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Pläne für das Museum des 20. Jahrhunderts überarbeitet

Der Eingang zum Museum des 20. Jahrhunderts am Kulturforum

Das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron hat seine neuen Pläne für das Museum des 20. Jahrhunderts in Berlin vorgelegt. Der erste Entwurf des Neubaus zwischen Neuer Nationalgalerie, Matthäus-Kirche und Philharmonie wurde von Fachkreisen und Öffentlichkeit stark kritisiert. Nun haben Jacques Herzog und Pierre de Meuron gemeinsam mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) den Entwurf überarbeitet. Die Modifikationen betreffen sowohl das Innere wie das Äußere des Gebäudes. Die SPK äußerte sich heute dazu: „Die Architektur wird sich zu ihrer Umgebung hin noch weiter öffnen und folgt noch intensiver dem Gedanken der Vernetzung. Dies zeigt sich in der abgeschlossenen Vorentwurfsplanung. Zentral für den Entwurf sind weiterhin die drei charakteristischen Gestaltungsmerkmale des Wettbewerbsentwurfs – die Hausform, die sich im Innern kreuzenden Boulevards sowie die lichtdurchlässige Fassade aus Backstein. Zusätzlich öffnet sich nun der Bau verstärkt nach außen. So sind neue Zugänge und Blickbezüge ins Innere entstanden, so wird der Museumsbau noch stärker mit dem umgebenden Stadtraum verbunden. Das Gebäude wird durch diese allseitige Verschränkung zum zentralen Verbindungsstück am Kulturforum.“

Das breite Gebäude mit Satteldach präsentiert nun frontal eine vertikal gegliederte Glasfassade mit einem mittigen querrechteckigen Block. Die umlaufenden Wände definiert ein Wechsel aus Backsteinen mit Leerräumen: Das Schachbrettmuster lockert sich nach oben hin auf und dient im oberen Drittel auch als Lichtzufuhr. Ein kreuzähnlicher Streifen überträgt dieses Muster ebenfalls auf die Dachkonstruktion. Drei von den insgesamt vier Geschossen werden der Öffentlichkeit zugänglich sein mit Räumen für Ausstellungen, für die Kunstvermittlung und Arbeit mit Gruppen, für die Gastronomie, Flächen für den Besucherservice und einen multifunktionalen Medienraum. Die restlichen Flächen nehmen das Depot gemeinsam mit Räumen für Restaurierung, Technik und Büros ein. Insgesamt wurde die Grundfläche des Gebäudes um 15 Prozent reduziert, um Platz zur benachbarten Matthäus-Kirche zu gewinnen. Im Sommer 2019 soll die Entwurfsplanung abgeschlossen sein, danach wird die Baugenehmigung eingeholt. Der erste Spatenstich ist für Ende 2019 vorgesehen. Schon jetzt wurde bekannt, dass die vorgesehen Baukosten in Höhe von 200 Millionen Euro nicht ausreichen werden.

Das Verfahren für einen Entwurf für das Museum des 20. Jahrhunderts läuft seit November 2014. Das 1978 gegründete Büro Herzog & de Meuron konnte den Wettbewerb im Oktober 2016 für sich entscheiden. Ihr Konzept war ein schlichter Bau mit rechteckigem Grundriss und Satteldach. Der Plan stieß auf Kritik und führte zu Bezeichnungen wie „Scheune“ oder „Aldi-Bau“. Die aktuellen Pläne werden ab November im Foyer des Kulturforums ausgestellt.


Infos: www.nationalgalerie20.de

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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