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Liebermann-Villa rekonstruiert Londoner Anti-Nazi-Schau von 1938

Wassily Kandinsky, Unbenannte Improvisation II, 1914

Im Juli 1938 wurde in den Londoner Burlington Galleries eine Ausstellung eröffnet, die programmatischer vor dem Hintergrund der Zeitereignisse nicht hätte sein können: „Twentieth Century German Art“ war die britische Antwort auf die ein Jahr zuvor in Deutschland durchgeführte Propagandaschau „Entartete Kunst“, mit der die nationalsozialistischen Machthaber anhand einer Reihe schon damals prominenter Künstler die angebliche Degeneration der deutschen Kultur während der Weimarer Republik zu dokumentieren trachteten. Rund 300 Meisterwerke der deutschen Moderne von Wassily Kandinsky, Paul Klee, Max Liebermann, Emil Nolde, Paula Modersohn-Becker, Oskar Kokoschka, Max Beckmann, Jacoba van Heemskerck, Otto Dix, Käthe Kollwitz, Helmut Kolle und vielen anderen Künstlern, die teilweise bereits ausgewandert oder auch verstorben waren, führten dem Londoner Publikum die eindrucksvolle Entwicklung der Kunst im Deutschland vor der Machtergreifung Hitlers vor Augen.

Die Liebermann-Villa in Berlin zeigt nun eine kleine Auswahl von rund dreißig der seinerzeit in der Schau „Twentieth Century German Art“ versammelten Werke. Zu sehen sind Arbeiten unter anderem von Kandinsky, Nolde, Modersohn-Becker, Klee und Liebermann. Letzterer war in der Londoner Präsentation mit über zwanzig Werken gut vertreten, darunter einem Portrait Albert Einsteins aus dem Besitz seiner Witwe Martha. Mit dem Projekt möchte das Museum am Wannsee auch einen Beitrag zur Wiederentdeckung dieser Schau leisten, die damals die erste Retrospektive moderner deutscher Kunst in Großbritannien war, ja sogar als die größte Ausstellung mit Werken moderner deutscher Kunst außerhalb Deutschlands überhaupt gilt, hierzulande jedoch fast unbekannt geblieben ist. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Wiener Library in London, einem der weltweit bedeutendsten Archive zum Holocaust und zur Geschichte des Nationalsozialismus.

Die Ausstellung „London 1938. Mit Kandinsky, Liebermann und Nolde gegen Hitler“ läuft bis zum 14. Januar 2019. Geöffnet ist täglich außer dienstags von 11 bis 17 Uhr. An Heiligabend und Silvester bleibt die Liebermann-Villa geschlossen. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Es ist ein Katalog im Nimbus Verlag erscheinen.

Liebermann-Villa
Colomierstraße 3
D-14109 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 80 58 59 00
Telefax: +49 (0)30 – 80 58 59 019


11.10.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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07.10.2018, London 1938 - Mit Kandinsky, Liebermann und Nolde gegen Hitler

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Liebermann-Villa

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Max Liebermann, Bildnis Professor Albert Einstein, um
 1922
Max Liebermann, Bildnis Professor Albert Einstein, um 1922

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Helmut Kolle, Junger Mann mit buntem Halstuch, um 1930
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Oskar Kokoschka, Selbstbildnis eines „entarteten“ Künstlers,
 1937
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Ernst Ludwig Kirchner, Stafelalpweg, 1918/19
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Erich Heckel, Badende, 1914
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Wassily Kandinsky, Unbenannte Improvisation II, 1914
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