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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Bei der Herbstauktion von Venator & Hanstein in Köln ließen sich die Käufer von einer Privatsammlung mit exquisiten Drucken aus fünf Jahrhunderten begeistern. Beim restlichen Angebot an Büchern und Druckgrafik zeigten sich wählerisch

Mehr Verpackung, weniger Inhalt



Rembrandt, Der Arzt Ephraim Bonus, 1647

Rembrandt, Der Arzt Ephraim Bonus, 1647

Er hat es geschafft. Der Amsterdamer Arzt, Schriftsteller und Verleger Ephraim Bonus, den Rembrandt 1647 in einer Radierung mit gekonnten Licht- und Schattenwirkungen verewigte, rückte an die Spitze der Grafikauktion bei Venator & Hanstein. Der prachtvolle Abzug, einer der wenigen erhaltenen Frühdrucke mit dem noch völlig unbeschnittenen Unterrand, den früher unter anderem König Ferdinand von Portugal sein Eigen nannte, ging zum vorgesehen Wert von 60.000 Euro in neue Hände über. Der vornehme ältere Herr am Treppenabsatz, der gutmütig zum Betrachter blickt, gehörte zu einer Privatsammlung, die sich den grafischen Künsten vom späten Mittelalter bis in die jüngere Vergangenheit in ausgesuchten Abzügen gewidmet hat. Mit ihr schmückte das Kölner Auktionshaus in diesem Herbst sein 70jähirges Gründungsjubiläum.


Mit dieser qualitätvollen Privatsammlung hatten Venator & Hanstein die größte Fortune. Auch wenn sich der Beginn mit den spätmittelalterlichen Drucken etwas zäh anließ, lag die losbezogene Zuschlagsquote doch bei guten 55,7 Prozent. Zudem gab es hier die meisten fünfstelligen Ergebnisse der beiden Auktionstage und etliche Zugewinne in finanzieller Hinsicht. Während die Kunden etwa einen süddeutschen Schrotschnitt mit der Beweinung Christi um 1470 verschmähten, langten sie bei den Werken namentlich bekannter Künstler beherzter zu. So verzeichneten etwa Martin Schongauers Kupferstich „Die Dornenkrönung“ um 1480 gute 18.000 Euro (Taxe 15.000 EUR), Albrecht Dürers realistische, wie pathetische Interpretation des Gleichnisses vom „Verlorenen Sohn“ um 1496 noch einmal 1.000 Euro mehr (Taxe 8.000 EUR) und Lucas van Leydens ein Jahrzehnt jüngerer, psychologisch durchdachter Kupferstich „David spielt vor Saul die Harfe“ 12.000 Euro (Taxe 10.000 EUR).

Renaissance-Freuden

Mit 8.000 Euro hatte Lucas Cranach d.Ä. für sein Heiligenbild „Die Buße des heiligen Chrysostomus“ nicht gerechnet (Taxe 6.000 EUR), erst recht nicht Hans Burgkmair d.Ä. mit 6.500 Euro für seinen Holzschnitt „Wie der Jung Weißkunig Malen lernet“, mit dem er dem Tatendrang Kaiser Maximilians I. und sich selbst um 1512/16 ein Denkmal setzte (Taxe 1.000 EUR). Das Feuer war auch bei Daniel Hopfers Profilbild von Martin Luther mit Doktorhut aus dem Jahr 1523 bei 11.000 Euro noch nicht verpufft (Taxe 6.000 EUR), ebenso nicht bei Albrecht Altdorfers Kupferstich „Der heilige Christophorus“ um 1515/20 bei 3.800 Euro (Taxe 2.000 EUR) oder Hans Sebald Behams innigem Zwiegespräch zwischen Maria und dem bereits dornengekrönten Christus von 1519 bei 3.300 Euro (Taxe 1.500 EUR).

