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Banksy-Verkauf bestätigt

Zerstörtes und neues Kunstwerk: Banksy, Love is in the Bin, 2018

Da darf man sich schon einmal fragen, ob Banksy nicht ein massives Problem mit seiner Glaubwürdigkeit hat. Eigentlich tritt er als Kritiker des Kunstbetriebs und der Gesellschaft auf. Auch mit seiner letzten Aktion, bei der in der Sotheby’s-Versteigerung am 5. Oktober sein eigenes Bild „Girl with Balloon“ schreddern ließ, wollte er dem Kunstmarkt einen Spiegel vorhalten. So stellt er es jedenfalls auf seinem Instagram-Account dar. Doch entpuppt sich der Coup gegen die kapitalistische Kunstwelt jetzt mehr und mehr als geschickte Marketing-Kampagne, die ihn und das Auktionshaus einmal mehr in die weltweiten Schlagzeilen katapultiert hat. Denn der Street Art-Künstler hat über seine Authentifizierungsagentur „Pest Control“ das nun halb beschädigte Kunstwerk beurkunden lassen und ihm noch gleich einen neuen Namen und ein neues Entstehungsdatum mitgegeben: „Love is in the Bin“ aus dem Jahr 2018.

So kann Alex Branczik, Chef der Zeitgenossen-Abteilung bei Sotheby’s in London, mit Recht behaupten: „Banksy hat in der Auktion kein Kunstwerk zerstört, er hat eines geschaffen. Nach den unerwarteten Ereignissen am Auktionsabend, bestätigen wir gerne den Verkauf von Banksys neu betiteltem Werk ‚Love is in the Bin‘, das erste Kunstwerk der Geschichte, das während einer Auktion live entstanden ist.“ Damit kann aber von einer Zerstörung des Kunstwerks und seinem Entzug für den Markt keine Rede mehr sein. Vielmehr haben das Phantom Banksy und Sotheby’s den Hype geschickt genutzt und womöglich ein noch teureres Bild entstehen lassen.

Die Käuferin des „Girl with Balloon“, eine langjährige Kundin von Sotheby’s, hat sich jedenfalls schon überzeugen lassen. Wie das Auktionshaus mitteilte, sei sie zunächst schockiert gewesen, als in der letzten Woche der Hammer bei 860.000 Pfund fiel und die Leinwand dann durch einen im dicken viktorianischen Rahmen versteckten Schredder lief. Doch dann habe sie realisiert, dass sie am Ende ein „eigenes Stück Kunstgeschichte“ erhalten würde. Mit Aufgeld muss sie nun etwas über eine Million Pfund, rund 1,2 Millionen Euro, zahlen. Damit hat Banksy aber die Absurdität des Kunstmarkts nicht bloßgestellt, sondern vielmehr clever genutzt, zumal er mehr und mehr marktkompatible Kunstwerke schafft. Sein vermeintlich subversiver konsumkritischer Akt erweist so als hohle Attitüde.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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