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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts zu niedrigen Preisen bei Venator & Hanstein in Köln

Alpen-Abstraktion



Einen Tag nach der exquisiten Privatsammlung mit druckgrafischen Pretiosen des 15. bis 20. Jahrhunderts offeriert das Kölner Auktionshaus Venator & Hanstein sein reguläres Programm mit moderner und zeitgenössischer Kunst. Da für das höherpreisige Segment der Geschäftspartner Lempertz zuständig ist, besteht das Angebot hier zumeist aus Arbeiten auf Papier, Druckgrafiken und Multiples mit Wertvorstellungen im drei- und vierstelligen Bereich. Keine der rund 750 Positionen überschreitet die Grenze von 10.000 Euro; bei 9.000 Euro ist Schluss. Sie gelten für die Mappe „Mémoires du Surrealisme“. Mit ihr gab Salvador Dalí 1971 einen Überblick über sein Schaffen und reflektierte seinen künstlerischen Stil auf vier Textseiten. Die zwölf Farblithografien auf Kaltnadelradierungen enthalten collagenhafte Darstellungen, die zwischen Realismus und Abstraktion, Traumwelten und Wirklichkeit spielen. Auch Gerhard Richters „Schweizer Alpen“ von 1969 dringen bis zu diesem Wert vor. Drei Abzüge der auf Grau-, Weiß- und Schwarztöne reduzierten Bergwelt aus verschiedenen Auflagen liegen bereit. Mit 9.000 Euro steht das Motiv A2 aus den „Schweizer Alpen I“ in der 300 Exemplare umfassenden Ausgabe der Hamburger Griffelkunst-Vereinigung an der Spitze, die anderen beiden Siebdrucke rangieren mit 8.000 Euro knapp dahinter.


Preislich schließen sich daran etwa die 15 Schwarzweißfotografien an, die Günter Brus’ Aktion „Selbstbemalung I“ von 1964 dokumentieren und etwa die gespreizten Finger seiner übermalten Hand mit Rasierklinge und Nägeln präsentieren (Taxe 6.000 EUR), oder Max Beckmanns fast schon surreale Kaltnadelradierung „Auferstehung“ aus der Mappe „Gesichter“ von 1919 (Taxe 4.000 EUR). In der Farblithografie „La Femme à la Mandoline“ von 1945 passt Georges Braque die Figur in ein geometrisches Gerüst aus Trapezformen ein (Taxe 2.400 EUR). Klassischer ist bei ihm das Vogelmotiv, das sich auf seiner „Affiche pour Lettera Amorosa“ von 1963 ausbreitet (Taxe 2.500 EUR). Zu geometrischen Formen hat Heinrich Hoerle 1932 einen „Frauenkopf“ stilisiert (Taxe 1.000 EUR), während Rudolf Grossmann sein Bleistiftportrait des rauchenden Reichskanzlers Gustav Stresemann im veristischen Stil der 1920er Jahre angelegt hat (Taxe 400 EUR). Als Zeichner treten zudem Theo Hölscher mit dem neusachlichen „Buchenwald bei Kassel“ (Taxe 4.000 EUR), Carlo Mense mit seiner etwas naiven Landschaft aus dem „Westerwald“ von 1952 samt Bauernhaus, Vieh und Dorf im Hintergrund (Taxe 500 EUR), Marwan mit dem aus Farbkreiden entwickelten Brustbild eines Kindes von 1971, Werner Tübke mit einem kleinteiligen „Happening“ in Rötel von 1981 (Taxe je 3.000 EUR) oder Paul Flora mit dem dichten Tuschfederblatt „Sieben Marionetten“ an, das er 1995 zusätzlich mit Buntstiften koloriert hat (Taxe 2.500 EUR).

