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Helena Almeida ist tot

Helena Maria de Castro Neves de Almeida ist am Dienstag in Sintra bei Lissabon gestorben. Die Künstlerin, die zu den Pionieren der feministischen Kunst in Portugal zählt, wurde 84 Jahre alt. Die 1934 in der portugiesischen Hauptstadt geborene Fotografin und Malerin war die Tochter des Bildhauers Leopoldo de Almeida. Helena Almeida beendete 1955 ihr Studium der Malerei an der Kunsthochschule in Lissabon. Diesem Medium widmete sie sich ausgiebig, bevor sie die Ausdrucksmöglichkeiten der Schwarz-Weiß-Fotografie entdeckte. Zudem arbeitete sie mit Zeichnung, Skulptur und Performances und kombinierte die Gattungen miteinander. 1964 erlaubte ihr ein Reisestipendium einen Parisaufenthalt. 1967 stellte sie erstmals in der Galerie Buchholz in Lissabon ihre Arbeiten einem Publikum vor. Sie nutzte in diesen Werken dreidimensionale Elemente, was zu einem Erkennungsmerkmal ihres Schaffens wurde. So verwendete sie etwa Pferdehaar in ihren Zeichnungen oder Bildern. Almeida wollte, dass sich ihre Kunst von der Leinwand löst und den Betrachter neugierig macht.

1969 entwickelte Almeida eine neue Facette in ihrem Œuvre: Die Selbstdarstellung in einem Kunstwerk, die die Basis für ihr folgendes Schaffen legte. Ihr Körper wurde dabei zu ihrem Ausdrucksmaterial. So präsentierte sie sich selbst seit 1975 in der schwarz-weißen Fotoserie „Pintura habitada“. Auf einem Foto scheint sie die blaue aufgemalte Farbe trichterförmig auseinander zu reißen und aus ihr heraus zu treten, während sie auf einem anderen Bild sich mit der blauen Farbe übermalend auslöscht. Helena Almeida zog keine Grenze zwischen dem Kunstwerk und ihrem Körper. In ihren Arbeiten ist ihr Bild immer gegenwärtig, wenn es auch in Form einer Malerei oder Zeichnung transformiert wird. In einigen Zeichnungen meidet sie das direkte Selbstportrait und stellt fragmentierte Körperteile vor. Dazu erklärte sie: „Mein Werk ist mein Körper, mein Körper ist mein Werk“ und weiter „Ich bin die Leinwand“. Die Kunst der Portugiesin war unter anderem im Jeu de Paume in Paris, im Centro Gallego de Arte Contemporáneo in Santiago de Compostela oder auf den Biennalen in Venedig und Sydney zu sehen. Noch bis zum 4. November stellt die Tate Modern in London Zeichnungen und Fotografien aus Almeidas Schaffen vor.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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