarde über Ländergrenzen hinweg verdeutlicht werden.

Das EKS ist eine staatliche Auszeichnung für Kulturdenkmale, Kulturlandschaften und Gedenkstätten, die die europäische Einigung, die gemeinsamen Werte sowie die Geschichte und Kultur der EU symbolisieren. Sie entstand 2006 als zwischenstaatliche Initiative und wurde 2011 in eine EU-Initiative mit aktualisierten Kriterien umgewandelt. Mittlerweile besitzen 38 Stätten die Auszeichnung, in Deutschland etwa das „Hambacher Schloss“ und die Rathäuser von Münster und Osnabrück als „Stätten des Westfälischen Friedens“. Die an der Initiative beteiligten Mitgliedstaaten können alle zwei Jahre bis zu zwei Vorschläge einreichen.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Werkbundsiedlung „Am Weißenhof“, Stuttgart 1927
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