Einige Künstler schicken dicke Konvolute an Arbeiten in die Auktion. Dazu gehört Gerhard Marcks mit seinen gut 30 Losnummern und etlichen zarten Zeichnungen weiblicher und männlicher Akte für bis zu 500 Euro, dem mit Bleistift entwickelten Kopf des Künstlerkollegen Hans Purrmann für 600 Euro oder einigen Holzschnitten mit ländlichen Motiven, wie dem „Dorfschmied“ von 1921/22 für ebenfalls 600 Euro. Von dem Bauhäusler Werner Drewes listet der Katalog neun Positionen, darunter Landschaftsaquarelle aus seiner neuen Heimat Amerika, in die er 1930 emigriert war, für bis zu 750 Euro, aber auch die Papiercollage „Desert Industry“ von 1982 für 400 Euro. Spitzenreiter unter den Mehrfachkünstlern ist Joseph Beuys mit über 60 seiner Multiples, Postkarten und Plakate. Mit dabei sind etwa sein auf einer Fotografie applizierter Streichholzbrief „Am Klavier George Jappe“ von 1974, zwei Fotoradierungen aus der Folge „Das Kapital“ von 1982/83 (Taxe je 2.000 EUR), die hintersinnige World Trade Center-Adaption „Cosmas und Damian 3-D“ von 1974 oder sein Fingernagelabdruck in gehärteter Butter von 1971 (Taxe je 1.500 EUR).

Breiten Raum nehmen in der Auktion abstrakte Tendenzen ein. Dazu zählen Willi Baumeisters „Sumerische Legenden“ von 1947. Die zehn Lithografien mit monochromen Symbolen auf braunem Papier sollen 2.400 Euro einspielen. Nach dem Zweiten Weltkrieg schloss sich Rolf Cavael dem Informel an und malte 1951 seine Gouache- und Tuschearbeit mit organischen Formen in Gelb-, Blau- und Grüntönen (Taxe 2.000 EUR). Josef Albers ließ die Abstraktion in seinen ikonischen Quadraten gipfeln. Sein sonst so ausgeklügeltes Farbenspiel tritt bei der Serigrafie „Pompeian“ von 1965 allerdings nicht auf: Wohl in Assoziation mit der durch einen Vulkanausbruch verwüsteten Stadt stufte Albers hier nur Grautöne ab (Taxe 1.500 EUR). Weniger klar sind die Konturen von Serge Poliakoffs „Komposition in Orange und Grün“ von 1964. Die Formen greifen ineinander und bedingen sich dabei gegenseitig (Taxe 4.000 EUR). Leo Erb gesellt sich mit einem aus dem weißen Bütten gerissenen, horizontalen „Linienbild“ von 1971 hinzu (Taxe 2.500 EUR), Richard Serra mit der schwarzen Lithografie eines leicht oval gelegten „Double Ring II“ von 1972 (Taxe 3.000 EUR) und Gotthard Graubner mit der weißen Gouache eines doppelten Kissenbild auf schwarzem Karton von 1966 (Taxe 2.000 EUR).

Michael Buthe produzierte 1968 gar kein solches eigenständiges Werk mehr, sondern nur dessen Rahmen. Provokativ leer und aufgerissen legt sich die metallfarbene Leinwand um das ebenfalls silbern bemalte Holzgestell (Taxe 4.000 EUR). Das kommt Victor Bonatos spiegelnden, quadratischen oder runden Bildflächen schon sehr nahe. Sieben Objekte aus den 1960er und 1970er Jahren stehen für bis zu 1.000 Euro zur Verfügung. Den Stilpluralismus jener Jahre macht unter anderem Bernard Schultze deutlich. Das aus Leinwandgrund und bemaltem Gewebe und Draht bestehende Relief „Landschaftlich“ von 1972 lässt eine fantasievoll pastos gestaltete Urwaldszenerie ausmachen, die bei Schultze, der als Mitglied der Künstlergruppe „Quadriga“ informell arbeitete, zumeist nicht derart explizit zu sehen ist (Taxe 2.000 EUR).

