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Ars Viva-Schau in Düsseldorf

Niko Abramidis & NE, Alpha Conference, 2018

Die Werke der aktuellen Ars Viva-Preisträger Niko Abramidis & NE, Cana Bilir-Meier und Keto Logua sind seit Sonntag bei Kai 10 der Arthena Foundation in Düsseldorf zu sehen. Mit dieser Schau feiert die private Stiftung zugleich ihr zehnjähriges Bestehen. Die Künstler werden in drei aufeinanderfolgenden Kapiteln vorgestellt, die laut Kuratorin Julia Höner „sich zu einer Gesamterzählung über die Gegenwart verbinden“. In ihren Collagen, Zitaten, Bildern, Skulpturen und Videoarbeiten greifen die Kunstschaffenden auf öffentliche und private Archive zurück, beziehen sich auf Debatten aus Naturwissenschaften sowie Politik.

Niko Abramidis & NE setzt sich mit Ausdrucksformen der Finanzökonomie und globaler Stadtentwicklung mit dem Blick auf mögliche Zukunftsutopien auseinander. Die Installation des 1987 in München geborenen Künstlers präsentiert sich als Schaltstelle eines fiktiven Unternehmens. Den Schreibtisch zieren Herrschaftssymbole wie eine kleine Uräusschlange, die auch bei Pharaonen zu finden ist. Die geputzten Schnürschuhe weisen darauf hin, dass hier eine wichtige Person sitzt, die das Unternehmen lenkt und diverse Offshore-Schauplätze ihres Imperiums mittels einer 3D-Animation im Blick hat. Laut Höner zeigt Abramidis damit, dass ein Agieren außerhalb der Prämissen der monetären Wertschöpfungskette und außerhalb des Einflussbereichs von Unternehmen, die uns Orientierung, Sicherheit und Identität bieten, zunehmend schwerer werde. Dies spiegelt sich auch in dem Kürzel, das Abramidis’ Namen angehängt ist, als eine Art „Marke“ fungiert und die Vermutung auf ein Kollektiv nahe legt.

Cana Bilir-Meier überführt Materialien aus dem familiären Archiv in collagierte Film-, Sound- und Textarbeiten. Zensur und autoritäre Staatsführung der Türkei thematisiert die 1986 geborene Münchnerin in ihrer filmischen Collage „Prolog Yorgun Savasci 28229/2“. Im Jahr 2013 musste das historische Kino Emek in Istanbul einem Einkaufszentrum weichen. Dies verknüpft die türkischstämmige Künstlerin mit einem Fall staatlicher Zensur, der auch ihre Familie betrifft. Cana Bilir-Meiers Vater war 1979/80 ein Komparse in dem Antikriegsfilm „Yorgun Savasci (Müder Krieger)“, der unter dem Militärputsch 1980 zensiert und verbrannt wurde. Die Fotos des Filmsets aus dem Privatarchiv ihres Vaters hat sie in ihrer Rauminstallation mit anderen Beispielen repressiver Staatsgewalt verbunden.

Keto Logua wendet sich komplexen Wissenssystemen und der Frage zu, wie sich der Einzelne dazu in Beziehung setzen kann. Algorithmen erlauben, Informationen eines Objekts zu verdichten und zu verändern: So können Kieferknochen einer ausgestorbenen Vogelart stark vergrößert werden und Gebirgszüge auf das Maß eines Bildschirmmonitors schrumpfen. Beide Motive übertrug die 1988 geborene Georgierin auf je eine Seite eines großformatigen PVC-Drucks. Ein deutlich sichtbares Bildraster durchzieht Drucke, was auf das Produktionsverfahren zurückzuführen ist. Keto Logua druckte die Motive auf Kopierpapier aus und fixierte sie mit einem Bügeleisen auf das PVC, was zu einer schemenhaften Darstellung der überarbeiteten Wissensvorlagen führt.

Die Ausstellung „Ars Viva 2019. Niko Abramidis & NE, Cana Bilir-Meier, Keto Logua“ läuft bis zum 20. Januar 2019. Kai 10 hat dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Kai 10 | Arthena Foundation
Kaistraße 10
D-40221 Düsseldorf

Telefon: +49 (0)211 – 99 434 130
Telefax: +49 (0)211 – 99 434 131

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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