Auch die barocke Grafiksuite ließ sich mit Federico Baroccis liebevollem Blatt „Die Madonna mit dem Kind auf Wolken“ bei 14.000 Euro gut an (Taxe 3.600 EUR). Dann folgte eine kleine Durststrecke, die erst Jacques Callot mit seiner ovalen Radierung „Le Brelan ou l’Enfant prodigue trompé par une troupe de filous“ von 1628 beendete. Die Runde der Kartenspieler in straken Hell-Dunkel-Kontrasten gilt als das schönste Nachstück im Schaffen des Franzosen und wurde mit 10.000 Euro gewürdigt. Diesen Wert gab es gleichfalls für Hendrik Goudts meisterliche Adam Elsheimer-Adaption „Die Wanderung des Tobias“ aus dem Jahr 1613 (Taxe je 2.000 EUR). Bei Rembrandt reüssierte dann noch das eindrucksvolle Brustbild seiner Mutter von 1628 bei 15.000 Euro (Taxe 8.000 EUR), bei Adriaen van Ostade das pittoreske Inneren einer Scheune von 1647 bei 5.500 Euro (Taxe 3.000 EUR) und bei Jacob van Ruisdael die malerisch komponierte Landschaft „Die drei Eichen“ aus dem Jahr 1649 bei 19.000 Euro (Taxe 15.000 EUR).

Italiener und Deutsche mit Stärken und Schwächen

Carlo Sacchi griff bei seiner Radierung „Die Anbetung der Hirten“ von 1649 auf ein Gemälde Jacopo Tintorettos und durfte sich nun über 8.000 Euro freuen (Taxe 3.000 EUR). Etwas verhaltener war die Kauflust bei Giovanni Antonio Canals venezianischem Lagunencapriccio „Der Bogen mit der Laterne“ mit 11.000 Euro (Taxe 12.000 EUR), ebenso bei Francisco de Goyas düsterem Menschraub „Que se la llevaron“ aus der Folge „Los Caprichos“. Der Probedruck von 1797/98 blieb an 13.500 Euro hängen (Taxe 15.000 EUR). Überhaupt keinen Abnehmer fand Giovanni Domenico Tiepolos Frühdruck „Angelica heilt Medoros Wunden“ um 1757 nach seines Vaters Fresken in der Villa Valmarana ai Nani bei Vicenza, der nun noch für 6.000 Euro im Nachverkauf zu haben ist. Mehr Glück hatte da Johann Georg von Dillis’ dichte Baumstudie „Alte Weide an einem Bach“ von 1794 mit 3.800 Euro (Taxe 1.200 EUR).

Auch romantisch düstere Vision stießen beim Publikum auf Anklang, etwa Charles Meryons Radierung „La Morgue“ mit einigen alten Zinshäusern an einem Kai von Paris, an dem gerade eine Leiche geborgen wird, für 6.000 Euro (Taxe 4.500 EUR). Unheimliches schwingt auch in der Pinsel- und Kreidelithografie „Verfolgung auf der Wendeltreppe“ von 1851 mit, in der Adolph von Menzel auf einen Überfall aus der Mitte des 17. Jahrhunderts zurückgreift. Der Probedruck mit Skizzen der Technik um das Hauptmotiv kam auf 10.000 Euro (Taxe 3.000 EUR). Eher schemenhaft treten die „Deux danseuses“ in Edgar Degas’ Aquatinta- und Kaltnadelradierung um 1875/77 auf. Die Sammler umwarben das Blatt, von dem nur fünf Abzüge verzeichnet sind, mit einträglichen 36.000 Euro (Taxe 25.000 EUR). Vier der sechs symbolistischen Positionen von Heinrich Vogeler blieben liegen. Doch bei seiner Mappe „An den Frühling“ mit zehn Radierungen von 1899 gab es bei 11.000 Euro kein Halten mehr (Taxe 3.000 EUR).

Die Moderne hielt dann mit Edvard Munchs Kaltnadelradierung eines melancholischen, fast wesenlosen „Mädchens am Fenster“ von 1894 bei taxkonformen 45.000 Euro Einzug. An ihr schlossen sich drei sozialkritische Werke von Käthe Kollwitz an: Das in sich versunkene „Betenden Mädchen“ von 1892 bei 27.000 Euro, die mehrfarbige Lithografie „Brustbild einer Arbeiterfrau mit blauem Tuch“ von 1903 bei 30.000 Euro (Taxe je 30.000 EUR) und das mit Toten übersäte „Schlachtfeld“ von 1907 bei 14.000 Euro (Taxe 15.000 EUR). Überraschenderweise gingen andere Blätter bekannter deutscher Expressionisten zurück, darunter von Lyonel Feininger, Max Beckmann, Emil Nolde oder Karl Schmidt-Rottluff. Einzig Gabriele Münter schaffte mit ihrer eigenwillig zwischen Freundlichkeit und Traurigkeit changierenden Kaltnadelradierung „Kinderwagen“ von 1916 aus dem schwedischen Exil bei 4.300 Euro den Absprung (Taxe 2.500 EUR).