Deutlich am Gegenstand orientierten sich dann wieder die Künstler der Pop Art. So holte Tom Wesselmann 1967 für seine Farbserigrafie „Seascape (TIT)“ einen weiblichen Busen monumental ins Bild (Taxe 2.500 EUR), Christo für seine Collage „Wrapped Armchair Project“ 1990 ein weiß verhülltes Fauteuil (Taxe 4.000 EUR). Jens Lausens farbintensives Ölgemälde wohl der 1970er Jahre aus der Reihe der „Künstlichen Landschaften“ erinnert an eine ornamental aufgefasste Berggegend mit See, Wasserfall und Regenbogen (Taxe 1.200 EUR). In Markus Lüpertz’ Interieur um 1988 tummeln sich dann zwei amorphe Formen freier auf einem Tisch (Taxe 2.500 EUR). Der 1938 in Köln geborene Dieterich Spahn lässt sich in seiner Wahlheimat USA von Motiven aus dem amerikanischen Südwesten und der dortigen Native People inspirieren, so auch 2016 zu seinen auf Stahlwolle gemalten Werken „Early Morning Hopi Symbol“ und „Native Route US 66“ (Taxe je 2.500 EUR).

Die Skulptur hielt lange am Gegenstand, vor allem am Menschbild fest. Davon zeugen Albert Allmanns leicht kubistisch gearbeiteter Halbakt „Stehende Frau“ (Taxe 900 EUR), Ernesto de Fioris Gegenpart eines „Stehenden Jünglings mit Tuch“ von 1930 (Taxe 3.600 EUR) oder Peter Terkatz’ klassisches Sujet „Madonna mit Kind“ (Taxe 1.500 EUR). Marg Moll wandte sich 1946 in ihrer Bronze einem „Spatz“ zu und schematisierte den Vogel zu einer Kugelform (Taxe 2.500 EUR). Erst die jüngeren Bildhauergenerationen verlassen die Pfade des Naturvorbilds, so Herbert Götzinger mit seinem abstrakten filigranen Pendelobjekt aus Draht und Blech oder Friedrich Gräsel mit seiner Holzarbeit „Denkmal an einen Besenstiel!“ von 1991, mit der er die überbordende Erinnerungskultur ironisch hinterfragt (Taxe je 500 EUR). Rita McBride gestaltete 2004 für das Düsseldorfer „Site Magazin“ ein titelloses Multiple. Ihre grazile Drahtskulptur erinnert an einen Markisenunterbau ohne Stoffbespannung (Taxe 600 EUR). Monica Bonvicini ging 2011 etwas forscher zur Sache, als sie für die Edition der Zeitschrift „Texte zur Kunst“ auf eine dreigliedrige martialische Stahlkette zurückgriff (Taxe 400 EUR).

Mit der 1965 in Venedig geborenen Bonvicini kommt die jüngste Generation zum Zug. Gleichaltrig ist etwa der niederländische Zeichner Marcel van Eeden, der sich zumeist mit Kohle und Bleistift ältere Bildquellen aneignet und sie in seine Sprache übersetzt. Vier kleinformatige quadratische Blätter aus den Jahr 2007 hält die Auktion parat, darunter einen Blick auf Frauenbeine, die aus einem Kostüm der 1960er Jahre hervortreten (Taxe je 1.000 EUR). Jahrgang 1977 sind Benedikt Hipp und Julia Bünnagel. Die Rheinländerin führte 2015 in ihrer zweiteiligen Arbeit „Musica Universalis“ ein schwarzes Plattencover mit schwebenden Kugeln samt Längen- und Breitenkreisen und eine goldene Vinyl-LP zu einer kühlen Ästhetik zusammen (Taxe 800 EUR). Hipp dagegen ist Maler. In seinen drei Tuscheaquarellen „Gewölbe“ von 2007 sowie „Aufbruch“ und „Der Bote“ von 2008 entführt er in fremdartige Bildwelten zwischen Figuration und Abstraktion (Taxe je 800 EUR). Nur auf den ersten Blick sind da die vier Kohlezeichnungen mit Innenräumen von Matthias Weischer verständlicher. Die zahlreich darin platzierten Gegenstände geben aber ebenso Rätsel auf.

Die Auktion „Moderne und Zeitgenössische Graphik – Moderne Bücher“ beginnt am 22. September um 10 Uhr. Die Vorbesichtigung findet bis zum 20. September jeweils von 10 bis 17:30 Uhr im Kunsthaus Lempertz statt. Der Katalog ist online unter www.venator-hanstein.de einsehbar.

Kontakt:

Venator & Hanstein KG

Cäcillienstraße 48

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 257 55 26

Telefon:+49 (0221) 257 54 19



20.09.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin/Ulrich Raphael Firsching

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