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Hermann Josef Painitz ist tot

Hermann Josef Painitz ist am 4. Oktober in Wien im Alter von 79 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Dies teilte die Galerie Artmark jetzt mit, die den österreichischen Künstler vertritt. Painitz war für seine geometrischen Kompositionen bekannt. Der Maler wurde 1938 in Wien geboren und absolvierte in den 1950er Jahren eine Ausbildung zum Gold- und Silberschmied. 1962/63 entstanden in London seine ersten bildnerischen Werke. Mit dem Jahr 1963 intensivierte Painitz seine künstlerische Tätigkeit. So folgte ein Jahr später seine erste Einzelausstellung in der Galerie im Griechenbeisl in Wien. Mitte der 1960er Jahr übernahm er eine Lehrtätigkeit an der Hochschule für angewandte Kunst. Von 1969 bis 1970 ging er mit einem Stipendium an das Londoner Hornsey College of Art. 1977 wurde Painitz zum Präsidenten der Wiener Secession gewählt und behielt diese Position bis 1983 inne.

Hermann Josef Painitz ist für seinen streng analytischen Malansatz bekannt, der ihn in den 1960er Jahren zum Außenseiter machte. So lehnte er Stile wie den Phantastischen Realismus und Abstrakten Expressionismus ab. Der Österreicher bediente sich vieler Medien von Skulptur bis Malerei, von Fotografie bis Sprachpoesie. Für ihn waren seine Arbeiten „logische“ Kunst. Painitz bevorzugte Kompositionen, die er aus konzentrischen Kreisen aufbaute. So entstanden in den 1970er Jahren die „statistischen Porträts“. Eines von ihnen mit dem Titel „Portrait Roland Altmann L1“ zeigt in verschiedenen Registern eine Aneinanderreihung von Kreisen, die die Stunden des Schlafens, Badens oder Naschens einer einzigen Woche symbolisieren. Außerdem entwickelte der Künstler Zeichensysteme wie gegenständliche Alphabete und codierte Schriftbilder. Trotz geringer Prominenz im internationalen Kunstgeschehen war Painitz auf den Biennalen 1965 von Paris und 1973 in São Paulo vertreten. Eine letzte große Retrospektive fand 2014 in Landesgalerie Niederösterreich statt, zwei Jahre später erhielt Painitz den Würdigungspreis Bildende Kunst des Landes.

Quelle: Kunstmarkt.com/Robert Seegert

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