Seltene Glücksmomente

Der Zuspruch für das reguläre Angebot mit Büchern, Autografen und alter Grafik fiel am 21. September deutlich geringer aus. Hier lag die losbezogene Verkaufsrate nur bei knapp 40 Prozent, und einige teure Positionen blieben auf der Strecke, darunter Cornelius Nozemans nach 1770 in zwei Bänden beschriebene „Nederlandsche Vogelen“ für 20.000 Euro. Preislicher Höhepunkt waren hier die 50.000 Euro für Marcus Elieser Blochs „Ichthyologie ou histoire naturelle générale et particulière des poissons“. Die von 1785 bis 1797 edierte Naturgeschichte der Fische in drei Text- und drei Tafelbänden mit 432 kolorierten Kupferstichen hätte aber eigentlich 60.000 Euro einbringen sollen. Ähnlich erging es Johann Gabriel Doppelmayrs „Atlas novus coelestis“ von 1742 mit 3.500 Euro (Taxe 6.000 EUR), August Johann Rösel von Rosenhofs Publikation „Der monatlich-herausgegebenen Insecten-Belustigung“ zwischen 1746 und 1761 mit 3.200 Euro oder Johann Baptist von Spix’ „Selecta genera et species piscium quos in itinere per Brasiliam“ aus dem Jahr 1829 mit 3.300 Euro (Taxe 4.000 EUR).

Auf der Habenseite standen die Heilmittelschrift „Dispensatorium medico-pharmaceuticum…“ der kurfürstlichen Hofbuchdruckerei in Mannheim von 1764 für unerwartete 3.500 Euro (Taxe 450 EUR), die Geschichtsdarstellung „Diarii Europaei, Insertis variis Actis Publicis oder: Täglicher Geschichts-Erzehlung“ von Martin Meyer in 17 Bänden von 1663 bis 1680 für 2.300 Euro (Taxe 1.200 EUR) oder bei der Druckgrafik Rembrandts biblische Radierung „Der verlorene Sohn“ von 1636, die für 7.000 Euro zugunsten der Kardinal-Meisner-Stiftung versteigert wurde (Taxe 2.500 EUR). Auch Daniel Nikolaus Chodowiecki begeisterte die Sammler mit dem herzigen Familienblatt des Künstler unter der Titel „Cabinet d’un peintre“ von 1771 bei 1.400 Euro (Taxe 750 EUR).

Für die kolorierte Umrissradierung „Die Königlich Würtembergische Armee“, auf der Georg Emanuel Opiz um 1830 eine Militärparade vor dem Stadtpanorama von Ludwigsburg verewigte, sprangen dann nur 2.000 Euro heraus (Taxe 3.000 EUR). Auch die sieben ausgemalten Radierungen mit den Sehenswürdigkeiten in Prag, die Joseph Gregory zwischen 1792 und 1794 nach Vorlagen Ludwig Kohls schuf, gaben auf 3.500 Euro nach (Taxe 5.000 EUR), ebenso die reich bebilderte und 1499 in Volkssprache verfasste „Cronica van der hilliger Stat van Coellen“ von Johann Koelhoff d.J. auf 14.000 Euro (Taxe 15.000 EUR). Mehr Enthusiasmus kam dann wieder bei einigen Büchern auf, bei denen der Einband wichtiger war als der Inhalt. So schnellte der Wert für ein Buch mit rotem Maroquindeckel und dem goldenen Wappensupralibros Napoleons I. von 250 Euro auf 3.200 Euro, zwei vergleichbare Bände aus dem Besitz Zar Pauls I. und seiner Gattin Maria Fjodorowna von gleicher Basis sogar auf 3.400 Euro.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Venator & Hanstein KG

Cäcillienstraße 48

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 257 55 26

Telefon:+49 (0221) 257 54 19



26.09.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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