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Raubkunst bei Gurlitt-Sammlung

Charles Eisen, Zeichnerisch gerahmte Vorlage einer Illustration für die Komödie „Les Moissonneurs“, 1768

Bei der Provenienzrecherche zur Sammlung des Nazi-Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt konnten vier Kunstwerke als Raubkunst identifiziert werden. Hierbei handelt es sich um klassizistische Zeichnungen von Charles Eisen, Augustin de Saint-Aubin und Anne Vallayer-Coster, die ehemals der jüdischen Familie Deutsch de la Meurthe in Paris gehörten. Die Nationalsozialisten beschlagnahmten die Werke, die Familie gab nach Ende des Zweiten Weltkriegs eine Verlustmeldung auf. Die Zeichnungen waren mit 14 weiteren Werken im Besitz von Benita Renata Gurlitt, der 2012 verstorbenen Schwester von Cornelius Gurlitt. In Zusammenhang mit dem spektakulären „Kunstfund Gurlitt“ wurden die Arbeiten Teil der „Provenienzrecherche Gurlitt“ und 2017 in das Lost Art-Register des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste aufgenommen. Der gegenwärtige private Besitzer erkannte die Washingtoner Prinzipien an und ist bereit, die Werke zu restituieren.

Die zwei Zeichnungen des Künstlers Charles Eisen haben handschriftliche Vermerke, die sie bei einer Auktion im Pariser Hôtel Drouot im Februar 1898 verorten. Nachweislich kaufte sie hier Henry Deutsch de la Meurthe (1846-1919). Ein Jahr später erwarb er im Mai bei einer Auktion der Galerie Georges Petit in der französischen Hauptstadt die Blätter von Augustin de Saint-Aubin und Anne Vallayer-Coster.

Henry Deutsch de la Meurthe, der gemeinsam mit seinem Bruder Émile Besitzer von Erdölraffinerien war, förderte die Luftfahrt. Zudem war er 1895 Mitbegründer des „Automobile Club de France“. Das Haus der Familie Deutsch de la Meurthe am Place des États-Unis wurde von den Nationalsozialisten als Lager für Kunstwerke genutzt, die der Beschlagnahmung bei der sogenannten „Möbel-Aktion“ entstammten. Die Erben der Familie Deutsch de la Meurthe haben sich damit einverstanden erklärt, die vier Arbeiten als Exponate der Berliner Ausstellung „Bestandsaufnahme Gurlitt“ zur Verfügung zu stellen, die von diesen Freitag an im Gropiusbau stattfindet.

Die Ausstellung „Bestandsaufnahme Gurlitt“ läuft vom 14. September bis zum 7. Januar 2019. Der Martin-Gropius-Bau hat täglich außer dienstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 6,50 Euro; bis 16 Jahre ist er frei.

Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
D-10963 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 254 86 236
Telefax: +49 (0)30 – 254 86 235

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


14.09.2018, Bestandsaufnahme Gurlitt. Ein Kunsthändler im Nationalsozialismus

Bei:


Martin-Gropius-Bau

Bericht:


Mehr Geschichte als Kunst

Variabilder:

Charles Eisen, Zeichnerisch gerahmte Vorlage einer Illustration für die Komödie „Les Moissonneurs“, 1768
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Charles Eisen, Zeichnerisch gerahmte Vorlage einer Illustration für die Komödie „Les Moissonneurs“, 1768
Charles Eisen, Zeichnerisch gerahmte Vorlage einer Illustration für die Komödie „Les Moissonneurs“, 1768

Variabilder:

Anne Vallayer-Coster, Selbstportrait
Anne Vallayer-Coster, Selbstportrait

Künstler:

Charles Eisen

Künstler:

Augustin de Saint-Aubin

Künstler:

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