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Karl Hofer und Hermann Teuber in Kalkar

Hermann Teuber, Interieur mit zwei Mädchen, 1950

Das Städtische Museum in Kalkar widmet Karl Hofer und seinem Schüler Hermann Teuber die Schau „Fundament & Erneuerung“. Erstmals werden 20 Gemälde Hofers, darunter bisher nicht öffentlich präsentierte Werke aus Privatbesitz, mit 25 Bildern von Hermann Teuber in einem Dialog gesetzt. Wie sein Lehrer beschäftigte sich auch der 1985 in München verstorbene Teuber mit dem Porträt, Stillleben und der Landschaft. Seine künstlerische Karriere begleiteten mehrere Auszeichnungen, darunter der Nürnberger Albrecht-Dürer-Preis und der Karl Ernst Osthaus-Preis der Stadt Hagen. Beide Künstler eint die Vorliebe für vereinfachte Formen und eine ruhige Bildatmosphäre.

Der Einzelgänger Karl Hofer, 1878 in Karlsruhe geboren, gehörte nach dem Ersten Weltkrieg zu einem der bedeutenden deutschen Künstler. In seinen Gemälden thematisierte er die Einsamkeit und Verlorenheit des Menschen, etwa in der Serie der Mädchenbildnisse. Kurator Guido de Werd erklärte, dass Hofer früh vor dem Faschismus warnte. Eine Art Mystik und ein Wissen um die Bedrohlichkeit der Zeit würden seine Arbeiten charakterisieren. Mit der Machtergreifung der Nazis verlor Hofer seine Stelle als Professor an der Berliner Hochschule, und mehr als 300 Werke wurden aus Museen als „Entartete Kunst“ beschlagnahmt. Im Krieg wurde zudem 1943 sein Berliner Atelier mit Gemälden, Zeichnungen und Notizen zerbombt. Nach Kriegsende wurde Hofer dann Präsident der neuen Hochschule für Bildende Künste in Berlin.

Hier berief Hofer 1950 Hermann Teuber als Professor für Druckgrafik. Während seiner zehn Jahre andauernden Professur in Berlin wandte sich Teuber insbesondere der farbigen Lithografie zu. Zur Welt kam er 1894 in Dresden und studierte von 1924 bis 1926 Malerei bei Karl Hofer. Zehn Jahre lang lebte er bis 1945 in der Ateliergemeinschaft Klosterstraße in Berlin mit Künstlern wie Käthe Kollwitz. Auch seine Werke wurden von den Nationalsozialisten als „entartet“ beschlagnahmt. 1945 wurde sein Atelier und damit Hermann Teubers Frühwerk zerstört. Nach Kriegsende – er wurde 1944 eingezogen und war in amerikanischer Kriegsgefangenschaft – lebte er von 1945 bis 1950 in Kalkar. Hier begann laut Guido de Werd ein Neuanfang in seiner Malerei, „die von einer geheimnisvollen Stille gekennzeichnet und die der Zeitlosigkeit gewidmet ist“. Teuber habe hier eine faszinierende Poesie erreicht.

Die Ausstellung „Karl Hofer – Hermann Teuber. Fundament & Erneuerung“ läuft bis zum 25. November. Das Städtische Museum Kalkar ist montags von 10 bis 13 Uhr sowie dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, ab November montags und dienstags von 11 bis 13 Uhr, mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Begleitend zur Schau erscheint ein Katalog.

Städtisches Museum Kalkar
Grabenstraße 66
D-47546 Kalkar

Telefon: +49 (0)2824 – 13 118
Telefax: +49 (0)2824 – 13 234


09.10.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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